Die historiche Insel Swijaschsk – mitten in der Wolga

Am wettermäßig schönsten Tag unseres Aufenthaltes in Kasan plante Maxim eine Wolga-Schifffahrt auf die historische Insel …

Da Julia, Alex und die Kids mit dem Bus zum Hafen fuhren und dieser wieder mal in einem der berühmten Staus stand, wurden wir langsam nervös. Über Handy erfuhren wir, dass sie noch mindestens 10 Minuten brauchen, es war aber schon 8:13h. Das Schiff sollte 8:15h abfahren.  Plötzlich kam Maxim auf die Idee, mit dem Kapitän Kontakt aufzunehmen. Er nahm sein Ticket und sprang davon! Kurze Zeit später – Entwarnung: zufällig kennt er den Kapitän persönlich und dieser wartet bis alle da sind! Da haben wir ja nochmal Glück gehabt.

Als wir alle im Laufschritt an Bord kommen, begrüßt er uns in aller Ruhe, bittet uns alle acht auf seine Brücke und dann geht’s los. Vor uns liegt eine herrliche Bootsfahrt  auf der Wolga von ca. zwei Stunden, die wir entspannt genießen.  Roman darf sogar kurz das Schiff steuern und alle bekommen eine Führung in den abenteuerlichen Maschinenraum, in dem es dampft und stampft und das Öl verdächtig durch die Gegend spritzt. Nach der Besichtigung sind wir nicht unbedingt ruhiger…

"Unser Schiff" (Gar nicht zu verwechseln mit "Mein Schiff"...)

Unser Käptn

Das Oberdeck

Der Maschinenraum...

Das Schiff legt an mehreren Anlegestellen an, manche an fast unbewohntem Ufer. An den ‚wilden’ Stellen fährt das Schiff mit dem Bug voran geradewegs aufs Ufer zu, ein kleiner Steg wird ausgeklappt und Passagiere können ein- und aussteigen. Dann wird alles wieder hochgeklappt und weiter geht die Fahrt. Die am Ufer liegenden, teilweise im Wald versteckten Holzhäuser sind in der typisch russischen Weise gebaut.

Wolga-Ufer

Maxim, Paul, Nathalie, Barbara, Alexander, Julia (v.l.)

Holzhäuser am Wolga-Ufer

Wartende Mitreisende am Wolga-Ufer

Ortschaft am Wolga-Ufer

Fischerboot

Wir nähern uns Swijaschsk

Auf der Insel Swijaschsk angekommen ist es wiederum Maxim, der viel darüber zu erzählen weiß und so wird es zu einem historischen Ausflug in die Zeit von Ivan dem Schrecklichen, der die Insel als erster belagerte bis zu Trotzki, dessen Wohnhaus heute hervorgehoben wird. Zu Zeiten des ersten und zweiten Weltkrieges war darauf auch ein Militärgefängnis. In diesen renovierten Räumlichkeiten befinden sich verschiedene Ausstellungen. Wir haben eine Kunstausstellung von Gemälden ehemaliger Gefangener und eine Schiffs-Ausstellung besichtigt.

Die Kirchen und eine schon von weitem sichtbare, beeindruckende Kathedrale sind noch im Zustand der Restaurierung, dennoch gelang uns der eine oder andere Blick hinein.

Die älteste Kirche von Kasan (sie ist die drittälteste Russlands!), in der noch die Holzbank steht, auf der Ivan der Schreckliche saß, haben wir auch gesehen. Sehr interessant ist, dass sie in einer Art Steckbauweise aus Holz gefertigt ist, es wurde kein einziger Nagel verwendet!

Ein gutes und sehr günstiges Mittagessen bekamen wir in der ortseigenen Kantine, in der auch Staatsangestellte und Soldaten aßen.

Direkt an der Schiffsanlegestelle konnten wir dann kurz vor der Rückfahrt noch intensiv eine Ausgrabungsstelle anschauen. Hier wurden Reste von Holzhäusern des damaligen „Volkes“ gefunden, wahrscheinlich handelte es sich bei diesem um eine Ledermanufaktur. Das Dorf setzte sich nach dortigen Erkenntnissen hauptsächlich aus Händlern und Kaufleuten zusammen. Die Insel lag günstig in der Wolga und war über lange Zeit Dreh- und Angelpunkt für Waren.

Ausgrabungen auf Swijaschsk

Nach diesen besonderen Eindrücken hatten wir noch eine gemütliche Heimfahrt in der wunderschönen russischen Abendsonne…

Und am nächsten Tag schon lockte Kasan – das Zentrum der Stadt!

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