Wien – die kaiserliche Stadt mit dem gleichnamigen Wetter

Heute starten wir unsere Sightseeing-Tour durch Wien – bei strahlendem Sonnenschein. Mit dem Roller machen wir uns auf den Weg über die Donau mitten hinein ins Großstadt-Gewühl. Der Stephansdom, schon seit 1365 Domkirche, zeigt uns den Weg mitten in die Altstadt. Und er ist auch unser erstes Besichtigungsziel. Das gigantische gotische Gebäude türmt sich vor uns auf und sprengt die fotografischen Möglichkeiten. Ihn einmal komplett aufs Bild zu bekommen ist ohne spezielles Objektiv kaum möglich. Der höchste der 4 Türme ist 136,4 Meter hoch. Wir erfuhren, dass ab dem Zeitpunkt des Turmbaus im ehemaligen Österreich-Ungarn kein Turm höher gebaut werden durfte – und deshalb der Dom in Linz um zwei Meter niedriger gebaut wurde.

Stepahnsdom

Das Innere entstand ja schon im Mittelalter, dennoch wurde der Bau im Barock nochmal umfassend verändert.

Und nun beginnen wir unseren Fußmarsch in Richtung Hofburg, die uns sofort in die Zeit von Sissi und den Kaiser Franz Josef versetzt (… und Filmszenen tauchen vor uns auf – seufz J). Der riesige Palmgarten erinnert uns an die Orangerie im Schwetzinger Schloss, die Dimension ist eine andere.

Hofburg

Das Kunstmuseum Albertina ist optisch sehr interessant und wir nehmen gleich mal die Treppe hoch zum Außenbalkon, von dem aus man einen wunderbaren Blick hat – und, so ganz nebenbei, ein wenig Schatten zum kurz ausruhen. Es sind nämlich ungefähr 32 Grad. Da wir hier WLAN haben lesen wir gleich mal nach, was wir versäumen, wenn wir bei diesem tollen Sommerwetter nicht hinein gehen. Es beherbergt die bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt – und hat Ausstellungen das ganze Jahr hindurch. Gut, eine Alternative, sollte es die nächsten Tage regnen …

Das gleiche gilt für das Naturhistorische und das gegenüberliegende Kunsthistorische Museum. Was für Gebäude!

Naturhistorisches Museum
Kunsthistorisches Museum

Hier zeigen wir euch noch Fotos eines Universitätsgebäudes und des lustigen „Wiener Lustspielhaus“, was auch immer da gezeigt wird, das werden wir mal noch nachlesen.

Reizende, romantische kleine Lädchen finden wir genauso wie die ganz edlen Modehäuser der Welt, wo die Menschen anstehen, um persönlich durch die Geschäfte geführt zu werden. Wir haben uns fotografisch auf die kleinen Lädchen beschränkt.

Der Michaelerplatz vor der Hofburg mit seiner Ausgrabungsstätte ist ein ganz besonderer Ort. Dort stehen auch die vielen, berühmten Fiaker, die auf Kundschaft warten …

Michaelerplatz
Fiaker

Nun genießen wir den Rückweg durch die romantischen Gassen Wiens und fühlen uns in eine andere Welt versetzt. Wieder am Stephansdom angekommen entscheiden wir uns noch zu einer Lift-Fahrt auf den hohen Turm, da die Warteschlange gerade klein ist. Es hat sich jedenfalls gelohnt! Sagt selbst:

Unser „Roller-Ziel“ für den  zweiten Tag ist das Hundertwasser-Museum und die Kirche am Steinhof. Und ein Treffen mit, ja, wie soll ich diesen Verwandtschaftsgrad jetzt beschreiben, hm. Also die uns bislang noch nicht bekannte, zweite Ehefrau des Sohnes vom Sohn vom Sohn … hm, ich bekomme es einfach nicht hin. J Na, ihr kennt ja die verzwickten Verwandtschaftsverhältnisse meines lieben Paul. Sie werden immer verworrener. Aber nett war’s! Danke für Deine Gastfreundschaft, Uschi, den „kleinen Braunen“ und den Tipp fürs echte Wiener Schnitzel im Schloss Wilhelmine. Wir durften zwar nicht auf der Terrasse sitzen, weil an diesem Abend eine Hochzeitsgesellschaft alles belegt hatte, aber der Raum in der Bibliothek war auch nicht zu verachten und der Blick aus dem Fenster genial.


Leider hatten wir auf dem Weg vom Hundertwassermuseum zur so besonderen Kirche am Steinhof einen kleinen Zwischenfall mit unserem Roller. Aber erstmal ein paar Fotos vom Hundertwassermuseum …

… wir wunderten uns über die stetig schlechte Abgasluft beim Anhalten und dass wir schon wieder tanken mussten. Bei unserem Parkstopp zur Kirche stellte Paul fest, dass wir Benzin verloren. Uiuiuiuiuiiii – und das wohl schon die ganze Zeit … nun muss erstmal der Motor abkühlen. So machten wir uns auf den Weg durch ein Klinikgelände der psychiatrischen Klinik hinauf auf den Berg zur Kirche am Steinhof. Dies wiederum war ein Tipp von Moni (vielen Dank dafür!), es ist ein ganz besonderer Ort!

Etwas beunruhigt wegen unseres Rollers besichtigten wir leider das auf dem Klinikgelände vorhandene Museum über die Vorgänge der Euthanasie im dritten Reich nicht mehr und machten uns direkt auf den Weg nach unten.

Paul fand – welch ein Glück! – den Schaden sofort. Ein Loch im Benzinschlauch. Der Mann der Tat verlangte nach einem Messer! Ich bin sicher, dass es das erste Mal war, dass wir kein Schweizer Messer in der Tasche hatten. Ganz bestimmt! Ausgerechnet jetzt bräuchten wir es. Paul ging zum Portier des Klinikums und erhielt immerhin eine Schere. Schnipp, schnapp, ein Stück des Schlauches ging in die ewigen Jagdgründe ein und ein kleines Klämmerchen wurde um positioniert. Und das ganze nochmal fixiert – und jetzt ist er wie neu! Puuuhhh!!

Der nächste Tag war geprägt von unserem Highlight! So gerne wollten wir in die Wiener Staatsoper und haben gleich als Allererstes nach Karten für einen der drei geplanten Wien-Tage gefragt. Die Opern waren leider ausverkauft, aber für einen Ballettabend gab es noch zwei Karten auf der Galerie. Egal! Super! Die nehmen wir natürlich. So wird der Abend auch nicht so teuer.

Wir kochen uns noch ein kleines Mittagessen auf dem Campingplatz, fahren dann in die Stadt, laufen nochmal um den Stephansdom, in die Graben Einkaufsmeile, essen einen Apfelstrudel und eine Sachertorte (das musste sein, ebenso wie das Wiener Schnitzel). Weiter geht‘s zu der wunderschönen Rektoratskirche und der Karlskirche. Dann schlenderten wir voller Vorfreude zurück zur Oper, Paul machte noch ein paar Fotos von der berühmten Konditorei Sacher und dem Gebäude der Staatsoper.

Karlskirche
Konditorei Sacher


Dann aber!!! Eine Stunde vor Beginn öffnen sich die Türen und wir bummeln – nachdem wir unsere Motorrad-Helme an der Garderobe abgegeben haben (hi, hi, auf diesen Moment und die Blicke der Garderobiere habe ich mich schon seit Tagen gefreut!) durchs Foyer und die Räumlichkeiten bis nach gaaaanz oben auf die Galerie, quasi der fünfte Stock des beeindruckenden Gebäudes. Dennoch sind wir recht zufrieden mit unseren Plätzen und freuen uns einfach diebisch, dass es überhaupt geklappt hat. Nachdem wir auf kleinen, zugegebenermaßen unbeabsichtigten, Umwegen durch die Wiener Nacht wieder auf unserem Campingplatz gelandet waren, sind wir uns einig: dieser Abend war ein weiteres Highlight in unserem gemeinsamen Leben – und es hat uns übrigens motiviert, alle mal aufzuschreiben …

So, ihr Lieben, das waren unsere wunderschönen Tage in Wien – und so brechen wir nun zu unserem nächsten Abenteuer auf – und das heißt Ungarn! Erstes Ziel: Budapest.

Bis dahin grüßen euch eure Weltenbummler

Barbara und Paul

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu Wien – die kaiserliche Stadt mit dem gleichnamigen Wetter

  1. Gabriela sagt:

    Wien hat euch eindeutig verdient!

    Ganz liebe Mitreisegrüße von Gaby

  2. Gabi und Gerrit sagt:

    Hallo ihr beiden,

    Wien ist wirklich eine beeindruckende Stadt mit wahrhaft kaiserlichen Gebäuden. Die Kirche am Steinhof wird übrigens in der Arte-Dokumentation über Otto Wagner gezeigt.
    Hoffentlich hattet ihr bei so viel Kultur auch noch Zeit für einen Besuch in einem Wiener Heurigen.
    Jetzt sind wir gespannt wie euch Budapest gefällt. Vielleicht habt ihr dort Zeit für eine free walking tour durch das jüdische Viertel mit seinen (teils politischen) Wandmalereien/Graffiti oder auf neudeutsch „Street & Urban Art“.
    Weiterhin gute Fahrt und tolle Erlebnisse!

  3. Erhard sagt:

    Hallo Barbara und Paul,
    Wien haben wir kreuz und quer durchstreift, aber im Ballett waren wir nicht (gut, ein Minuspunkt). Es fällt mir schwer nicht mit Wehmut an die Zeit dort zu denken. Das Hundertwasser Museum hat uns auch gefallen. Ähnlich ausgestaltet ist das Firmengebäude der Stadtwerke Wien. Ja nun. Die Zeit vergeht, die Erinnerungen verblassen… Alles Gute für die weiteren Etappen der Rundreise.
    viele Grüße
    Erhard und Monika

  4. Manfred Mrohs sagt:

    Hallo Ihr Beiden, wo hattet Ihr denn das Wohnmobil stehen? Wir waren Ende Oktober 2015 in Wien und waren auf dem Stellplatz an der Perfektastraße und waren mit der kurzen Anbindung an das Nahverkehrsnetz sehr zufrieden
    Gruß Manfred von der NG Brühl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*