Chaos bei der Fährüberfahrt und eine wilde Insel

Erst heute kommen wir dazu, weiter von unserer Reise zu berichten. Entweder hatten wir keine Zeit oder kein Internet. Heute sind wir in Bonifacio angekommen und haben uns erstmal einen Campingplatz gesucht, der uns drei Dinge bietet: Fernseh- Empfang (wegen der WM), Internet (für unseren Blog) und eine Waschmaschine (na, für was wohl?). Was soll ich sagen: wir haben ALLES!!

Doch nun zurück zu unserer Reise – hm, wo waren wir wieder stehengeblieben? Ach ja, bei der Rückfahrt von Mallorca nach Barcelona:

Tja, es musste sein, wir sagten adios Mallorca: Donnerstag sollten wir um 11.00h am Hafen von Palma sein, um die Fähre zurück nach Barcelona zu erwischen. Die ‚Abschlußfahrt‘ bei herrlichem Sonnenschein an der Bucht von Palma entlang verabschiedete uns grandios! Die Überfahrt, diesmal bei Tag, war erwartungsgemäß erheblich interessanter als die Nachtfahrt, die Hafenausfahrt mit diesem sensationellen Blick auf die monumentale Kathedrale wunderschön und dann die abendliche Einfahrt im Hafen von Barcelona … – … als kämen wir nach Hause. Die vielen Tage dort mit Uschi und Werner haben uns bereits heimisch werden lassen. Nun galt es, einen Stellplatz für die Nacht zu finden, wir waren ziemlich müde. Bald waren wir fündig: sehr ‚zentral‘ gelegen, links die Bahn, rechts die Hauptstraße und wir mittendrin. Super!

019.Abschied mit Fähre v.MallorcaIMG_8843 (15) 019.Abschied mit Fähre v.MallorcaIMG_8843 (7) 0019.Abschied mit Fähre v.Mallorca.IMG_0071 (11) 0019.Abschied mit Fähre v.Mallorca.IMG_0071 (2) 019.Abschied mit Fähre v.Mallorca.IMG_0071 (41)

Wir mussten ja sowieso früh weiter, denn ursprünglich wollten wir ja mit der Fähre von Marseille nach Korsika oder Sardinien, aber (hatten wir das schon erwähnt?) da wir uns zu Hause nicht so gut vorbereiten, haben wir erst unterwegs von Fähren, die von Toulon nach Korsika abgehen, gelesen. So entschieden wir, lieber nach Toulon zu fahren, weil näher an Korsika dran. Am Nachmittag dort angekommen, war es etwas schwierig einen Parkplatz am Fährbüro am Hafen zu finden, so „parkte“ Paul im Kreisel davor (!!) und ich versuchte einen Platz für uns auf einer Fähre zu ergattern. Der Ticketschalter war ziemlich voll, endlich kam ich dran um festzustellen, dass erst am Sonntag, also zwei Tage später, wieder Plätze frei sind. Viel günstigere gab es allerdings für Samstag – aber von Nizza aus! Da zögerte ich nicht lange und buchte. Fahren wir halt noch nach Nizza, die Cote d’Azur ist immer eine Reise wert. Die Nacht verbrachten wir auf einem uns bekannten Wohnmobilstellplatz bei Port Grimaud und fuhren am Samstag dann vergnügt nach Nizza zum Fährhafen. War das ein Panorama! Der Hafen, die Atmosphäre der Stadt mit ihren hochgebauten Häusern und den unterschiedlichen Fassaden und Farben – wir konnten uns nicht satt sehen.

005.Nizza mit Fähre nach Korsika Bastia am 07.06.14.IMG_0054 (5)005.Nizza mit Fähre nach Korsika Bastia am 07.06.14.IMG_0054 (33)

Auf dem Schiff erleben wir wiederum eine abslolut ruhige Überfahrt, diesmal mit Ziel: Korsika! Der Insel, die nach dem Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry wie folgt entstanden sein muss: „Sonne und Meer haben sich so innig geliebt, dass sie schließlich Korsika in die Welt setzten!“ In diesem Moment können wir am Horizont im Dunst die Insel entdecken… gleich sind wir da!

001.St.Florent.IMG_0022 (2)Leider ist die Ankunft ziemlich chaotisch – noch nie haben wir ein solches Durcheinander bei der Entladung erlebt. Die Autofahrer durften noch nicht auf die Parkdecks, aber die Wohnmobil- und LKW-Fahrer sollten sofort nach unten kommen. Natürlich waren alle Treppen von den PKW-Fahrern verstopft, so kamen wir nach vielen Durchsagen des Bordpersonals erst runter, nachdem wir einen Fahrstuhl ergattert hatten und da unten war das Chaos schon im Gange: diejenigen die schon da waren, mussten irgendwie aus ihren Lücken rausfahren, fast hätte unser Nachbar unser Wohnmobil gerammt und und und … Kurzum: wir waren froh, so gut davon gekommen zu sein und endlich im wahrsten Sinne des Wortes Land gewonnen zu haben.

Es war schon Halb Neun Uhr abends, es wurde schon dämmrig und so erschien uns das dunkle Hafenviertel von Bastia mit seinen zerfallenen Häusern und dusteren Männerkneipen ziemlich unfreundlich. Da wir uns an der Westküste in Saint Florant schon einen Campingplatz rausgeguckt hatten, um erstmal zwei Tage auszuspannen und unsere weitere Reise zu planen, fuhren wir dennoch gleich weiter. Wir hatten wirklich Glück, er lag nur durch eine schmale, recht ruhige Straße vom Strand entfernt und so konnten wir morgens erstmal ins Meer springen und den Strand geniessen, denn nun war die große Hitzewelle aus Deutschland auch bei uns angekommen (ist das sonst nicht umgekehrt?). Auch standen wir mit unserem Wohnmobil direkt unter einem Eukalyptusbaum – der ganze Landstrich besteht nämlich aus Eukalyptuswäldern: sie wurden erst im 19. Jahrhundert hier angebaut, um das wegen Malaria vorher zwei Jahrhunderte lang unbewohnbare Sumpfgebiet trocken zu legen. Die Eukalyptusbäume brauchen nämlich extrem viel Wasser!

001.St.Florent,erster Campingpl.auf Korsika.IMG_0024 (2)Unser Strand:001.St.Florent,erster Campingpl.auf Korsika.IMG_0034 (5)Da die Straßen wie erwartet ziemlich eng für unser Super-Mobil sind planen wir, mehr Fixpunkte anzufahren, um den Rest mit dem Roller zu erkunden. Unser erster Ausflug war dann auch gleich von Saint Florent aus eine wunderschöne Tour zur Kirche San Michele. Die Kirche ist in ihrer Schlichtheit sehr beeindruckend, denn sie ist aus dem in diesem Tal gefundenen grünen und weißen Stein gebaut und u.a. mit einfachen Tiermotiven dekoriert. Der Platz inmitten dieses Gebirges tut sein Übriges, damit wir fasziniert davor stehen und den Anblick genießen.

003.San Michel.IMG_0056 (6)Auch der kleine Urlaubsort St. Florent ist recht hübsch und hat uns noch zu einem späten Kaffee eingeladen:

002.St.Florent.IMG_8846 (1) 002.St.Florent.IMG_0037 (5)Morgen gehts weiter in unserem Bericht in Richtung Calvi, das ebenfalls an der Westküste Korsikas liegt.

Vorab grüßen euch ganz herzlich eure Weltenbummler

Barbara & Paul

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2 Kommentare zu Chaos bei der Fährüberfahrt und eine wilde Insel

  1. Gabriela sagt:

    Endlich! Wusste ich doch, dass es bei euch immer viel Unerwartetes und am Ende stets Sehenswertes gibt! 🙂

    Habt eine gute Zeit auf Insel Nr. 2
    Saludos de isla a isla :-))

    Gaby & Co

    • Lumulu sagt:

      Vielen Dank! Ja, wir haben eine gute Zeit, verfolg uns nur weiter!!!
      Liebe Grüße zurück, von isla à isla … i saludos a todos!!
      Hasta la vista,
      Barbara & Paul

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