Echte Gegensätze: der Balaton in Ungarn und die Hauptstadt Kroatiens

Die Strecke von Budapest zum Balaton (Plattensee) war wiederum relativ unspektakulär, ohne echte Highlights, einfach so zum „runterschrubben“.

Dabei unterhalten wir uns noch über die Stadt im Allgemeinen und unsere Campingplatz-Nachbarn im Besonderen, die, wie so viele Deutsche, zum „Zähne machen“ nach Budapest gekommen sind und total begeistert waren. Es war interessant mal mit jemandem über diese Möglichkeit und die finanziellen Unterschiede zu sprechen. Wir kannten das bislang nur von Berichten aus der Presse. Aber das nur am Rande.

Unsere Intension für die nächsten Tage ist, einen wirklich ruhigen Platz am Plattensee zu suchen um nach den zwei intensiven Stadt-Erlebnissen ein wenig Natur und Erholung zu finden und den Kopf wieder frei zu machen. Lustig ist, dass hier fast alle Städte mit Balaton… anfangen. Schaut euch das mal an:

Paul findet bald einen netten kleinen (noch dazu FKK-) Campingplatz auf der großen Liste von hunderten von  Campingplätzen rund um den touristisch sehr erschlossenen Balaton. Hier gibt es Camping mit über 1500 Plätzen. Unser Glück ist uns hold und wir ergattern auf dem bei weitem nicht ausgebuchten Camp einen Platz direkt am See. Wundervoll!

Vor uns nichts als eine kleine Hecke und der See … und Ruhe … und Sonne … okay, allerdings am ersten Tag nur noch für zwei Stunden, denn plötzlich wird’s dunkel und wir müssen alles mitsamt uns selbst ins Wohnmobil retten. Es schüttet und stürmt plötzlich was das Zeug hält. Der See, der selbst über die komplette Fläche nur „Stehtiefe“ hat, wird zum tosenden, wellenschlagenden Ungeheuer.

Aber schon der nächste Tag hält, was der Sommer verspricht und es wird wieder sonnig und immer heißer und heißer. Wir verlängern glatt nochmal um einen weiteren Tag und machen: Nix. Einfach mal Nix. Nur Sonne, schwimmen und faulenzen. Fotos von uns können wir hier leider nicht zeigen. FKK – ihr versteht schon. 😉

Nach vier Tagen heißt es wieder zusammen packen, Vorräte auffrischen und einkaufen. Unsere Tour führt See entlang in Richtung unserem dritten Reiseland: Kroatien. Hier gilt es mal zu erwähnen, dass wir ja auf unseren Reisen auch gerne die Weine der jeweiligen Region versuchen. Ungarn war bislang noch nicht dabei, aber der Wein, der gerade in dieser Gegend fleißig wächst, hat uns herorragend gemundet.

An der ungarisch/kroatischen Grenze angekommen gilt es, nicht nur eine wiederum neue Währung zu verinnerlichen, sondern auch eine ganz normale Grenze mitsamt Passkontrolle zu überwinden – nach alter Sitte. Total ungewohnt. Auf dieser Reise lernen wir mal wieder deutlich zu schätzen, wie schön doch ein vereintes Europa mit der gleichen Währung und offenen Grenzen ist. Die Ungarn schützen ihre Grenze wie wir ja alle leider wissen, ganz besonders … so sehen wir seit langem mal wieder Stacheldrahtzäune am Ufer und einem Brückengeländer rund um den Grenzübergang …

Bereits kurz nach Überschreitung der Grenze fällt uns unabhängig voneinander auf, dass uns das erfahrene Land Ungarn sowie seine Menschen nicht besonders freundlich oder zugänglich erschienen. Eher reserviert. Ganz anders Kroatien. Sogleich lächeln uns Menschen zu, ist die Landschaft freundlich und die Häuser und Gärten liebevoll gepflegt. Alles fügt sich ohne Zäune in die ohnehin grüne, hügelige, zeitweise sehr bewaldete, aber auch mit viel Landwirtschaft bestückte Landschaft.

Doch bevor wir uns in die Natur des Landes begeben entscheiden wir, auch die Hauptstadt zu besuchen. Irgendwie hätten wir sonst das Gefühl, uns keinen richtigen Eindruck verschafft zu haben. Stadt und Land ist ja wie überall, egal ob städtebaulich oder von den Menschen her, ziemlich unterschiedlich. Also: vor dem Besuch des Nationalparks und der Küstenlandschaften unbedingt erstmal auf nach Zagreb!

Nach einer ziemlich ermüdenden Suche in brütender Hitze nach einem Stellplatz (unbedingt in der Nähe einer Straßenbahn-Haltestelle in Richtung Zentrum!), die wir schon fast aufgegeben haben, finden wir noch das absolute Highlight an einem wirklich toll angelegten Sport-Gelände direkt am See. Auf dem Weg zur Straßenbahn sprechen wir eine Frau an, um nochmal sicher zu gehen, dass wir richtig sind und es stellt sich raus, dass sie lange in Stuttgart gelebt hat. Es war eine so nette Begegnung, sie hat sich gefreut, dass wir uns für „ihr“ Zagreb interessieren und wir haben uns gefreut, jemanden angesprochen zu haben, der perfekt deutsch spricht.

Es waren ein paar Minuten zu Fuß, dann eine halbe Stunde Straßenbahn – schon stehen wir mitten im Zentrum von Zagreb.

Wir sind überrascht von einer sehr jugendlichen Stadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und einer romantischen Altstadt. Wir erfahren, dass sich Zagreb aus zwei mittelalterlichen Siedlungen auf zwei benachbarten Hügeln entwickelt haben soll. Ah so! Jetzt ist uns klar, dass sich die Straßen in die eine sowie die andere Seite nach oben schlängeln. Sogar eine kleine Bergbahn gibt es. Wir laufen natürlich und entdecken auf diese Weise gleich eine wunderschöne Kirche, tolle Gebäude und kleine, verwinkelte Gässchen mit einer unendlichen Anzahl von Kneipen. Essen gehen ist hier kein Problem.

Was uns auffällt ist eine große Graffiti-Kultur, die sicher ihren Ursprung in einem mal hier stattgefundenen Wettbewerb hat. Aber so genau haben wir uns noch nicht informiert. Sie findet sich überall in der Stadt.

Ganz oben angelangt finden wir ein Museum, über das wir gelesen haben. Wir glauben, dass es das einzige seiner Art auf der ganzen Welt ist: das Museum der zerbrochenen Beziehungen. Es ist mit lauter Erinnerungsstücken aus zerbrochenen Lieben bestückt. Zum Glück haben wir dem nichts beizusteuern, deshalb gehen wir ganz schnell weiter …

… und kommen zur Markuskirche, deren berühmtes buntes Dach in der Sonne glitzert. Ganz besonders sind die beiden eingefügten Wappen, eines für die Stadt Zagreb und eines, wie ich gelesen habe, für das ehemalige Königreich.

Es war in jedem Fall ein sehr interessanter Besuch, den wir mit einem Essen in der Altstadt beendeten! Jetzt geht’s auf in die Natur – zu den Plitvicer Seen.

Es freuen sich riesig über eure rege Begleitung in jedweder Form und grüßen euch ganz herzlich, eure Weltenbummler Barbara und Paul

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Buda und Pest – gemeinsam mächtig eindrucksvoll

Schon allein die Trennung von Buda und Pest durch die Donau mit den völlig unterschiedlichen Brücken, den in der Sonne blitzenden Kreuzfahrtschiffen und Motorbooten, ist optisch wunderschön, Dann der Blick auf die riesige Burganlage in Buda … jetzt komme ich schon ins Schwärmen.

Aber bevor wir überhaupt in die Stadt kamen, haben wir unterwegs noch eine kleine, aber feine Flußüberquerung erlebt, die die Fährmänner extra nur für zwei Wohnmobile gemacht haben. Die Fotos möchten wir euch nicht vorenthalten.

Donauüberquerung auf dem Weg nach Budapest

Hier der erste Eindruck der herrlichen Kettenbrücke …

Kettenbrücke

Wir waren sehr gespannt, wie unser Eindruck im direkten Vergleich zu Wien ausfallen wird – und nehme es auch gleich vorweg: monumental! Auch wenn die Stadt, sobald man in die Außenbereiche kommt, (noch) nicht so gepflegt und restauriert wie Wien ist oder die Fassaden der Altstadt-Gebäude in der Nebenstraße im trüben schwarz belassen oder nur Teilfassaden restauriert hat, wirkt sie unglaublich beeindruckend auf uns. Auch ein kurzer, angenehmer Regenschauer tut dem keinen Abbruch.

Ist der Unterschied nicht enorm?

Unser Roller fand seinen Parkplatz direkt an der Kettenbrücke, sodass auch in Budapest der Dom zu unserem ersten Ziel wurde. Allein schon die kerzengerade Straße auf den Dom zuzulaufen war ein erhebendes Gefühl. Dies sind die Eindrücke, die uns antreiben, die Welt zu erkunden. Was für ein Moment vor einem solchen Gebäude zu stehen, darüber nachzudenken, wie viele Menschen daran gebaut, sich verwirklicht, aber auch erschöpft und ihr Leben gelassen haben.

Stephans Basilika

Natürlich möchten wir auch hier die Oper (diesmal von außen) besuchen und machen uns, bei den uns übrigens schon von Anfang an stetig begleitenden heißen Temperaturen auf den Weg durch die Altstadtgassen, die uns zufälligerweise direkt durchs jüdische Viertel führen. Ein solch interessantes Leben und Treiben, Kunst und Kultur, Szene-Kneipen ohne Ende und wir sind total happy, das entdeckt zu haben. Im Nachhinein haben wir von dir Gabi, davon erfahren, dass es auch Führungen gibt, aber da waren wir schon „durch“. Hab vielen Dank!!

Hier wird man in der Badewanne bedient …

Apropos Dank! Wir möchten uns unbedingt mal für die vielen kreativen, netten und hilfreichen Kommentare und  Gästebucheinträge bedanken, in der Hoffnung, es werden sicher noch mehr. Wir freuen uns sehr, dass ihr uns so aufmerksam begleitet und mit guten Tipps versorgt! DANKE!

Auf unserem Gang durch die Seitenstraßen fallen uns immer wieder die Innenhöfe auf.

An der Oper angelangt wurden wir dahingehend enttäuscht, dass sie gerade verhüllt war. Nein, nicht von Christo, sondern vom Bauunternehmer, der sie restaurieren soll. Na gut, der Weg ist das Ziel, so bewundern wir weiter die Gebäude um uns herum und im Besonderen die große Synagoge, die uns, gleich der Oper, teilweise verhüllt gegenübersteht. Man sieht, hier wird viel getan.

Am nächsten Tag „besteigen“ wir den Gellértberg, der sich 140m über der Donau erhebt und einen wunderschönen Ausblick über die Stadt bietet. Das dort stehende Freiheitsdenkmal zeigt eine die Freiheit symbolisierende 14m hohe Frauengestalt, in den Händen einen Palmenzweig für Sieg und Frieden.

Den Burgberg – immerhin 180m hoch, ‚erklimmen‘ wir nun lieber mit dem Roller. Die Burg entstand im 13. Jahrhundert und war in der Folge immer wieder schwer umkämpft. Für uns interessant war der Einfall der Türken im Jahr 1541, die über 150 Jahre lang die Herrschaft behielten. Und das hat offensichtliche Spuren hinterlassen. Nein, sie waren keine Zerstörer, im Gegenteil. Sie haben die Stadt weiter aufgebaut und mit der herrlichen Bäderkultur ihr ewiges Erbe hinterlassen. Heute beherbergt Budapest eine Menge Kurbäder. Aber dazu später mehr. Jetzt erstmal unsere Eindrücke vom Burgberg:

Wir laufen ein Stück durch diese besondere Burganlage, die sich über eine Entfernung von 1,5km erstreckt. An der breitesten Stelle ist sie 500m breit. Sie ist aufgebaut wie eine kleine Altstadt. Mit Wohnanlagen, Geschäften, einer Kirche und eben der Burg mit seinen dicken Mauern, die sicher viele Geschichten ihrer stetigen Eroberungen erzählen könnten. Die Kirche war übrigens Krönungskirche und unter den Türken fand sie ihre Verwendung als Moschee.

Matthiaskirche auf dem Burgberg

Der Blick auf das imposante Bauwerk des Parlaments ist am besten von Buda aus, steht man nämlich direkt davor, kann man es in seinen Ausmaßen gar nicht erfassen.

Unser letzter Tag führte uns in das Stadtwäldchen mit seinem großen Széchenyi-Heilbad. Was heißt führte uns. Paul fuhr uns. Und wie! Es sei hier mal erwähnt, dass sich in Budapest die Roller-Erfahrungen aus unserem früheren Italien-Urlaub mehr als bewährt haben. 😉

Die Ungarn fahren, hm, sagen wir, spontan. Das Blinken zum Beispiel zeigt nicht an, dass sie links oder rechts fahren möchten, sondern dass sie links oder rechts fahren. Zusätzlich tun sich auf den Straßen noch relativ viele Schlaglöcher von teilweise beeindruckender Größe auf, die es auch zu beachten gilt. Erschwerend ist dann noch der Verkehr. Die ganze Innen-Stadt ist ein einziger Stau. Egal wohin man fährt. So schlängelt sich Paul um die Autoschlangen, beachtet mehr oder weniger Verkehrsregeln, nutzt wie auch die Einheimischen die Bus- und Fahrradspuren, achtet auf die Schlaglöcher und ob gerade jemand den Blinker setzt und wir navigieren uns gemeinsam sehr spontan nach Karten und Smartphone durch die Stadt . Puuhhh. Das ist anstrengend, aber natürlich genial, dadurch haben wir enorm viel gesehen und erlebt.

Aber zurück zum Stadtwäldchen, dem Heilbad und dem berühmte Heldenplatz mit seinem Milleniumsdenkmal. Das großzügige Stadtwäldchen war ehemals ein Sumpfgebiet und außerdem ein Jagdgebiet des Königs. Es wurde von Maria Theresia während ihrer Regierungszeit ausgetrocknet und Bäume wurden angepflanzt. Im 19. Jahrhundert legte man eine Art von englischem Park an. Ein herrliches Ziel für die Einheimischen bei den derzeit tropischen Temperaturen.

Heldenplatz
Heilbad im Stadtwäldchen

Budapest rühmt sich der ältesten Metro Europas. Die Milleniums-Metro mit ihren nicht sehr tiefen, aber sehenswerten Stationen soll die älteste Metro Europas sein (1896).

Den Abschluss unserer Stadttour bildet die riesige Markthalle und die Einkaufsmeile.

Markthalle
Echt ungarische Paprika

Wir sind erschöpft und haben müde Füße vom vielen Laufen. So entscheiden wir uns für ein paar Stündchen im Thermalbad. Die großen sind sündhaft teuer und haben viele verschiedene Angebote, da könnten wir einen ganzen Tag verbringen. Auch müssen wir wieder Hin- und Rückfahrt einrechnen, das wird uns zu viel. So entscheiden wir uns für ein nahe unserem Campingplatz gelegenes, fußläufig zu erreichendes Thermalbad, in das die Einheimischen gehen. Es ist zwar optisch nicht sehr ansprechend, aber es hat ja das gleiche Wasser und darum geht’s uns. Und ist ja viel interessanter als ein Spaßbad. Hier eine Ansicht des Eingangs und dann die gegenüberliegende Straßenseite …

„Unser“ Thermalbad
… und das ist die gegenüberliegende Straßenseite …

Wir genießen das warme Wasser, ein kurzes Pläuschchen mit einem jungen Ungarn, der seine Schulkenntnisse in Deutsch an uns testen möchte – und fühlen uns anschließend rundum wohl.

Wir verabschieden uns von Budapest mit dem Blick von der Burg auf die Donau und den Stephansdom.

Jetzt können wir uns wieder aufmachen zu neuen Ufern – im wahren Wortsinn, nämlich dem Balaton.

Bis dahin grüßen euch eure Weltenbummler

Barbara und Paul

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Wien – die kaiserliche Stadt mit dem gleichnamigen Wetter

Heute starten wir unsere Sightseeing-Tour durch Wien – bei strahlendem Sonnenschein. Mit dem Roller machen wir uns auf den Weg über die Donau mitten hinein ins Großstadt-Gewühl. Der Stephansdom, schon seit 1365 Domkirche, zeigt uns den Weg mitten in die Altstadt. Und er ist auch unser erstes Besichtigungsziel. Das gigantische gotische Gebäude türmt sich vor uns auf und sprengt die fotografischen Möglichkeiten. Ihn einmal komplett aufs Bild zu bekommen ist ohne spezielles Objektiv kaum möglich. Der höchste der 4 Türme ist 136,4 Meter hoch. Wir erfuhren, dass ab dem Zeitpunkt des Turmbaus im ehemaligen Österreich-Ungarn kein Turm höher gebaut werden durfte – und deshalb der Dom in Linz um zwei Meter niedriger gebaut wurde.

Stepahnsdom

Das Innere entstand ja schon im Mittelalter, dennoch wurde der Bau im Barock nochmal umfassend verändert.

Und nun beginnen wir unseren Fußmarsch in Richtung Hofburg, die uns sofort in die Zeit von Sissi und den Kaiser Franz Josef versetzt (… und Filmszenen tauchen vor uns auf – seufz J). Der riesige Palmgarten erinnert uns an die Orangerie im Schwetzinger Schloss, die Dimension ist eine andere.

Hofburg

Das Kunstmuseum Albertina ist optisch sehr interessant und wir nehmen gleich mal die Treppe hoch zum Außenbalkon, von dem aus man einen wunderbaren Blick hat – und, so ganz nebenbei, ein wenig Schatten zum kurz ausruhen. Es sind nämlich ungefähr 32 Grad. Da wir hier WLAN haben lesen wir gleich mal nach, was wir versäumen, wenn wir bei diesem tollen Sommerwetter nicht hinein gehen. Es beherbergt die bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt – und hat Ausstellungen das ganze Jahr hindurch. Gut, eine Alternative, sollte es die nächsten Tage regnen …

Das gleiche gilt für das Naturhistorische und das gegenüberliegende Kunsthistorische Museum. Was für Gebäude!

Naturhistorisches Museum
Kunsthistorisches Museum

Hier zeigen wir euch noch Fotos eines Universitätsgebäudes und des lustigen „Wiener Lustspielhaus“, was auch immer da gezeigt wird, das werden wir mal noch nachlesen.

Reizende, romantische kleine Lädchen finden wir genauso wie die ganz edlen Modehäuser der Welt, wo die Menschen anstehen, um persönlich durch die Geschäfte geführt zu werden. Wir haben uns fotografisch auf die kleinen Lädchen beschränkt.

Der Michaelerplatz vor der Hofburg mit seiner Ausgrabungsstätte ist ein ganz besonderer Ort. Dort stehen auch die vielen, berühmten Fiaker, die auf Kundschaft warten …

Michaelerplatz
Fiaker

Nun genießen wir den Rückweg durch die romantischen Gassen Wiens und fühlen uns in eine andere Welt versetzt. Wieder am Stephansdom angekommen entscheiden wir uns noch zu einer Lift-Fahrt auf den hohen Turm, da die Warteschlange gerade klein ist. Es hat sich jedenfalls gelohnt! Sagt selbst:

Unser „Roller-Ziel“ für den  zweiten Tag ist das Hundertwasser-Museum und die Kirche am Steinhof. Und ein Treffen mit, ja, wie soll ich diesen Verwandtschaftsgrad jetzt beschreiben, hm. Also die uns bislang noch nicht bekannte, zweite Ehefrau des Sohnes vom Sohn vom Sohn … hm, ich bekomme es einfach nicht hin. J Na, ihr kennt ja die verzwickten Verwandtschaftsverhältnisse meines lieben Paul. Sie werden immer verworrener. Aber nett war’s! Danke für Deine Gastfreundschaft, Uschi, den „kleinen Braunen“ und den Tipp fürs echte Wiener Schnitzel im Schloss Wilhelmine. Wir durften zwar nicht auf der Terrasse sitzen, weil an diesem Abend eine Hochzeitsgesellschaft alles belegt hatte, aber der Raum in der Bibliothek war auch nicht zu verachten und der Blick aus dem Fenster genial.


Leider hatten wir auf dem Weg vom Hundertwassermuseum zur so besonderen Kirche am Steinhof einen kleinen Zwischenfall mit unserem Roller. Aber erstmal ein paar Fotos vom Hundertwassermuseum …

… wir wunderten uns über die stetig schlechte Abgasluft beim Anhalten und dass wir schon wieder tanken mussten. Bei unserem Parkstopp zur Kirche stellte Paul fest, dass wir Benzin verloren. Uiuiuiuiuiiii – und das wohl schon die ganze Zeit … nun muss erstmal der Motor abkühlen. So machten wir uns auf den Weg durch ein Klinikgelände der psychiatrischen Klinik hinauf auf den Berg zur Kirche am Steinhof. Dies wiederum war ein Tipp von Moni (vielen Dank dafür!), es ist ein ganz besonderer Ort!

Etwas beunruhigt wegen unseres Rollers besichtigten wir leider das auf dem Klinikgelände vorhandene Museum über die Vorgänge der Euthanasie im dritten Reich nicht mehr und machten uns direkt auf den Weg nach unten.

Paul fand – welch ein Glück! – den Schaden sofort. Ein Loch im Benzinschlauch. Der Mann der Tat verlangte nach einem Messer! Ich bin sicher, dass es das erste Mal war, dass wir kein Schweizer Messer in der Tasche hatten. Ganz bestimmt! Ausgerechnet jetzt bräuchten wir es. Paul ging zum Portier des Klinikums und erhielt immerhin eine Schere. Schnipp, schnapp, ein Stück des Schlauches ging in die ewigen Jagdgründe ein und ein kleines Klämmerchen wurde um positioniert. Und das ganze nochmal fixiert – und jetzt ist er wie neu! Puuuhhh!!

Der nächste Tag war geprägt von unserem Highlight! So gerne wollten wir in die Wiener Staatsoper und haben gleich als Allererstes nach Karten für einen der drei geplanten Wien-Tage gefragt. Die Opern waren leider ausverkauft, aber für einen Ballettabend gab es noch zwei Karten auf der Galerie. Egal! Super! Die nehmen wir natürlich. So wird der Abend auch nicht so teuer.

Wir kochen uns noch ein kleines Mittagessen auf dem Campingplatz, fahren dann in die Stadt, laufen nochmal um den Stephansdom, in die Graben Einkaufsmeile, essen einen Apfelstrudel und eine Sachertorte (das musste sein, ebenso wie das Wiener Schnitzel). Weiter geht‘s zu der wunderschönen Rektoratskirche und der Karlskirche. Dann schlenderten wir voller Vorfreude zurück zur Oper, Paul machte noch ein paar Fotos von der berühmten Konditorei Sacher und dem Gebäude der Staatsoper.

Karlskirche
Konditorei Sacher


Dann aber!!! Eine Stunde vor Beginn öffnen sich die Türen und wir bummeln – nachdem wir unsere Motorrad-Helme an der Garderobe abgegeben haben (hi, hi, auf diesen Moment und die Blicke der Garderobiere habe ich mich schon seit Tagen gefreut!) durchs Foyer und die Räumlichkeiten bis nach gaaaanz oben auf die Galerie, quasi der fünfte Stock des beeindruckenden Gebäudes. Dennoch sind wir recht zufrieden mit unseren Plätzen und freuen uns einfach diebisch, dass es überhaupt geklappt hat. Nachdem wir auf kleinen, zugegebenermaßen unbeabsichtigten, Umwegen durch die Wiener Nacht wieder auf unserem Campingplatz gelandet waren, sind wir uns einig: dieser Abend war ein weiteres Highlight in unserem gemeinsamen Leben – und es hat uns übrigens motiviert, alle mal aufzuschreiben …

So, ihr Lieben, das waren unsere wunderschönen Tage in Wien – und so brechen wir nun zu unserem nächsten Abenteuer auf – und das heißt Ungarn! Erstes Ziel: Budapest.

Bis dahin grüßen euch eure Weltenbummler

Barbara und Paul

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