Flamingos und die alten Römer

Ja, es hat geklappt – auch heute wieder erhaschen wir ein wenig Verbindung ins World Wide Web (auch wenn ich dafür auf einer kleinen Bank mitten auf dem Campingplatz neben dem Internetpoint im Freien sitze) und so schicken wir gerne gleich noch die Fortsetzung zu Gestern hinterher, wer weiß, wann wir wieder „drin“ sind – viel Spaß dabei!

Wiederum packen wir unser Wohnmobil – bei herrlichstem Sonnenschein – zusammen, füllen Frischwasser und entlassen Schmutzwasser, fahren tanken (wie gesagt: immer für 20 Euro) und freuen uns schon auf ein ganz besonderes Ziel: das Städtchen mit Stil, Bosa, das landschaftlich faszinierend zwischen Tafelbergen gelegene (sind wir etwa zu weit gefahren und in Afrika gelandet?) mittelalterlich-bunte Städtchen. Das Straßenpflaster mit seinen faustgroßen Kieselsteinen und länglichen Granitquadern, auf denen früher die eisernen Räder der Ochsenkarren ratterten und heute die Reifen der PKWs drüber rollen. Wie überall stehen die Wohnhäuser eng an eng. Mit Topfpflanzen auf den kleinen Balkonen und wehender Wäsche geben sie ein romantisches Flair, das wahrscheinlich nur wir Touristen so empfinden können. Dort in den kleinen dunklen Zimmern mit bröckeliger Fassade zu wohnen, ist auf Dauer sicher nicht so idyllisch. Außerdem verschlingen die Häuser ja Unsummen an Restaurationskosten und viele Einwohner werden das einfach nicht bezahlen können. Vorab noch ein paar Fotos von ‘auf dem Weg dorthin’ …

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Unser folgendes Ziel ist die Sinis-Halbinsel, auf der wir Flamingo-Kolonien besuchen. Wir wussten bis vor einigen Tagen gar nicht, dass es sie hier in der freien Natur gibt! Sie ‘grasen’ in Scharen zu hunderten, wenn nicht gar tausenden mit ihren Schnäbeln die hier vorhandenen Salzseen ab.

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Nach der Übernachtung an einem der wunderschönen Strände, der uns mit seinem Sand aus Mini-Kieselsteinen nach einem herrlichen Sonnenuntergang am Abend gleich am nächsten Morgen noch zu einem erfrischenden Bad einlud, ging es weiter mit der Besichtigung von Ruinen.

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Und zwar der Ruinen des antiken Handelshafens Tharros. Seine Ursprünge reichen zurück bis in die Zeit der Nuragher. Mit Akropolis, Tempel und Opferstätte ausgebaut wurde Tharros ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. von Phöniziern und 215 v. Chr. fiel die Stadt in die Hände der Römer (sicher können wir darüber zu Hause von Rudi noch mehr erfahren?). Beeindruckend sind die von Wasserleitungen und Kanalisation gesäumte römische Pflasterstraße Cardo Maximus sowie die Reste des Tempels aus dem 4. Jh. v. Chr. mit zwei gut erhaltenen dorischen Säulen.

Interessant finde ich auch noch die Geschichte der Bewohner Tharros‘. Nachdem sie zu oft von Eindringlingen an ihrer exponierten Lage direkt am Meer überfallen wurden, verlagerten sie ihre Stadt ein paar Kilometer weiter ins Landesinnere. Sie bauten ihre Stadt dort quasi wieder auf – und nahmen dazu die Steine ihrer Häuser einfach mit!!

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Nach dieser kurzen Exkursion in die Vergangenheit fuhren wir weiter quer durchs Land in Richtung Costa del Sud.

Hier mussten wir unbedingt einen Platz finden, auf dem wir guten Empfang für das zweite Deutschland-Spiel haben. Da der einzige Campingplatz voller Pinien und Eukalyptusbäumen war haben wir das Wohnmobil hin- und hergefahren, bis endlich der Weg nach Süden für unsere Antenne frei war! 🙂 Nach diesem anstrengenden Fußballspiel wollten wir uns unbedingt an einem der angekündigten langen, weißen Sandstrände einen Tag erholen, fuhren an vielen vorbei – und landeten dann zufällig doch erstmal in Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens. Was für einen Stadt! Sicher kann man sie nicht mit Alghero vergleichen, sie ist viel größer und völlig anders, aber soooo schön! Die Altstadt am Hügel entlang mit kleinen, verwinkelten Gässchen gebaut, immer neue Ausblicke tun sich auf, vor allem von der großen imposanten Terrasse aus, die die Römer in weißem Marmor hinterließen. Wir konnten uns nicht satt sehen und wollten unbedingt noch die Atmosphäre genießen.  Die ‘Unterstadt’ am Hafengelände zeigte sich mit den endlosen Arkaden von ihrer mondänen Seite. Zum Schluß kehrten wir in einem der netten, kleinen Lokale ein und fanden völlig erschöpft einen romantischen kleinen Tisch nur für uns Zwei!

Übrigens auch hier vorab noch Fotos von der Fahrt – mit einem netten Tier-Erlebnis:

T2a008b.Unterwegs v.Càbras nach Porto di Teulada, Costa del SüdIMG_0071 (2) T2a008b.Unterwegs v.Càbras nach Porto di Teulada, Costa del SüdIMG_0071 (23) T2a008b.Unterwegs v.Càbras nach Porto di Teulada, Costa del SüdIMG_0071 (28) T2a008c.CP.und Srand v.Porto di Teulada.IMG_0076 (3) T2a009a.Von Porto di Teulada,Südküste nach C`agliari.IMG_0019 (13) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (4) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (7) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (8) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (10) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (14) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (20) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (23) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (24) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (28) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (29) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (30) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (31) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (39) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (40) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (42) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (45) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (56) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (57) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (65) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (68) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (69) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (74) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (75) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (81) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (84) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (87) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (89) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (90) T2a009b.Cágliari.IMG_9048 (91)

Wir sind jetzt schon an so vielen tollen Buchten mit so tollen Stränden, weißem Sand, Felsen, idyllisch, türkisfarbenes Meer, vorbeigefahren. Jetzt aber nix wie hin, an so einen tollen weißen Sandstrand am wellenreichen Mittelmeer !!!!!!!!!!!!

T2a010b.Capo Ferrato,Campingplatz u.Strand,Costa Rei.IMG_0026 (35) T2a010b.Capo Ferrato,Campingplatz u.Strand,Costa Rei.IMG_0026 (37) T2a010b.Capo Ferrato,Campingplatz u.Strand,Costa Rei.IMG_0026 (38) T2a010b.Capo Ferrato,Campingplatz u.Strand,Costa Rei.IMG_0026 (39) T2a010b.Capo Ferrato,Campingplatz u.Strand,Costa Rei.IMG_0026 (40)Nach diesem echten Urlaubstag mit Strandleben, lesen und nichts tun können wir morgen wieder auf zu neuen ‘Ufern’ starten. Wir sind gespannt was uns auf dieser Insel noch erwartet – ihr auch?

Es grüßen herzlich eure Weltenbummler

Barbara & Paul

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2 Antworten zu Flamingos und die alten Römer

  1. Gabriela sagt:

    Aber ja! Es sieht bereits jetzt nach einer lohnenswerten Reise aus, schön, euch dabei begleiten zu dürfen! Bei mir ist die Verlängerung angebrochen, Simone kommt morgen von D zurück, am Sa wird wieder gefeiert.
    Wünsche euch weiterhin passende Standorte und damit uns die Gelegenheit an den interessanten Ausflügen teilzuhaben. Alles Gute – de isla a isla un saludo 🙂

    • Lumulu sagt:

      Verlängerung? Super! Geburtstag feiern? Toll! Da sind wir in Gedanken aber ganz doll bei euch und wünschen viel Spaß dabei. Wir trinken morgen ein Gläschen auf Simone! Herzliche Grüße aus Bonifacio, wo wir gerade vor ein paar Stunden wieder angekommen sind!
      Wir grüßen alle die wir kennen, die bei der Geburtstagsparty dabei sind,
      Barbara & Paul

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