Historie, Party und Natur

Den historischen Teil der Überschrift finden wir in Arrowtown unser Ziel, das wir wiederum mit einer Fahrt durch fast unbesiedeltes Gebiet mit viel Obstanbau erreichen. Halt! Eines haben wir unterwegs noch: und zwar einen guten neuseeländischen Rotwein direkt vom Winzer, natürlich mit einer kleinen Weinprobe (das musste unbedingt gesagt sein!) gekauft, denn außer Obstanbau gibt es auch recht große Weinanbaugebiete.

 

 

 

 

 

Nun zu Arrowtown. Es ist eine Stadt, die wie so viele hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem Goldrausch verfallen war. Sie wurde sehr schön restauriert. Zwar touristisch, aber dennoch sind die Häuser im Ursprung echt. Interessant sind hier auch die chinesischen Ansiedlungen, von denen ebenfalls die ersten Behausungen, die die ersten chinesischen Goldgräber errichtet haben, erhalten blieben und erhalten werden.
Die Party finden wir in Queenstown – wie unsere Mädels schon gesagt hatten “hier rockt der Bär”- hier ist eine Kneipe an der anderen und eine voller als die andere und überall spielt nicht nur Musik, sondern auch Alkohol eine Rolle. Zu Buchen gibt es hier alles, vom Jetboot fahren über Bungee-Jumping, Hubschrauberflug und so weiter und so weiter. Also, kurzum, hier brauchen wir uns nicht länger aufzuhalten und suchen uns ein, im wahrsten Sinne des Wortes, ‘nicht zu toppendes Übernachtungsplätzchen’, denn die Stadt liegt an einem Hügel an dem viele gut betuchte Queenstowner ihr Häuschen gebaut und fast ganz oben einen Platz für uns übrig gelassen haben. So verbringen wir die Nacht mit dem Blick über die Stadt und die gesamte Bucht!
Die Natur finden wir im Milford Sound. Nun, erstmal von vorne, denn wir hatten ja eigentlich vor, auf Empfehlung nicht den großen Milford Sound zu befahren, sondern den kleineren, engeren Doubtful Sound (der so heißt, weil Captain James Cook damals nicht in diesen Sound hinein gefahren ist, weil er gezweifelt (Zweifel – Doubt) hatte, ob er wieder raus kommt). Da uns nun doch langsam nach vier Wochen das etwas feuchtere Wetter Neuseelands erreicht hat (‘heavy rain’ hieß die Wettervorhersage …und sie stimmte!) und die Prognose für den Milford überraschenderweise noch besser ausfiel, als für den Doubtful, haben wir uns entsprechend entschieden (unser Zweifel wurde dazu noch untermauert vom Preis: 500NZD, also ca. 260€ pro Person war uns für eine Regenfahrt schlicht zu teuer). Schade, trotzdem noch mal vielen Dank für den Tipp an Moni und Ulf, nun ist eine weitere Empfehlung von euch sozusagen ins Wasser gefallen (zuerst das ‘Buschbähnchen’ wegen der Überschwemmungen im Norden und nun der Sound wegen ergiebigen Regenfällen im Süden – bitte richtet schon mal eure Fotos von Beidem, die schauen wir uns dann ergänzend von euch an!)

Lange Rede kurzer Sinn, schon der Weg von Te Anaua, dem Ausgangspunkt für die Sounds (Fjorde), bis hin zur Schiffsanlegestelle der vielen Tourenboote ist schon die Fahrt alleine Wert. Hab’ ich eigentlich in diesen Reiseberichten schon mal das Wörtchen spektakulär gebraucht? Ja? Und ihr könnt es nicht mehr hören? Sorry, gebt mir Ersatzwörter, und solange verwende ich es weiter, o.k.?
Diese Landschaft zwischen den hoch aufgeschobenen Bergen, ein Tunnel mit bis zu 10% Gefälle, einer eindrucksvollen, wie von Künstlerhand geformten Steinformation, die von einem reißenden Flüsschen im Regenwald gestaltet ist.

 

Dann, als Gipfel der Erlebnisse, die Fahrt mit einem relativ kleinen Boot (vielleicht zwanzig Leute mit uns) durch den Sound. Der Kapitän hat uns dicht an die steil herab fallenden Felsen herangefahren um spektakuläre Blicke auf gefällige oder auch tosende Wasserfälle zu erhaschen (auch Wasserfälle die gar nicht mehr unten ankamen!).

Er hat uns dicht an einer Gruppe Seehunde, die auf Felsvorsprüngen leben, vorbeigeschippert und zu allem Glück hat er noch eine Familie Delphine erwischt, die neben dem Boot hergeschwommen sind und größer waren als die, die uns bei der Fährüberfahrt ‘über den Weg geschwommen’ sind. Trotzdem der heavy rain immer heavier wurde standen wir die ganze Zeit an Deck und freuten uns an der Landschaft. Ein fast unbeschreibliches Erlebnis, das wir am Abend auf einem Naturcampground direkt an einem Flüsschen mit einem Gläschen Wein des hiesigen Winzers ausklingen ließen.

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