Die Welt der Schönen und Reichen … und wir

Ganz ehrlich: Paul war’s. Er hat Mailand als Ziel ausgesucht, weil es gut in unsere Tour passt. Ich musste kurz überlegen, stellte mir Mailand allerdings aufgrund seines bekannten Rufes als Wirtschafts- und Industriezentrum entsprechend vor, dann aber fest, dass ich sowieso eine neue Handtasche und ein Portemonnaie brauche (;)) und habe zugestimmt. Na ja, alle, die schon mal dort waren, werden wissen was jetzt kommt. Ich war völlig überrascht und sprachlos.

Aber von vorn. Wir fanden einen Campingplatz etwas außerhalb. Dann, kurze Überlegung wie wir in die Stadt kommen – Roller – Bus … ah, hier gibt es eine Metro. Nachdem wir alle anderen Verkehrsmittel inklusive Boot, okay, außer Zug und Flugzeug, bereits „durch haben“ wählen wir jetzt die Metro. Perfekt.

Als wir die Treppen aus dem Metroschacht hinauf auf die Piazza del Duomo stiegen blieb uns fast das Herz stehen. Was für ein beeindruckender Platz, in wunderbarer Weise umschlossen von solch ungeheuer imposanten Gebäuden.

Natürlich, das imposanteste überhaupt ist der Dom selbst mit seinen vielen Giebeln und Türmchen, und der filigranen Fassade. Wir schauen uns an: hier müssen wir unbedingt als erstes rein, mal sehen, wie lang die Schlange in der Mittagshitze an der Kasse ist.

Das Warten hat sich jedenfalls gelohnt. Hier nur mal so ein paar Zahlen, die müsst ihr über euch ergehen lassen: Der Dom Santa Maria Nascente, genannt Duomo, ist 108,5m hoch, 158m lang und 93m breit – damit gehört er zu den größten Kirchen der Welt. 1386 wurde mit Bau begonnen und 1932 die letzten Verzierungen angebracht.

Seine fünfschiffige Basilika wird durch ein Meer von farbigen Glasfenstern erhellt und die Säulen sind für uns sowieso mehr als beeindruckend (regelmäßige Blogleser wissen ja: das Buch „Säulen der Erde“ und wir!).

Als wir erfuhren, dass man auf die Dachterrassen kommt, gab es natürlich kein Halten mehr. Über die von außen zugänglichen Treppen stiegen wir empor über die Dächer Mailands. Was für ein Augenblick, welch Gefühl über die Dächer des Domes zu laufen, ganz ähnlich ging es uns im Petersburger Dom in Rom.

Jetzt brauchen wir erstmal eine Pause, um unseren Kopf für Neues frei zu bekommen. Wir finden ein nettes kleines Lokal direkt am Platz, in dem wir im 1. OG einen kleinen Tisch am Fenster mit Blick auf ‚Il Duomo‘ ergatterten. Perfekt!

Ein Bummel durch die Stadt, man könnte es Verdauungsspaziergang nennen, führt uns vorbei an der wenig auffälligen Fassade der Mailänder Scala. Was für ein Name und was für eine Optik.

Leider blieb uns der Besuch einer Vorstellung versagt, wir hatten unsere Abendrobe nicht dabei – und die ist hier Pflicht.

So besuchen wir das Castello Sforzesco, ein riesiges Kastell, in dem gleich mehrere Museen der adeligen Familien Visconti und Sforza mit deren angehäuften Kunstschätzen zu finden sind.

Und nun geht’s in die Einkaufsmeilen Mailands! Der Bummel durch die verschiedenen Galerien macht sehr viel Spaß. Zu den imposantesten gehört ohne Frage die Galleria Vittorio Emanuele II, Mailands berühmteste Einkaufspassage. Die Eingänge gleichen Triumphbögen, der Fußboden ist ein einziges Mosaik – die Geschäfte im Innern sind jedoch leider nicht für meinen (ja immer noch alten!) Geldbeutel geeignet. 😉

Foto Einkaufsläden

Ein wenig fündig werden wir an anderer Stelle doch noch, aber eben weder Handtasche noch Portemonnaie. Schuhe hätten es werden können, die Auslagen sind wunderschön.

Als nächstes freuen wir uns auf Besuche. Wir fahren nach Ligurien, hoch ins Bergland, zuerst nach Casanova Lerrone. An steilen, durch Steinmauern gestützten engen Hängen stehen Olivenbäume, die Häuser hängen mehr am Felsen, als dass sie auf dem Boden stehen. Es ist eine für uns unglaublich romantische Gegend, allerdings vermuten wir, unser Wohnmobil war hier anderer Meinung, musste aber mit uns zusammen durch. Eng am Straßenrand geparkt übernachteten wir sogar in luftiger Höhe.

Unser Besuch galt hier einem Freund von Pauls Mama, der ursprünglich vom Bodensee als Künstler in Italien gelandet ist. Trotz hohem Alter und viel anstrengender körperlicher Arbeit mit seinen Olivenbäumen und deren ständig zu reparierenden Mauern, einem großen Obst- und Gemüsegarten,  steht sein Atelier immer noch jedem offen. Atelier Riccardo! Zeit zum Malen hat er im Sommer keine mehr.

Beim Abschied wurden wir von ihm gut bedacht mit den in dieser Gegend einmaligen langen, dünnen Zucchini, Kartoffeln und den gerade reifen Pfirsichen direkt vom Baum (hmmmmm, so köstlich!!) verlassen wir ihn wieder und hoffen, dass er noch lange so fit bleibt, sich in diesem Gelände bewegen zu können.

So starten wir am nächsten Tag nach Prelà, wo wir einen ehemaligen Kollegen von Paul und seine Frau besuchen. Sie haben sich schon vor über 20 Jahren in dieser Gegend einen Sommersitz geschaffen und stetig weiter daran gebaut und umgestaltet. Es ist ein herrliches Anwesen, ebenfalls steil, mit vielen Terrassen, auf denen Olivenbäume und mehr gedeihen. Auf jeder Ebene gibt es schöne Sitzecken und Ruheplätze, die Paul natürlich alle fotografiert hat. Eigentlich. Leider ist der Chip ausgerechnet an diesem Tag kaputt gegangen und wir haben nur drei Handy-Fotos für euch, die ich gemacht habe.

Es tut uns so leid, nicht nur für unsere lieben Gastgeber, Heidi und Albrecht, sondern natürlich auch für uns und euch. Wie gut, dass Paul jeden Abend die Fotos auf unseren PC überträgt, sodass „nur“ die Fotos eines einzigen Tages verloren gehen können.

Umso mehr freuen wir uns drauf, euch von Nizza ein paar Fotos mehr zeigen zu können. Der Weg ans Meer, ein kleiner Abstecher nach Menton, was für ein faszinierender Gegensatz zur Bergwelt Liguriens.

Vor vielen Jahren waren wir mal auf einer Tour entlang der Côte d’Azur, auch in Nizza, konnten allerdings damals wegen Starkregens gar nicht aus dem Wohnmobil aussteigen. Nun haben wir es total genossen, ein paar sonnig heiße Tage hier zu verbringen.

Welch schönes Städtchen – mit dem Flair der Schönen und Reichen, aber auch der Alltagsgesellschaft in den vielen interessanten Gassen der Altstadt.

Schon alleine das Gefühl, mit dem Roller zwischen Porsches, Maseratis und Ferraris entlang der 5km langen Promenade zu fahren – die repräsentativen Barockpaläste neben moderner Architektur auf der einen Seite, das Meer mit seinen Kiesstränden und regem, extrem regen Strandleben auf der anderen, ist unbeschreiblich. Dafür gibt es keine Worte, auch fast keine Bilder, das ist einfach nur toll!

Unser Parkplatz in der Nähe des besten Hotels am Platze, des Hotel Negresco, ist auch perfekt.

Über Nizza wollen wir gar nicht mehr viel parlieren, wir flanieren einfach mit euch ein wenig durch die Stadt …

… damit wir alle Opernhäuser komplett haben, hier die Oper in Nizza.

… machen uns auf in die Altstadtgassen mit den schnuckeligen kleinen Boutiquen …


… und erklimmen die Höhen des schon von weitem erkennbaren Wasserfalles in den Ruinen des Colline du Château, von dessen Terrasse wir einen unbeschreiblich schönen Blick über Nizza haben.  Genießt mit uns die Bilder der Stadt.

Nachdem wir uns bei dem herrlichen Wetter auch noch ein wenig am Strandleben beteiligt haben …

… zum Abschluss noch ein fröhliches Hitzewetter-Foto aus Nizza, wo sich die Kinder auf der Promenade du Paillon, einem grünen Freizeitpark, in einem Fontänen-Spektakel abkühlen.

Am folgenden Tag führt uns unsere Tour bereits kurz hinter Nizza weiter auf die „Routes des Grandes Alpes“.

Ein wirklich wunderschönes Foto, das Paul von einem unserer Übernachtungsplätze in den Alpen gemacht hat (etwas unterhalb floss noch ein kleines Gebirgsbächlein, in dem wir uns waschen konnten), muss ich euch sozusagen als Schmankerl unbedingt vorab zeigen, denn natürlich sind wir unserem Blogbericht immer schon ein Stück voraus. 😉

Damit verabschieden wir uns mal wieder für ein paar Tage mit dem 9. von 10 Blogberichten und herzlichen Gebirgsgrüßen,

eure Weltenbummler Barbara & Paul

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