Überfahrt auf die Südinsel und südländisches Sommerwetter

Wir haben sehr auf schönes Wetter gehofft für unsere Fährüberfahrt, soll es doch die schönste Überfahrt Neuseelands sein, weil man zwar übers Meer, aber die längste Zeit durch Fjorde fährt und die schönen Landschaften betrachte kann.
Auch wissen wir, dass meist stürmische Winde diese Bucht durchqueren – haben wir doch zum Beispiel über James Cook, den Entdecker Neuseelands, gelesen, dass er damals gar nicht in diese Bucht hineinfahren konnte, weil der Sturm so stark war, dann haben wir im Museum ‘Te Papa’ von dem Fährunglück erfahren im Jahre 1968, wo die Fähre kurz vor dem Hafen kenterte und wir haben Leute getroffen, die grad vor vierzehn Tagen diese Überfahrt gemacht haben und nicht an Deck des Schiffes konnten und somit auch gar nichts gesehen haben.
Jetzt kommen wir und – ja, die Sonne scheint, der Himmel zeigt kein (!!) Wölkchen (mal ehrlich, wer schon hier war: wer hat das jemals hier erlebt? Fast keiner, würden wir mal so vorhersagen!) und wir haben ein sanftes Meer, das nur auf ganz offener See seine Wellen spielen ließ. Wir verbrachten jedenfalls die ganze Zeit auf Deck und erlebten ein einmaliges, für uns beide auch erstmaliges Schauspiel: Delphine schwammen am Schiff vorbei, nein, nicht nur zwei oder drei, vielleicht zwanzig oder dreißig! Super – richtige Delphine! Wir sind begeistert.
Bei der Ankunft in Picton entscheiden wir uns, gleich noch bis zum Queen Charlotte Walkway zu fahren, einem Wanderweg, der auf einer Strecke von bis zu fünf Tagen bewandert werden kann und wird dann von einem Boot, das man vorher bestellt, abgeholt. Wir entschieden uns, weil wir nicht extra noch einen Tag bleiben wollten, für die kurze Variante und liefen so gegen 15.30h los bis zu einem sogenannten “Viewpoint”, an dem man in einer Höhe von ca. 200m nach beiden Seiten in die Fjorde schauen kann. Ein wirklich schöner Weg, er geht durch diesen herrlichen Urwald, immer wieder bekommt man einen Blick auf den Fjord und hört das Gezirpe der Grillen und die heißen Temperaturen und die Sonne tun ihr übriges. Nach unserer Rückkehr bleiben wir gleich dort im Fjord stehen und kochen noch eine Kleinigkeit, dann schlafen wir tief und fest, nachdem wir uns mal wieder richtig sportlich bewegt haben.
Am nächsten Tag kommen wir durch Havelock, dort hat man begonnen die ‘Green Lipped Mussels’, die Grünlippen-Muscheln, zu züchten und zu vermarkten. Natürlich müssen wir sie unbedingt hier kaufen, denn wo sonst sind sie wohl frischer! Wir finden kein Fischgeschäft, aber der Supermarkt bietet sie an – im Selfservice-System. Wir haben uns ja schon mit allem möglichen, wie Gemüse oder Brot oder Obst oder Nüssen in Supermärkten selbst bedient. Aber Muscheln – nein, dass kannten wir bislang nicht. Ein Erlebnis für sich.
Am Nachmittag kommen wir kurz vor dem Abel Tasman Nationalpark in einer wunderschönen Bucht zum Halten, laufen noch mal ein Stündchen an den Strand, um dann unsere wunderbaren Muscheln, die man mit Miesmuscheln, nur dreimal so groß, vergleichen kann, zu kochen.

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