Bautzen – das negative Kapitel des Ostens

Hallo liebe Blogleser,

da sind wir mal wieder. Es ist schwierig, gleichzeitig täglich neue Wege zu finden, Besichtigungen zu machen, Erlebnisse zu geniessen und diese dann noch für den Blog aufzubereiten. Wie immer mal wieder geraten wir auch diesmal etwas in Verzug. Ich hoffe, ihr seht es mir nach, wenn es auch mal ein paar Tage dauert, bis ihr wieder Neues von uns erfahrt. Es macht uns dennoch sehr viel Freude, unsere Erlebnisse mit euch zu teilen.

Diesem Blogartikel ging übrigens eine kleine Diskussion zwischen Paul und mir voraus. Ich schreibe ungern über Negatives, möchte diesem nicht so viel Platz einräumen. Paul findet es wiederum wichtig und interessant genug, einen ganzen Artikel darüber zu verfassen. Nun haben wir den berühmten Mittelweg gewählt. Wir haben auf dem Weg nach Dresden das Stasi-Gefängnis in Bautzen besucht – räumen diesem Besuch zwar einen ganzen Artikel ein, ich reduziere ihn allerdings auf das Notwendigste. So können wir beide gut damit leben. 🙂

Das Gefängnis war bereits zu Zeiten des Dritten Reichs ‚aktiv‘. Zu dieser Zeit waren es Gefangene die sich gegen das Hitler-Regime wandten und im und am Widerstand arbeiteten. Anschließend ging es nahtlos in das kommunistische System der DDR über.

Der Wahnsinn solcher Systeme zeigt sich gut anhand einer Geschichte, die wir, neben vielen anderen furchtbaren Schicksalen, über die wir im Museum gelesen haben, quasi stellvertretend erzählen wollen. Ein Mann wurde zu Zeiten des Dritten Reichs festgenommen, weil er Kommunist war und in Bautzen inhaftiert. Nach ein paar Jahren kam er raus, lebte in der DDR, war aber ein kritischer Bürger – und wurde deshalb vom kommunistischen Regime zum zweiten Mal in Bautzen inhaftiert.

Und nun lassen wir fast nur noch Bilder sprechen:

Dies ist der Hof, in den die Gefangenen mitsamt dem Auto hineingebracht wurden.
Gefangenen-Transporter
Einzelhaft

In einer solchen Einzelhaft-Zelle herrschte reine Willkür. Der Aufseher entschied, wann der Häftling auf Toilette darf, die in der Einzelhaft getrennt von der Zelle ist. Meistens durfte er gar nicht, dann machte er buchstäblich in die Hose, um anschließend angeschrien zu werden, was für ein Schwein er doch ist …

Innenleben des Gefängnisses
Der Zellentrakt
Die Zelle von Bodo Strehlow, einem der berühmtesten Gefangenen Bautzens. Er wurde beim Versuch in die BRD zu fliehen gefangen genommen.
Beschreibung des langsam voranschreitenden Wahnsinns der Häftlinge in totaler Isolation
Eine Vier-Mann-Zelle ..
Guckloch
Blick durchs Guckloch
Die nette Altstadt, die alles andere vergessen lässt.

Die schöne Seite von Bautzen

So, nun verabschieden wir uns erstmal wieder und hoffen, es war interessant für euch – und freuen uns jetzt auf einen Kurzbesuch in Dresden, wo wir bereits mal ein paar Tage verbracht haben.

Es grüßen herzlich eure Weltenbummler Barbara & Paul

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2 Antworten zu Bautzen – das negative Kapitel des Ostens

  1. Ch. Körbitz sagt:

    Außer dem sogenannten “ Gelben Elend“ gibt es aber in Bautzen unzählige tolle Dinge zu sehen. Zum Beispiel den „Schiefen Turm“ oder die anderen Stadttürme in Bautzen. Die Burg an der Spree und und und. Das Sommertheater in Bautzen ist über Grenzen bekannt.

    • Lumulu sagt:

      Hallo liebe Christine, da haben Sie ohne Frage recht, wie wir auch unter die letzten beiden Fotos geschrieben haben. Unser Besuch hatte, wie sicher bei vielen Touristen, den Fokus auf dem „gelben Elend“. Vielen Dank für diesen Kommentar – beim nächsten Mal wird unser Schwerpunkt auf den von Ihnen genannten Sehenswürdigkeiten liegen, versprochen!

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