Sieben Wochen und 7000 Kilometer – die letzten Etappen

Liebe Freunde des Lumulu-Blogs,

7 Wochen und 2500 Fotos später, über 7000 Kilometer und 10 Blogberichte weiter, sind wir wieder wohlbehalten zu Hause angekommen. Die Waschmaschine läuft und läuft (leider kamen wir unterwegs mangels Zeit und – bis auf wenige Ausnahmen – nur geringen Erfolg versprechende Maschinen, nicht so recht dazu). Nun, unser Wohnmobil ist auch noch nicht komplett ausgeräumt, viel lieber machen wir uns an die Arbeit und lassen die letzten Reise-Etappen noch einmal aufleben. Sehr gerne nehmen wir euch hierzu für dieses Jahr ein letztes Mal mit. Seid ihr dabei? 

Nachdem wir also den Strand ausgiebig genossen hatten ging‘s nach Braga, denn Paul hat im Reiseführer die berühmte Wallfahrtskirche ‚Bom Jesus de Monte‘ angeschaut und als lohnendes Ziel ausgesucht. Sechshundert Treppen überwinden einen Höhenunterschied von 116 Metern vom Parkplatz hoch zur Kirche. So haben wir für diesen Tag wieder mal unsere Bewegungseinheit abgehakt und ich glaube, das war für seine Wahl absolut mit entscheidend, denn wenn auch die Möglichkeit vorhanden ist, mit der „ältesten funktionstüchtigen Wasserballastbahn der Welt“ zu fahren, war vollkommen klar, dass WIR hoch und runter laufen.

Auf den Treppenabschnitten sind Brunnen installiert, wobei das Wasser aus den Augen und der Nase und dem Mund läuft … irgendwie befremdlich …

Der Blick von oben ist wunderschön und auch die Wallfahrtskirche selbst, in der gerade eine Hochzeit stattfinden sollte, sehr eindrucksvoll.

Ein Cappuccino zum Abschluss und schon fahren wir über eine landschaftlich wunderschöne und kaum frequentierte Landstraße bis zum Stausee Rabagão weiter, an dem wir übernachten. Auch hier zeigt sich der Wassermangel deutlich und es tut fast weh, wenn man sich überlegt, dass erst Juni ist – die heißen Monate kommen erst noch.

Am Rande unserer Strecke liegt ein kleines Dörfchen namens Boticas, in dem es einen ‚Vinho dos mortos‘, einen sogenannten ‚Wein der Toten‘, gibt. Der Name kam zustande, da die Bewohner ihren Wein im 19. Jahrhundert vor einem Angriff der Franzosen vergraben haben, damit er nicht in deren Hände fällt, um dann beim Ausgraben überrascht festzustellen, dass er besser ist denn je. Daraus entwickelte sich diese Spezialität, die bis heute hergestellt wird. Wir konnten nicht umhin ein Fläschchen mitzunehmen und sind schon sehr gespannt, wie er schmeckt. Auch das Örtchen ist sehenswert und da die Dame, die uns den Wein verkaufte, gerade für den Mittagstisch kochte und es richtig gut roch, haben wir gleich noch dort gegessen.

Auch Getreidespeicher kennzeichnen diese Gegend

Nun hieß es: die nächsten drei Tage befinden wir uns im Auto – und zwar auf der Heimfahrt. Wir entdeckten auf unserer Stellplatz-App eine Möglichkeit, im, nun schon spanischen, Städtchen Sahagùn das auf dem Jakobsweg liegt, frei auf einem Parkplatz an der Kirche zu übernachten. So gibt es auch von hier noch ein paar Fotos, denn auch hier gibt es an jeder Ecke wunderschöne Motive. Auch die Atmosphäre ist so besonders, da die Pilgerer vorbei laufen oder sich auf dem Marktplatz ausruhen. Am nächsten Morgen beobachteten wir, dass sehr viele Frauen mit rollenden Einkaufstaschen aus den Bussen an der gegenüberliegenden Bushaltestelle ausstiegen und kombinierten messerscharf: Samstag, Einkaufstag, Markttag! Sogleich machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg und konnten uns gleich noch für die nächsten Tage mit Eßbarem versorgen.

… die allgegenwärtigen Störche, die uns auf der gesamten Reise begleiteten …

Unser nun endgültiger Strand-Abschied fand in Santander statt, einer überraschend schönen Hafenstadt, die sogleich auf unserer bucket list landete. Diesmal begnügten wir uns mit einem Spaziergang an einer herrlichen Bucht vorbei zum Stadt-Strand und am Nachmittag packte es uns nochmal und wir liefen noch zum in der Abendsonne strahlenden Leuchtturm. Beim nächsten Mal werden wir länger verweilen und auch das sehr ansprechende Stadtleben genießen.

Und schon fuhren wir weiter über die Grenze ins geliebte Frankreich, wo uns neben dem Thema der Wasserknappheit, wie in Spanien und Portugal, auch das Thema Waldbrände einholt. Sehr oft sind wir auf dieser Reise an verbrannten Wäldern vorbei gefahren, hier nun geraten wir überraschend auf ein just wieder frei gegebenes Straßenstück mitten durch noch qualmende Bäume.

Nachdem klar war, dass wir wohl ungefähr noch bis nach Nancy fahren wurden wir eines Stellplatzes am Hafen fündig, auf dem wir einfach nur übernachten und gleich morgens weiter fahren wollten. Der Hafenmeister hat uns allerdings die Altstadt derart angepriesen, „nur 10 Minuten zu Fuß!“, „unbedingt sehenswert!“, dass wir uns entschieden, reinzulaufen. Gesagt, getan, es hat sich sowas von gelohnt! Ein prächtiger Triumphbogen gibt den Blick auf einen großen, an diesem Tag von „Sport für die Jugend“ geprägtem Platz frei, an den jeweiligen Ecken durch gold leuchtende, prunkvolle Tore begrenzt. Herrlich, der blaue Himmel und die Gebäude aus hellem Stein! So erledigen wir ein paar Straßen weiter noch unsere Einkäufe und finden somit den absolut perfekten Abschluss unserer Reise – das Glück der Unbedarften! 🙂

Zum Abschluss eine Tartes des Pommes und eine Tartes des Rhubarbes

Angesichts der Unruhen in der Welt sind wir sehr dankbar, dass wir eine solche Reise erleben konnten, dass alle Erlebnisse, auch die manchmal etwas brenzligeren, gut ausgegangen und wir gesund und fit zurück gekommen sind. Das ist nicht selbstverständlich.

Eure Kommentare, Gästebuch-Einträge und WhatsApps haben uns riesig Freude gemacht und gezeigt, dass ihr ein Stück mit uns mitgereist seid. Das war richtig, richtig schön! Herzlichen Dank dafür!

Nun wollen wir alle gemeinsam hoffen, dass der Krieg in der Ukraine bald ein Ende finden kann und die Pandemie uns wider Erwarten doch nicht so heftig wie vorhergesagt treffen wird. Bleibt also gesund und fit, wir versuchen das auch, damit wir uns hier in aller Frische spätestens im nächsten Jahr alle wieder treffen können.

Herzliche Abschiedsgrüße von euren Weltenbummlern

Barbara & Paul

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