Muddus, ein geschmolzenes Eishotel und Abisko

Hallo ihr „immer noch Dranbleibenden“!

Heute erfolgt auf vielfachen Wunsch zuerst mal die Auflösung unseres ersten kleinen Rätsels:
Nr. 1+2 ist Paul, Nr. 3+4 bin ich. Das war nur mal so aus Spaß, das richtige Rätsel, das mit den gewohnten Gewinnchancen, kommt in diesem Bericht – wir sind gespannt …
Wir sind ja nun schon eine ganze Weile über dem Polarkreis und genießen diese besondere Landschaft sehr. Unser erstes Ziel ist der kleine, aber feine Muddus-Nationalpark, in dem wir eine kurze Wanderung machen möchten. Er schützt eines der größten Nadelurwaldgebiete Schwedens. Manche Bäume sind bis zu 700 Jahre alt! Daneben prägen den Park Moore, die sich um zwei Seen herum ausdehnen. Neben Rentieren, die die Samen (Ureinwohner Lapplands) hier weiden lassen, leben hier zahlreiche Vogelarten und viele Braunbären, Elche, Luchse, Marder und Fischotter. Mit der Erfahrung beim Wandern in Bären-Gebieten aus den USA (oh, it is not dangerous, if you are singing until the top oft he hill, so the bears can hear you and are not surprised to see you) haben wir sogleich – wie damals – einen Blech-Topfdeckel am Rucksack befestigt, der ein wenig Lärm machen soll (damit wir nicht ständig singen müssen) und eventuell im Weg stehende Bären die Chance haben sich und vor allem ihren Nachwuchs in Sicherheit zu bringen. Natürlich ist das ein ambivalentes Tun, denn eigentlich möchte man ja doch mal einen Bären in der Natur sehen … von weitem versteht sich!  Immerhin haben wir in den USA einen Bären aus der Nähe am Waldrand gesehen …

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Am nächsten Morgen fahren wir weiter in Richtung Kiruna, nicht ohne einen Abstecher nach Jukkasjärvi (dem Lieblingsort von Lone, die wir zu Anfang in Kopenhagen besuchten, wegen des Eishotels …) zu machen. Hier ist eine der Hauptgegenden für den Winter-Tourismus, wobei wir festgestellt haben, dass wohl der Wintertourismus überhaupt die Haupteinnahmequelle um den Polarkreis herum ist. Überall lesen wir von ‚View-Points‘, um die Polarlichter besonders gut beobachten zu können, von Langlauf-Loipen, von Hundeschlitten-Exkursionen und Motorschlitten-Verleih. Wir sehen auch Ski-Lifte, können uns aber Abfahrts-Skilauf bei normalen Temperaturen von bis zu minus 40Grad nicht so recht vorstellen. Die Hundeschlittentouren würden uns allerdings auch reizen, vielleicht auch in Verbindung mit einer Übernachtung in dem hier jeden Winter gebauten Eis Hotel. Ja, hier kann man im Eis Hotel übernachten, die Ausstattungder „Betten“ mit Rentierfellen und Schlafsäcken verhindern Frostbeulen – und man (Lone) sagt, es sei sehr gut auszuhalten An der Bar gibt es allerdings nur hochprozentigen Rum, weil alles andere ja einfrieren würde. . Und auch ein Restaurant und Skulputuren würden hier entstehen. Wir finden den Platz, der momentan ein wenig traurig aussieht, finden aber trotz Plusgraden noch einen Rest Schnees vom schmelzenden Eis Hotel …

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Und die wunderbare Abendstimmung, in der wir unseren Übernachtungsplatz fanden, möchten wir euch auch nicht vorenthalten …

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Die Stadt Kiruna ist nicht besonders schön, ist aber die größte Eisenerzgrube der Welt. Das ‚Stadshuset‘, das Rathaus, wird uns vom Reiseführer noch ans Herz gelegt, ein schmuckloser Quadratklotz mit gusseisernem Turm, der eher an ein Fabrikgebäude erinnert.

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Viel schöner für uns ist die Aussicht auf den nördlichsten Nationalpark auf unserer Reise, den Abisko Nationalpark. Es ist ein sehr gut erschlossener, mit vielen Wanderwegen durchzogener Park, dessen Besonderheit, wie soll es anders sein, seine Natur ist. Schon der Weg ist das Ziel – und wieder mal kreuzt diesen ein Rentier 🙂

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Herzstück des Abisko ist das Tal Abiskodalen, das dem Lauf des Flusses Abiskojakka folgt, der kurz vor seiner Mündung in den Torneträsk durch eine 20m tiefe Schlucht mit steilen Schieferwänden folgt.
Dort beginnt unsere kleine Wanderung, die an diesem beeindruckenden Schauspiel beginnt und am Flusslauf entlang bis zu einem Marmorsteinbruch führt. Die gelb-weiße Klippe besteht aus Dolomit und Kalkstein. Hier oben befindet sich der erste Meditationsplatz auf dem sogenannten Pilgerpfad. Mit diesem Blick! Ein traumhafter Platz zum Meditieren!

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Der Rundweg führt uns dann durch die so typischen Hochmoore, die offene Gebirgsheide, mit Permafrostboden. Dieser mit Mosen und Flechten und tausenden von kleinen Blüten bedeckter Boden, die in dieser Kälte ums Überleben kämpfen, hat uns sehr beeindruckt. Ein kurzer Ausflug für unsere Botaniker: es gibt die Lappland-Alpenrose, Silberwurz und verschiedene Orchideen. Der Weg führt teilweise über Holzdielen, wie wir es schon vom Muddus-Nationalpark kennen, damit man nicht im feuchten Moorboden versinkt.

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Und zum Abschluß sehen wir kurz vor unserem Campingplatz noch ein Hunde-Reservat, mit den speziell für die Hundeschlitten ausgebildeten Hunden – mindestens 20 Käfige!

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Und hier schließt sich gleich unser diesjähriges Blog-Rätsel an, dessen Gewinner sich eines unserer Reise-Taschenbücher verdienen kann:
<< Was ist der Unterschied von Waldsamen und Gebirgssamen??>>
Ihr könnt die Antwort ins Gästebuch schreiben, in die Kommentare (die sind immer am Ende eines jeden Berichtes zu finden und müssen von uns erst freigegeben werden) oder auch per Mail! Viel Spaß beim Denken! 

Zurück auf unserem Campingplatz, umgeben von schneebedeckten Bergen und teilweise vereisten Seen, genießen wir wiederum eine herrliche Nacht bei Sonne, die nicht untergeht, hatten wir das schon einmal erwähnt?

Unsere Schweden-Tour, Teil I, geht zu Ende, wir sind zufrieden mit der von uns gewählten Route, die uns zum Abschluss an diesen beiden Nationalparks und tollen Landschaften vorbeigeführt hat. Auch dieses letzte Stückchen polarer Natur bietet nochmal alles auf, was nur möglich ist: schneebedeckte, bizarre Berge, vereiste Seen und sogar nochmal zum Abschied eine kleine Rentierherde im Schnee. Danke Schweden!

0034.Uw.vom Abisko nationalpark nach Riksgränsen Grenze zu  Norwegen..IMG_0026 (1)

0034.Uw.vom Abisko nationalpark nach Riksgränsen Grenze zu  Norwegen..IMG_0026 (7)

0034.Uw.vom Abisko nationalpark nach Riksgränsen Grenze zu  Norwegen..IMG_0026 (9)

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Erstaunen tun uns die vielen Wohnmobile überall, die fast die Zahl der PKWs übertreffen (sieht man ja sowieso nicht viele Menschen in dieser Gegend …). Sie begegnen uns auch heute wieder auf dem Weg zur Grenze, dem Grenzörtchen Riksgränsen mit dem nördlichsten Bahnhof der Welt. Sonst ist diesem Städtchen auch nichts mehr hinzuzufügen und wir überqueren die Grenze nach – NORWEGEN! Und genau da geht es im nächsten Bericht weiter, der uns zuallererst auf die sensationellen Lofoten führt.

Es grüßen mit eisigen, aber sonnigen Temperaturen
eure Weltenbummler Barbara und Paul

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3 Kommentare zu Muddus, ein geschmolzenes Eishotel und Abisko

  1. Gerrit sagt:

    Liebe Freunde der Samen,
    spontan fällt mir eine Antwort ein, die Paul aber noch besser erklären kann.
    Deshalb bevorzuge ich die Google-Antwort:
    Die Zelthütten der Gebirgssamen waren entweder permanent oder beweglich. Das Gerüst bestand aus Birkenstangen, die Wände aus Torf oder Birkenrinde, bei den beweglichen Zelthütten aus Lodenstoff oder Leinen. Die Waldsamen lebten in einem viereckigen nach oben spitz zulaufendem Holzhaus.

  2. Alexander sagt:

    Wenn Gebirgssamen sterben und beerdigt werden, wächst dort ein Gebirge, bei Waldsamen ein Wald. Ist doch logisch, oder? 🙂

  3. Renate Kirchgäßner sagt:

    Hallo Weltenbummler,
    ich bin wieder zu Hause und jetzt kommt die große Hitze, könnt ihr etwas Eis schicken? Das ist ja eine wunderschöne Gegend, richtig idyllisch. Zum Rätsel:
    Waldsamen ist Samen von den verschiedenen Waldbäumen.
    Gebirgssamen sind die Ureinwohner von Lappland.
    Euch weiterhin eine schöne und wärmere Reise. Heiße Grüße Renate und Rudi

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