Die Hauptstadt – was braucht es der Worte mehr!

Wir freuen uns, dass ihr uns bereits vermisst habt. Einige verwunderte Chat-Nachrichten erreichten uns … was ist los? Schon eine Woche kein Blogbericht mehr?

Ja, glaubt ihr denn, wir haben Urlaub? 🙂 🙂 🙂

Es waren zu den nächsten Zielen längere Strecken zu fahren, aber auch die Temperaturen machten uns einen Strich durch die Rechnung. Es war fast 40 Grad heiß und so konnte ich unmöglich im Wohnmobil schreiben, ohne dass der Schweiss in Strömen in die Tastatur meines iPads laufen würde. Da wir nicht auf Campingplätze gingen, konnten wir aber auch nicht im Freien im Schatten arbeiten. So dauerte es nun ein wenig. Seht es uns nach!

Heute sind wir (soll ich’s verraten? Na gut!) bereits in Granada, da wir für morgen Tickets in der Alhambra haben. Man muss unbedingt vorbuchen, sonst bekommt man keine Eintrittskarten. Und so gab es nur dieses Zeitfenster für Sonntag, 13:30h. Das hat uns ein wenig unter Druck gesetzt. Und das bei der Hitze. Aber von vorn. Wo waren wir? Ach ja, in Salamanca mit neuem Ziel Madrid.

Also, so schön Salamanca auch ist – und davon konntet ihr euch ja bereits überzeugen – einen Tag Pause haben wir uns nun verdient. Pause heißt bei unseren Reisen ja auch immer ein klein wenig Arbeit mit dem Wohnmobil, das Schreiben der Berichte, einkaufen und dann muss man ja, frei nach Astrid Lindgren, „auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“

Nachdem ihr den Bericht von Salamanca bekommen habt und wir lange genug vor uns hingeschaut haben, ruft nun Madrid. Paul hat eine Fahrt-Route ausgesucht, die nur zur Hälfte Autobahn bedeutet, der Rest ist Landstraße, führt durch die Sierra de Gredos über einen Pass von ca. 1500m und was soll ich sagen: herrlich! Wiederum sind kaum Menschen unterwegs, die Straßen frei, das Fahren absolut entspannt und die stetige Aussicht auf weites, weites, weites Land. 

An dieser Stelle muss ich unbedingt erwähnen, wie freundlich und zugewandt die Menschen hier sind. Bereits die gesamte Reise haben wir nur absolut ausgeglichene und hilfsbereite Menschen getroffen. Im Straßenverkehr mehr als höflich, halten sie beispielsweise bereits, wenn man als Fußgänger nur in die Nähe eines Zebrastreifens kommt. Selbst mit dem Fahrrad wird man sofort vorgelassen. Alles in allem ein herzliches, angenehmes Miteinander, das uns beiden extrem positiv auffiel.

So auch in Madrid, unserem nächsten Ziel. Was für eine Stadt! Wir haben uns schon die ganze Zeit darauf gefreut und auch noch ein paar Tipps von meiner Nichte erhalten, die längere Zeit dort verbrachte. Und wir haben das auf den Punkt hinbekommen – einer der Tipps war nämlich der Rastro am Sonntag, wo ein Flohmarkt stattfindet mit Klamotten und allem was man eben eigentlich nicht braucht, aber unbedingt haben möchte. 😉

Passt für uns perfekt, denn Samstag Abend kamen wir auf dem Campingplatz an. So haben wir gleich am Sonntag morgen den Roller ausgepackt und sind, in der Annahme Sonntag ist ja eh zum erkunden erstmal nicht schlecht, da ruhig … direkt zum Rastro gerollert. Schon der Weg dorthin war nur über Umleitungen zu fahren, da auf dem Plaza Mayor und aussen herum eine Demo stattfand. Menschen über Menschen! Überall Polizeisperren und Staus. Endlich geschafft, aber was soll ich sagen! Menschen über Menschen! Der Markt ist wohl echt das Highlight.

Das ist durch Corona für uns so ungewohnt, dass wir gar nicht so lange schauen und erstmal in eine schöne kleine Eck-Kneipe gehen und essen.

Nun können wir das Leben, das an uns vorbeizieht so richtig genießen. Und das dörflich anmutende Viertel ‚La Latina’ gleich mit. Viele Tapasbars, viele junge Leute, Musik und Cafés. Und da der Plaza Mayor als Ziel für den Sonntag ausfällt, fahren wir hinaus zum Teleférico, einer kleinen Gondelbahn, die über das Tal des Rio Manzanares bis weit in den Park Casa de Campo ‚schaukelt‘. Auf der Rückfahrt bietet sich eine sehenswerte Madrider Skyline.

Nun haben wir noch ein paar Fotos am Plaza Puerta de Cibeles gemacht, leider war am Plaza der Sol eine Baustelle, sodass wir weder Fotos, noch den ‚Kilometerstein 0’ fotografieren konnten. Das ist die Plakette des Ursprungs der Kilometrierung der Landstraßen. Hier beginnt die Kilometerzählung aller Nationalstraßen Spaniens. Ein Relikt aus der Zeit Francos. Und einer der schönsten Plätze Madrids, aber leider: Baustelle. Hier also der Plaza de Cibeles.

Am Montag war es dann kurioserweise echt leerer in der Stadt. So konnten wir gleich weiter in das Viertel Chueca laufen, ein Altstadtviertel, das sich in den letzten Jahren zu einem eleganten Viertel gemausert hat. Zwischen windschiefen Wohnhäusern und Krämerläden entstanden einige Bürobauten und gleich Apartments für besser Verdienende mit. Gleichermaßen siedelten die berühmten Modeschöpfer der Welt an und eröffneten Boutiquen. Aus meiner Shoppingtour wurde leider nichts, da wir offensichtlich viel zu früh unterwegs waren und das Viertel eher noch schlief. Es war ja erst 11:00h!!! Das Leben in Spanien beginnt echt spät. Nun, beim nächsten Besuch gehen wir jedenfalls am späten Nachmittag in dieses Viertel, Paul hat’s versprochen! 🙂

Heute müssen wir aber nun unbedingt zum berühmten Plaza Mayor, auf dem, als es noch keine Stierkampf-Arenen gab, sogar Stierkämpfe stattfanden. Unvorstellbar. Aber ebenso auch Heilig- und Seligsprechungen, ja sogar Ketzerverbrennungen. Meine Fantasie spinnt sich Schritt für Schritt ihre Geschichten …

Nun stärken wir uns erstmal mit ein paar Tapas in der nahe gelegenen Markthalle.

Nach dem Genuss unserer Tapas (das Foto oben ist kein Tapa! ;)), die wir nicht näher beschreiben können, die einfach nur lecker waren, laufen wir zum Königspalast, um dem König einen Besuch abzustatten. Mal schauen, ob er uns empfängt.

Und natürlich besichtigen wir auch die Kathedrale Nuestra Seniora de la Almudena, in der die Könige gekrönt wurden. Welch ein Bauwerk, welch ein Moment, sie zu beschreiten!

Trotz zunehmender Hitze wollen wir zum Theater laufen und dann wieder zu unserem Rollerparkplatz – und dann nix wie in den Schatten!

Okay, zum Abschluss muss natürlich noch ein Besuch meines Lieblingskaufhauses El Corte Inglès sein, wo ich sogar fündig wurde. Nachdem wir uns noch mit Lebensmitteln eingedeckt hatten rollerten wir zurück und waren komplett erschöpft, denn die Temperaturen steigen langsam an und in der Sonne wird’s doch ziemlich heiß. 

Es ist so super, dass ihr alle mit dabei seid, bleibt dran, bald geht es weiter nach Toledo, einer der schönsten Altstädte Spaniens, unvorstellbar!

Ganz herzliche Grüße, hasta luego, eure Weltenbummler Barbara & Paul

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1 Antwort zu Die Hauptstadt – was braucht es der Worte mehr!

  1. Renate Kirchgäßnerati sagt:

    Hallo Ihr Südlnder!
    Heiß genug habt Ihr es ja! 10° weniger wäre auch noch genug zur Besichtigung.
    Madrid ist eine reizende und sehenswerte Stadt.
    Schade, dass’wir nicht hingefahren sind als Mathias vor 20 Jahren, 1 Jahr studierte.
    Nun wünsche ich Euch Abkühlung, damit die
    Besichtigungen angenehmer werden.
    Bin gespannt wie Euch die Alhambra gefallen hat.
    Ich war überwältigt von dieser Pracht.
    LG und noch viele schöne Erlebnisse und bleibt gesund
    Renate und Rudi

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