Schon wieder 3 Pässe, Pamplona und die Fiesta San Fermin

Hola liebe Blogfreunde,

es ist so schön, dass ihr bei unserer Tour dabei seid! Ich zeige euch jetzt mal, wie das aussieht, wenn ich „arbeite“.
05..15.07.17 CP in Ezcabarte-Pamplona (6)Bei Paul sieht das so aus:
06.. Paul bei der Arbeit IMG_1137 (2)Unser Leben spielt sich an manchen Tagen, bei der Überwindung größerer Entfernungen, tatsächlich komplett im Wohnmobil ab. Wir brauchen gar nicht auszusteigen. Es ist, als würdet ihr mit eurem Haus wegfahren und wieder nach Hause kommen. Morgens nach dem Frühstück spülen wir „in der Küche“ das Geschirr, dann drehen wir unsere Fahrersitze um und fahren los. Mittags suchen wir uns ein schönes Plätzchen und essen, meistens im Wohnmobil, weil es sonst vieeel zu lange dauert, bis die Stühle und der Tisch wieder aufgeräumt sind (O-Ton Paul ;-), dann setzen wir uns wieder ans Steuer und fahren bis zum Kaffee trinken und danach bis zum Abendessen. Zwischendurch halten wir an den besonders tollen Ausblicken und steigen mal kurz aus, um Luft zu holen. Meistens aber findet zu irgendeinem Zeitpunkt eine kurze Besichtigung oder ein Einkauf statt. Und wenn wir dann an einem unserer Wunschziele sind, verlassen wir unser rollendes Haus natürlich auch mal für längere Zeit. Zum Wandern, oder mit dem Roller oder aber zur Stadtbesichtigung. Aber jetzt habe ich mich richtig verplaudert. Zurück zum Thema.
Wir hatten ja jetzt die drei Pässe zu überwinden (ihr erinnert euch?) und taten das in zwar herrlicher Landschaft, leider aber bei nicht so gutem Wetter. Vielleicht wundert ihr euch ja, dass wir so viele Passstraßen fahren, aber wenn ihr Pauls Geheimnis der Routenplanung erfahrt, wird einiges klarer: er hat die Tour in weiten Teiilen aus der Motorrad-Karte des ADAC übernommen … ich muss nichts hinzufügen??

Eine Übernachtung hatten wir in Larrau – und dort auch eine nette Begegnung.
04..In Larrau Übernachtung am 13.07.17 IMG_0840 (17) 04..In Larrau Übernachtung am 13.07.17 IMG_0840 (18)Wir liefen eine Runde durch das reizvolle Örtchen, kaum ein Mensch auf der Straße und erkundeten, wo die nächste Boulangerie ist, damit wir am nächsten Morgen ein Baguette kaufen können. Weit und breit nichts zu sehen, da finden wir eine Bäuerin, die auf dem Feld vor ihrem Haus arbeitet und sprechen sie an. Sie zögert einen Moment, dann wirft sie ihren Rechen hin und sagt, dass sie mit uns kommt, um es uns zu zeigen. Ich erkläre ihr, dass wir Deutsche sind und habe mich entschuldigt, dass wir nicht so gut französisch sprechen, da strahlt sie uns an und sagt: „pour moi c’est égal, Alemagne, Francais ou autres, pur moi nous sommes tous gens!!“ (Für mich ist es egal ob Deutsche, Franzosen oder andere, für mich sind wir alle Menschen!!) Wie schön und einfach sie das gesagt hat.
Am nächsten Morgen hingen die Wolken tief und es regnete sogar ab und zu. Nur zur Erinnerung: wir befinden uns gerade auf der französischen Seite. Wir schlängelten uns zum Pass ‚Puerte de Larrau‘ (1573m) hoch, mussten durch einen Tunnel durch und … trauten unseren Augen kaum: hier war der Pass, die spanische Grenze, und … die Sonne! Strahlend blauer Himmel in Spanien, wir konnten es kaum glauben. Und noch obendrauf hatten wir das gleiche Phänomen wie am Tafelberg in Südafrika. Die Wolken rollten sich über das Gebirge und lösten sich sofort wieder auf. Es sieht aus, als käme eine unendliche Wolkenwalze über den Berg. Es gibt Naturschauspiele … unglaublich schön.
01..Zum Col du Soulor 1474 Meter IMG_0812 (2) 02..Auf dem Col dÀubisque 1709 Meter IMG_0834 (12)01...Auf dem Puerto de Larau 1573 Meter IMG_0852 (11) 02a...Unterwegs nach Pamplona IMG_0882 (3)Diese Gebirgsgegenden und –dörfchen sind sowas von reizvoll und Ruhe ausstrahlend, wir müssen es uns immer wieder gegenseitig versichern. Beschreiben können wir das gar nicht so richtig, wir versuchen es ja immer wieder mit Fotos, aber selbst das ist nur die Hälfte der Schönheit.

02...Ezca`roz IMG_0873 (1)Auch die dort fast frei laufenden Kühe, Pferde und Schafherden, die uns immer wieder begegnen, wir kommen uns vor, wie in einer anderen Welt. Gut, wir sind in einer anderen Welt.
01...Auf dem Puerto de Larau 1573 Meter IMG_0852 (4) 02..Auf dem Col dÀubisque 1709 Meter IMG_0834 (3) 02..Auf dem Col dÀubisque 1709 Meter IMG_0834 (17)Natürlich hat sich wiederum ein ‚für-unseren-Enkelsohn-Foto‘ ergeben. Josa, sind die nicht süß? Und siehst du die große Glocke um ihren Hals?
02..Auf dem Col dÀubisque 1709 Meter IMG_0834 (8)Schon bald kommen wir in der Nähe von Pamplona auf einem Campingplatz an. Die Dame an der Rezeption erzählt sofort begeistert vom Fiesta ‚San Femin‘, es sei heute der letzte Tag und es wird auf allen Straßen gefeiert! Da müsst ihr hin! Wir hatten schon davon gelesen, da findet auch ‚Encierros‘, der berühmte Lauf mit den Stieren statt. Eine 825m lange Strecke, durch Pamplonas Straßen. Dieser ist allerdings sehr früh am Morgen, sodass wir davon nichts mehr mitbekommen werden. Aber das ist vielleicht auch sicherer so.
Jedenfalls holen wir sofort den Roller aus seiner „Garage“ und schon sind wir wieder unterwegs: auf geht’s nach Pamplona! Fiesta! Fiesta!
03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (75)03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (31)Was uns begeistert ist, dass sich alle Menschen zu diesem Fest in weiß kleiden und ein rotes Halstuch, manche auch eine rote Schärpe um die Hüften tragen. Vom kleinsten Kind bis zum ältesten Familienmitglied – einfach alle! Es sieht unglaublich schön aus. Also kaufen wir uns zuallererst mal ein rotes Halstuch an einem der vielen Stände.

03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (52)So, jetzt passen wir hier besser dazu. Und dann ziehen wir los, genießen die Menschen, die Musik und die Stadt.
03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (5) 03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (10) 03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (14) 03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (15)03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (39)Nachdem der Umzug an uns vorbei gezogen war, laufen wir noch durch die Straßen und kommen in ein altes Studentenviertel. Auch hier ist einiges los. Wir finden eine kleine Kneipe und bestellen leckere „Calamares con pimientos …„ im Stehen. Der Wirt war gut drauf (kein Wunder, nach einer Woche feiern und Alkohol) und hat uns gleich noch eine Portion spanisches Nationalgericht, Kartoffeln mit Knoblauchsoße, dazu spendiert. Wir hatten echt Spaß – und die Menschen um uns herum auch!

03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (57) 03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (69)Anschließend drehten wir noch eine runde um die Kathedrale und dann hatten wir genug und rollerten wieder zurück. Es war ein tolles Erlebnis!
03...Pamplona, San Fermin Fest 14.07.17 IMG_0964 (61)Am nächsten Tag, es war nun Samstag, fuhren wir nochmals in die Stadt, um unsere „normale“ Besichtigungstour zu machen. Es war so lustig. Kein Mensch auf der Straße, fast alle Läden geschlossen, wie eine Geisterstadt. Die paar Leute, die noch unterwegs waren, waren Touristen wie wir. Erst gegen Abend kam wieder ein wenig Leben in die Stadt.

04...15.07.17 Pamplona (60) 04...15.07.17 Pamplona (59) 04...15.07.17 Pamplona (55)04...15.07.17 Pamplona (73) 04...15.07.17 Pamplona (78) 04...15.07.17 Pamplona (91) 04...15.07.17 Pamplona (96)Das war wieder viel auf einmal, gell? Aber ist das nicht toll? Wir freuen uns an jedem Tag, an jeder Stelle dieser Reise – und starten morgen nach Bilbao. Wir sind gespannt, wie uns die Stadt gefällt. Vor vielen Jahren, wahrscheinlich mindestens vor zwanzig Jahren, sind wir mal durchgefahren. Damals noch mit unserem alten Postbus, kennt den noch jemand von euch? Er ist maximal 70km/h gefahren und Alexander (unser Sohn) musste auf einem Gestell auf dem Lenkrad schlafen, aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt reisen wir ja komfortabel!
Herzliche Grüße von euren Weltenbummlern
Barbara & Paul

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Die Tour de France zwar knapp verpasst, aber außergewöhnliche Gebirgswelt genossen

Liebe Weltenbummler-Verfolger,

wie im letzten Bericht beschrieben, fuhren wir noch von Espot nach Vielha, über den Pass Puerto de la Bonaigua (2072m) wo wir eine Nacht auf einem Stellplatz übernachteten.Hier trafen wir auch auf die ersten Pferde – es sollten noch viele mehr werden.

00.Von Espot nach Vielha in Spanien IMG_0622 (31) 00.Von Espot nach Vielha in Spanien IMG_0622 (32) 00.Von Espot nach Vielha in Spanien IMG_0622 (33) 00.Von Espot nach Vielha in Spanien IMG_0622 (34)Am nächsten Tag erwarteten uns eine 3-Pässe-Tour von Vielha aus, wo wir uns übrigens wieder von Spanien nach Frankreich bewegen. Die ständigen Grenzüberwindungen sind auch ein ganz spezieller Punkt dieser Reise. Wir fahren über Bagneres-du-Luchon nach Gavarnie, unserem heutigen Ziel, ebenfalls einem herausragenden Ort mit vielen Möglichkeiten zum Wandern. Aber von vorne.

Gegen Mittag, wir haben Bagneres-du-Luchon gerade verlassen, entscheiden wir uns, bald Mittag zu machen, da uns diese Gegend auch besonders reizvoll erschien und die Pause dann umso erholsamer wird.

1..Am Col de Peyresoùrde, warten auf Tour de France IMG_0644 (13)Jedoch, obwohl wir die ganze Tour nur wenige Wohnmobile gesehen hatten, war jedes noch so kleine Plätzchen plötzlich bereits von Wohnmobilen besetzt, die Tische und Stühle eng an der Straße platziert. Komisch. Nun, zugegeben, es dauerte, aber nur kurz, und dann realisierten wir, dass hier die Tour de France vorbei kommen muss. Als wir fast am Col de Peyresóurde (1569m) waren, wurde die Partystimmung immer deutlicher und wir fragten nach, wann die Super-Jungs hier vorbeikommen, da wir schon zu Hause daran dachten, wenn es zeitlich passt, irgendwo eine Bergetappe anzuschauen. Aber da sie erst in zwei Tagen vorbeikommen entscheiden wir uns dagegen, das wäre uns dann doch zu viel Zeitverlust. Die echten Fans reisen offensichtlich bereits viele Tage vorher an und schwenken bereits ihre Fahnen. Alle Plätze sind belegt. Kleine und große Gruppen, mit Fahnen und Schildern bestückt, der Grill angeworfen und Bier und Wein in Massen. Wir genossen die Atmosphäre und es gab genug „Fast-Profis“, die uns die Strecke vorfuhren.
1..Am Col de Peyresoùrde, warten auf Tour de France IMG_0644 (3) 1..Am Col de Peyresoùrde, warten auf Tour de France IMG_0644 (8) 1..Am Col de Peyresoùrde, warten auf Tour de France IMG_0644 (9) 1..Am Col de Peyresoùrde, warten auf Tour de France IMG_0644 (11) 1..Am Col de Peyresoùrde, warten auf Tour de France IMG_0644 (19)

An dieser Stelle geht ein Gruß an Monika R., an die wir hier besonders denken. Liebe Monika, solltet ihr vorhaben, eine Pyrenäen-Tour mit dem Fahrrad zu machen, wir haben einige tolle Pass-Routen für euch, es muss nicht unbedingt die Tour de France-Etappe sein…

Unser Ziel Gavarnie, einem von Dreitausendern umgebenen Talkessel, vor Augen, fuhren wir vom Col de vergnügt weiter zum Col d’Aspin (1489) …

2..Am Col dÀspin IMG_0645 (2)Dann über den Col Tourmalet (2115m) …

3..Am Col Du Tourmalet 2115 Meter hoch IMG_0657 (1) 3..Am Col Du Tourmalet 2115 Meter hoch IMG_0657 (2) 3..Am Col Du Tourmalet 2115 Meter hoch IMG_0657 (7)… ins Wanderparadies Gavarnie.

Am nächsten Morgen packten wir die Ausrüstung für den Tag und informierten uns über die Touren. Wir entschieden uns für die Wanderung zum längsten Wasserfall Europas, dem Grande Cascade auf 1789m (420m hoch), und dann über einen hochalpinen Weg zurück zum Ausgangspunkt. Es sollte eine perfekte Entscheidung sein.
Auf dem Weg zum Wasserfall entdeckten wir auch noch einen idyllisch gelegenen Campingplatz, auf dem wir spontan für den Abend buchten (die vergangene Nacht standen wir einfach auf dem Parkplatz). Dieses Fleckchen Erde mit Blick auf die Berge – und sogar einem Stück des Wasserfalls – und das bei strahlendem Sonnenschein. Perfekt!

4..In Gavarnie 11.07.17 IMG_0674 (12) 4..In Gavarnie 12.07.17 IMG_0676Die Wanderung war einfach nur herrlich! Gutes Wetter, gute Aussicht und gute Laune. Der Weg wurde immer alpiner, je höher wir kamen und kurz vor dem Wasserfall entdeckten wir auch noch Schneefelder.
5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (3) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (9) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (11) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (21) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (26)

5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (38) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (50) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (53) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (61) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (70)Der Rückweg gestaltete sich ein wenig schwieriger, war ja auch als „diffusil“ beschrieben. Man musste schon trittsicher sein. Der Weg steil bergauf und schmal, über Steine, unter überhängenden Felsen durch, an steilen, ungesicherten Abhängen entlang, über Gebirgsbäche und zum Schluss kurz, dafür steil bergab. Und die Natur!!! Herrlich. So sind es eben auch wieder viele Fotos geworden.
5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (72) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (73) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (76) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (80) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (86) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (90) 5.. Tour bis Grande Cascade 1789 m u.Chemin des Espugues IMG_0790 (102)Am Abend genossen wir nicht nur unseren wunderschönen Campingplatz am Fuße dieser größten Ansammlung Dreitausender in den Pyrenäen, sondern auch das eine oder andere Gläschen Wein. So schliefen wir trotz tosendem, parallel fließendem Gebirgsfluss, recht gut.
6.. Campingplatz in Gavarnie 12.07.17 IMG_0804 (2) 6.Blick vom CP zur Cascade 21.27Uhr IMG_0805
Am nächsten Morgen wiederum machen wir uns schon wieder auf den Weg – die nächsten 3 Pässe erwarten uns! Langsam müssen wir mal anfangen, die Pässe zu zählen.

Bis dahin grüßen euch eure ausgesprochen zufriedenen Weltenbummler

Barbara & Paul

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Von Andorra nach Espot – und wie Paul doch noch im Gewitter wandern musste …

Liebe Freunde unseres Blogs,

zuallererst haben wir heute eine Bitte an euch: lasst euch mit euren Gästebucheinträgen nicht von den immer wieder auftauchenden Spam-Einträgen abhalten! Sobald wir Internet haben, löschen wir diese unangenehmen Einträge – und eure freuen uns dann umso mehr! Dankeschön!
Nun zu unserer Tour: Nach einer weiteren Übernachtung erreichten wir, übrigens bereits zum dritten Mal auf unseren Reisen, Andorra. Bislang durchquerten wir es nur – und das jedes Mal bei ziemlich schlechtem Wetter. Einmal war purer Nebel und wir sahen … einfach nix. Ein anderes Mal war pures Schneegestöber auf dem Pass und wir hatten Bedenken, mit dem Wohnmobil überhaupt weiter zu kommen.
Dieses Mal war es endlich besser, als wollte es uns sagen, jetzt habt ihr es euch verdient. Wir überquerten den ‚El Pas de Casa‘ (2050m) bei (relativ) freier Sicht und erlebten dann eine sonnige Fahrt bis zur Hauptstadt Andorra la Vella. Ein für uns günstig gelegener Campingplatz fand sich an den Hängen des Flusses Valira, der mitten durch die Hauptstadt fließt.

01.07.07.17 Auf dem EL Pas de Casa 2050 Meter, von F nach Andorra IMG_0465 (20) 01.07.07.17 Auf dem EL Pas de Casa 2050 Meter, von F nach Andorra IMG_0465 (21)02...08.07.17 CP Andorra la Vella die Hauptstadt von AndorraIMG_0487 (6)Nach einer kurzen Mittagspause und einer (bei der Hitze nötigen) Dusche, packten wir den Motorroller aus und schwangen uns auf in die Stadt. Sie ist, sagen wir, interessant, aber nicht sonderlich attraktiv. Die Menschen sehr verschlossen und die Häuser, nicht nur in der Altstadt, sondern im ganzen Land, dunkel. Aber man muss es einfach mal erlebt haben.

02...08.07.17 Andorra la Vella die Hauptstadt von AndorraIMG_0487 (9)02...08.07.17 Andorra la Vella die Hauptstadt von AndorraIMG_0487 (10) 02...08.07.17 Andorra la Vella die Hauptstadt von AndorraIMG_0487 (11)
Für den nächsten Tag nehmen wir uns eine Rundtour mit dem Roller durchs Gebirge nach Canillo vor, damit wir auch mal ein paar Gebirgsdörfchen und die Gegend kennen lernen. Eine Wanderung wollten wir auch noch machen. Nachdem es leider bis zum Nachmittag geregnet hatte, entschlossen wir uns spät, die Tour doch noch zu machen, damit wir bei dem Wetter doch schon am nächsten Tag weiter fahren können – die geplante Wandertour fiel dem Regen zum Opfer.
3...08.07.17 Rollertour nach Canillo 1526Meter hoch IMG_0511 (10) 3...08.07.17 Rollertour nach Canillo 1526Meter hoch IMG_0511 (11) 3...08.07.17 Rollertour nach Canillo 1526Meter hoch IMG_0511 (12) 3...08.07.17 Rollertour nach Canillo 1526Meter hoch IMG_0511 (13)3...08.07.17 Rollertour nach Canillo 1526Meter hoch IMG_0511 (8)3...08.07.17 Rollertour nach Canillo 1526Meter hoch IMG_0511 (9)Und zum Abschluss noch ein Bier in Andorra Stadt …

3...08.07.17 Rollertour nach Canillo 1526Meter hoch IMG_0511 (7)
Nicht ungern verließen wir Andorra in Richtung spanische Pyrenäen. Dort hatte sich Paul bereits ein kleines Örtchen namens Espot ‚ausgeguckt‘, von dem aus es viele Wandermöglichkeiten gibt. Die Strecke ist schon landschaftlich genussvoll. Und bei den Schafherden denken wir natürlich sofort an unseren süßen kleinen Enkel (Josa! Wie macht das Schaf? :-))

04... 09.07.17 Unterwegs von Andorra nach Espot im NP IMG_0512 (6) 04... 09.07.17 Unterwegs von Andorra nach Espot im NP IMG_0512 (7) 04... 09.07.17 Unterwegs von Andorra nach Espot im NP IMG_0512 (8)Wir finden ein ausgesprochen nettes Gebirgsdörfchen vor, in dem es vor Wanderern nur so wimmelt. Es kommt uns vor wie ein Basecamp im Himalaya. Na ja, sagen wir, nicht so hoch und mit nicht so vielen Zelten … na ja, und die Ausrüstung der Menschen passt auch in einen normalen Rucksack. Aber die Athmospäre ist toll! Und so freuen wir uns schon riesig auf den nächsten Morgen!

05...09.07.17 Espot am NP IMG_0543 (2) 05...09.07.17 Espot am NP IMG_0543 (3) 05...09.07.17 Espot am NP IMG_0543 (4) 05...09.07.17 Espot am NP IMG_0543 (5) 05...09.07.17 Espot am NP IMG_0543 (6)Und nachdem wir uns von dem hier so guten Lammfleisch gekauft haben, geniessen wir ein  leckeres Abendessen …

05...09.07.17 Espot am NP IMG_0543 (1)Mitten in der Nacht wachen wir von einem Höllenlärm auf – Regen prasselt auf unser Dach wie er nur prasseln kann. Und Blitze erhellen das Wohnmobil im Sekundentakt. Den Donner hören wir vor lauter Prasseln gar nicht. Wir schauen uns nur an: ob das mit der Wanderung morgen was wird?
Am nächsten Morgen war die „Dichtigkeitsprüfung“ des Wohnmobiles positiv ausgefallen (kein Wassereinbruch), das Wetter allerdings sehr unsicher und wir überlegten hin und her … doch dann entschieden wir: wir gehen. Nochmal auf eine Wanderung verzichten? Und diesmal auf eine ganz besondere? Nein, wir lassen uns doch von so einem bisschen Regen nicht den Plan verhageln (wobei dieses Wort noch seine besondere Bedeutung bekommen sollte …)!
Der ideale Start für die vielen Wandermöglichkeiten liegt an einem Stausee. Bis dorthin sind es bereits 12km, die es auf ziemlich langweiliger Strecke zu überwinden gilt. Doch dafür hat das clevere Gebirgsvölkchen eine gute Idee parat: es werden „Taxis“ angeboten. Man kann sich ein Ticket für den Transport mit Jeeps kaufen. Die fahren stündlich hin und zurück. Perfekt. Das machen wir. So können wir unsere Kräfte für die Gebirgswelt sparen und noch eine ‚Offroad-Jeep-Tour‘ machen.
Die Wanderung hat sich echt gelohnt! Schon der Beginn am Stausee, der Weg entlang des Gebirgsbaches und dann der Wasserfall! Nach den üppigen Regenfällen in der Nacht schwoll alles nochmal an.
06... 10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (22) 06... 10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (23) 06... 10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (24) 07...10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (69) 07...10.07.17 Espot, Caskade de Rater im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (62) 07...10.07.17 Espot, Caskade de Rater im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (63) 07...10.07.17 Espot, Caskade de Rater im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (64) 07...10.07.17Espot,Caskade de Ratera, im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (21) 07...10.07.17Espot,Caskade de Ratera, im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (22) Plötzlich wurden wir von Gewittern (ihr kennt das Thema für Paul? Jetzt kann er noch mehr Erfahrungsberichte hinzufügen …) und Hagelkörnern in der Größe zwischen Kirschkern und Kirsche überrascht (Paul meint, Tennisballgröße – aber ihr kennt ihn ja). Schnell suchten wir unsere Regenjacken raus – wir? Paul suchte und suchte, die Hagelkörner und Regentropfen wurden mehr und mehr … oh! Die muss er vergessen haben. Wie gut, dass er zumindest das 10m lange Seil, die Kletterhaken, die Notfalldecke und das Notfallmesser dabei hat! 😉
Wir haben jedenfalls unsere Köpfe ganz schön eingezogen und uns unter Felsen gestellt, damit die Hagelkörner nicht allzu schmerzhaft werden können! Bilder von den Unwettern gibt es ausnahmsweise nicht, da war Paul die Ausrüstung dann ausnahmsweise doch mehr Wert als das Foto, aber die Hagelkörner sind natürlich festgehalten:
10...10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung im Hagel IMG_0544 (83) 10...10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung im Hagel IMG_0544 (62)
Der restliche Aufstieg erfolgte dann ohne weitere Vorkommnisse und wir erreichten unser Ziel, den idyllischen, mit Gräsern umrandeten Gebirgssee.
08...10.07.17 Espot,Estany de Ratera im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (35)
Eigentlich hätten wir eine Rundweg-Wanderung draus machen können, aufgrund der dunklen Wolken um uns herum verzichteten wir jedoch und gingen dennoch zufrieden direkt zurück zum Jeep, um in dem idyllischen Örtchen Espot noch einen Cappuccino zu geniessen und noch eine kleine Wegstrecke mit dem Wohnmobil zurückzulegen.
09...10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (72) 10...10.07.17 Espot im Parc National dÀigüestortes Wanderung IMG_0544 (82)So fuhren wir noch bis Vielha, einem größeren alpinen Städtchen und übernachteten wiederum nur auf einem Parkplatz, denn uns reichte unser Wasser noch und Strom brauchten wir auch keinen an diesem Abend.

Wir schicken ganz herzliche Grüße von einer wunderbaren Reise durch die Bergwelt,

eure Weltenbummler Barbara & Paul

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