Berlin!

Hallo liebe Mitreisenden,

wie schön, dass uns bis hierhin schon wieder so viele Nachrichten über unsere Erlebnisse erreicht haben – viele Kommentare zu den einzelnen Berichten, auch ein paar Gästebucheinträge (Paul liebt Gästebucheinträge ;))  und natürlich über die sozialen Netzwerke. Das ist so toll zu wissen, dass ihr uns ‚verfolgt‘. Dankeschön.

Aber nun zu Berlin. Wir waren schon viele, viele Jahre nicht mehr da und sehr gespannt, wie sich die Stadt entwickelt hat. Natürlich sind wir auch ein wenig gespannt, wie sie und ihre Menschen mit der Corona-Situation umgeht – und sehr überrascht! Die Menschen akzeptieren das Hygiene-Konzept ganz prima, wir hatten keine Situation, in der wir uns unwohl gefühlt haben. Aufgrund des stetig schönen Wetters konnten wir auch Essen gehen, denn das stand bereits im Vorhinein fest: ausschließlich im Freien.

Die indiskutable Demonstration am Samstag über angebliche Freiheitsrechte haben wir am Rande mitbekommen. Fast alle Teilnehmer ohne Masken und viele rechtsradikale Parolen. Wie kann man unter diesen Bedingungen von einer Demonstration für Freiheit und Menschenrechte sprechen. Einfach absurd.

Unsere Freiheit besteht darin, dass wir unter den gegebenen Bedingungen und mit einer sehr erträglichen Maskenpflicht, Abstandshaltung und Rücksichtnahme auf das Gemeinwohl reisen können; denn, und das verstehen viele nicht, die Freiheit beschränkt weder die Regierung, noch die Maske, sondern das Virus.

Aber nun zu Berlin! Wir sind ja spontan unterwegs und so war es nicht so einfach, einen guten Stellplatz zu finden. Den bekamen wir ca. 25km außerhalb in einem idyllischen Vorort namens Mahlow, leider nur für 3 Nächte, wenn wir länger bleiben wollen schauen wir einfach nach einem innerstädtischen Parkplatz. Dieser lag jedenfalls perfekt 2km zur nächsten S-Bahn-Station oder direkt mit dem Fahrrad in die Stadt auf gut ausgebauten Fahrradwegen. Wir entschieden uns am ersten Tag für die Hinfahrt mit der S-Bahn und Rückfahrt mit dem Fahrrad und am nächsten Tag umgekehrt. So haben wir alles gesehen und waren gleich noch sportlich unterwegs. 🙂

Unser erstes Ziel ist der Potsdamer Platz. Wow! Gigantisch. Hierzu ist nicht viel zu erzählen, genauso wie zu dem Holocaust-Mahnmal – und erst recht nicht zum Brandenburger Tor. Hier sprechen die Bilder:

 Die Prachtstraße ‚Unter den Linden‘ muss man erleben, genau wie den Gendarmenmarkt mit dem ‚Französischen Dom‘ und dem Konzerthaus. Wir haben uns nicht näher damit beschäftigt, denn Besichtigungen wollten wir hier in der Großstadt meiden. Und das Wetter war strahlend schön, sodass es die perfekte ‚Outside-Tour‘ wurde.

Die Fahrrad-Sightseeing-Touren dieser Reise stellen sich als echte Foto-Safaris für Paul heraus. Schon mit dem Roller, mit dem wir ja sonst größere Städte erkunden, ist es super, fast überall parken zu können und zu fotografieren. Aber mit dem Fahrrad … da musst du noch nicht mal parken! Ich musste mehr als einmal abrupt abbremsen, da Paul mit seinem Blick für gute Winkel sofort reagieren konnte, direkt, ohne sein Fahrrad überhaupt abstellen zu müssen, es zwischen die Beine klemmend drauf halten konnte. Ich kann euch sagen, das war echt anstrengend! 😉

Der Weg am Spreekanal entlang zum Alex war auch solch ein Highlight, von dort aus sieht man den Berliner Dom und das rote Rathaus. Marx und Engels entdeckten wir an der Karl-Liebknecht-Straße.

Das Regierungsviertel an der Spree ist optisch ein echter Genuss! Hier ein paar Eindrücke:

Und zum Abschluss des ersten Tages steht noch der Checkpoint Charlie auf dem Programm, der wohl berühmteste ehemalige Grenzübergang zwischen Ost und West, der den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor verband. Er wurde ursprünglich eingerichtet um den Angehörigen der Militärs das Überschreiten der Sektorengrenze zu ermöglichen.

Nach diesen Erlebnissen schnupperten wir noch ein wenig Kreuzberger Luft und fuhren mit dem Fahrrad durch die laute Großstadt wieder zurück in unser Idyll.

Der nächste Tag begann mit der Tour ‚Berliner Mauerweg‘ in die Stadt hinein. Durch interessante und weniger interessante Viertel der Stadt erreichen wir die Stadt am ehemaligen Flughafengelände Berlin-Tempelhof, das inzwischen zur Freizeitmeile ausgebaut ist. Es hat schon was Besonderes, auf einer ehemaligen Rollbahn zu radeln. Noch dazu, weil Paul früher auf diesem Flughafen mal gelandet ist. Welch ein Erlebnis!

Auch ein Gemeinschaftsgarten wurde hier eingerichtet, mit lustigen Ideen gespickt. Wir haben uns überlegt, ob es auf dem neuen Flughafen inzwischen ähnlich aussieht? 😉

Im kultischen Marktviertel in Kreuzberg essen wir in einem vegetarischen Restaurant eine „Kleinigkeit“ und genießen das Leben und Treiben – und beobachten die Menschen. Auf diese Weise gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Mauer-Denkmal.

Der Weg an der Spree entlang mit Blick zum Hauptbahnhof, am Schloss Bellevue vorbei zur Siegessäule an der Straße des 17. Juni lässt uns kurz die genannte Demonstration tangieren, der wir aber keine Wertigkeit über ein öffentliches Foto geben möchten.

Mit dem Besuch des Kurfürstendamms und der Gedächtniskirche runden wir unser Berlin-Erlebnis ab, nicht ohne eine kleine Gedenkminute vor ‚Tante Hildes Wohnung‘ zu halten. Sie war es, die uns einige Male nach Berlin geführt und beherbergt und uns die Stadt gezeigt hat – aber leider inzwischen verstorben ist. Unter anderem bleibt uns ein gemeinsamer Besuch im ‚Theater am Kurfürstendamm‘ in Erinnerung, den wir irgendwann zu besseren Zeiten ganz sicher wiederholen werden.       

Da am nächsten Tag schlechtes Wetter gemeldet ist entschließen wir uns, den Regentag zur Weiterfahrt zu nutzen, denn wir möchten uns unbedingt noch ein wenig Seeluft um die Nase wehen lassen und so schauen wir mal, ob in St. Peter Ording mit seinem 12km langen Strand nicht noch ein Plätzchen für uns zu finden ist. Das Wetter verspricht noch ein paar schöne Tage.

Wir grüßen herzlich und „sehen“ uns an der Nordsee,

eure Weltenbummler Barbara & Paul

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