Die Catlins – der Süden der Südinsel

Ich glaube mich zu erinnern, dass wir auf unserer Irlandreise vor zwei Jahren erfuhren, dass es in Irland 80 verschiedene Grüntöne gibt – also hier auf Neuseeland sind wir derzeit beim Stand von 125 – und sind noch nicht ganz durch!
Schön ist ja auch, dass es hier keinerlei gefährliche oder giftige Tiere gibt. Du kannst wandern ohne Angst, dass hinterm nächsten Baum ein Bär steht (so wie es uns in den Rocky Mountains erging, wo wir laut Tipp der Rangerin ständig singen sollten um die Bären zu vertreiben), oder vor Dir eine giftige Schlange liegt (wie bei unserer Tour am Snake River in Colorado). Aber halt! Wer sagt das? Ich sage nur: 35 : 12
Das ist kein neuseeländisches Rugby-Ergebnis, sondern das Verhältnis der Stiche der Sandflies, dieser tückischen, immer in Gruppen auftretenden Sandfliegen, die uns seit den Fjordlands begleiten (danke an Michael und Petra, der Tipp, dass sie ab Haast auftreten war perfekt, so haben wir uns direkt vorher mit den von Roland empfohlenen Mittelchen eingedeckt – leider haben wir sie nicht rechtzeitig verwendet…:-)). Übrigens liest sich das Verhältnis Paul 35 : Barbara 12 – immer muss er gewinnen :-)!

Trotz dieser kleinen Übeltäter haben wir echt Glück! Unsere mit Spannung erwartete Tour im äußersten Süden der Südinsel durch die sogenannten Catlins ist nicht verregnet – oder fast nicht. Diese Southern Scenic Route an der Pazifikküste entlang ist wieder total wild und einsam, zwischen tosenden Klippen (natürlich tost das Meer, hi,hi) erstrecken sich unendlich weite Weideflächen für Schafe, aber auch Rinder und Rehe werden hier gezüchtet. Menschen sind hier eindeutig in der Unterzahl – und wenn wir dann die Touristen noch rausrechnen bleibt nicht mehr viel. Der südlichste Punkt Neuseelands, der Slope Point, ist erstes Ziel. Hier die Koordinaten, die Paul für euch eigens berechnet hat: 46°40’40” Süd, 169° 0’ 11” , zum Äquator 5140km und zum Südpol 4803km.

Dann soll die Curiobay folgen, denn hier wollten wir endlich soooo gerne Pinguine sehen, aber nein, leider, leider, es sollte noch nicht sein. Dafür gibt es hier versteinerte Baumstämme zu bewundern, die schon vor Jahrmillionen aufgrund des steigenden Meeresspiegels und Vulkanausbrüchen entstanden. Leider sind schon eine ganze Menge dieser Versteinerungen von Fossilienjägern geraubt worden, man sieht aber immer noch genug. Hochinteressant!

In Waikawa, einem kleinen Nest, in dem wir noch das liebevoll bestückte Heimatmuseum besuchen, übernachten wir erstmal.

Weiter setzen sich die Höhepunkte dann fort mit einem Traumstrand mit großen, vom Meer ausgewaschenen Höhlen, an dem wir uns eine ganze Weile aufhielten.

Einem Wasserfall, der terrassenförmig den Berg herunter fließt – den hätten wir auch gerne auf unserer Terrasse…

Dann folgt nochmals (wie so oft und immer wieder ein Genuss) ein langer Sandstrand in Newheaven, an dem bei Ebbe die Seelöwen und Pelzrobben aus dem Wasser kommen und uns fast mit Flossenschlag begrüßen. Na, wir hatten Spaß!

Zu bemerken ist noch, dass man sich jeden dieser kleinen Höhepunkte schwer erarbeiten muss, und zwar indem man kilometerlange Abstecher dieser Southern Scenic Route über die schlaglochreichen Schotterpisten bewältigt…
So, jetzt fehlen uns immer noch die hier sogenannten Penguins und wir fahren zum Nuggetpoint, der die Chance darauf erhöhen soll. An diesem Nuggetpoint laufen wir zu einem weißen Leuchtturm raus über eine schmale Klippe, und dort haben wir Aussicht auf hunderte von Robben. In dem Felsgeflecht bilden sich wie kleine Swimmingpools, die die Seehunde und Seelöwen als solche auch verwenden und wir haben einen Riesenspaß dran, sie dabei mit dem Fernglas zu beobachten.

Pinguine aber sehen wir nicht! Mist! Aber eine Chance haben wir noch – uns bleibt noch die Otago-Halbinsel bei Dunedin, dort ist eine Schuttzone für Pinguine. Und für Albatrosse! Ich denke dabei sofort an einen Trickfilm von Walt Disney, bei dem die landenden Albatrosse immer ins Straucheln gerieten, da sie das nicht so gut beherrschen – na, da freuen wir uns schon drauf!

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