Riesen-Murmeln und Riesen-Berge

Eigentlich wollten wir nach unserem Tag Natur-Pause auf dem Weg zu den Moeraki-Boulders noch einen Stadtbummel in Dunedin, der naheliegenden größeren Stadt, einlegen. Wie in unserem Reiseführer beschrieben gibt es dort sehr nette historische Häuserketten und vor allem aber einen sehenswerten Bahnhof.

Na, das lassen wir uns nicht entgehen und finden das Städtchen zwar vernachlässigenswert, aber der Bahnhof ist genial. Schon von außen, wie ihr dem Foto entnehmen könnt eine Augenweide, von innen aber genauso gut erhalten. Mit den alten Kacheln und Fahrkartenschaltern kommt man sich zurückversetzt vor ins vorletzte Jahrhundert.

Und als Bonusprogramm erhielten wir noch direkt daneben einen lebhaften, lokalen Samstagsmarkt geliefert, der uns ins Alltagsleben der Neuseeländer beförderte.

Auf dem Rückweg zu unserem Parkplatz liefen wir noch am Rathaus und der Kathedrale vorbei, der neuseeländischen Ausgabe der St.Paul’s Cathedral.

Auf dem Weg nach Oamaru, einer Küstenstadt, die uns wegen ihres historischen Hafens interessiert, liegen noch die von allen Touristen Neuseelands besuchten Moeraki-Boulders, Dabei handelt es sich um eine kunstvolle Laune der Natur, die durch das Zusammenwirken von verschiedenen Mineralien und Lava und dem Meer und dem entsprechenden Zeitraum von Jahrmillionen diese riesengroßen kugelrunden Steine geformt hat. Sie sehen aus wie liegengebliebene Murmeln eines Riesen.

Die Hafenstadt Oamaru ist absolut sehenswert, nicht nur ihr historischer Hafen auch die Stadt selbst gefällt uns ganz gut. Den Hafen nehmen wir aber ganz besonders in Augenschein und werden nicht enttäuscht. Dort stehen große Warenhäuser aus dem in der Nähe abgebauten, hellen Kalksandstein, die ihre Verwendung jetzt in Restaurants, vor allem Galerien oder Geschäften finden. Alles ist noch im Aufbau befunden, aber was schon fertig ist sieht richtig gut aus: alter Stil und modernes Ambiente. Eine Galerie im zweiten Stock, die über eine uralte Holztreppe erreicht wird, bei der wir uns mit jedem Schritt vorstellen, wer wohl schon alles diesen Weg genommen hat. Oben angekommen finden wir Saalgroße Räume vor mit Ausstellungen und Schmuckdesign. In einem anderen Gebäude ist ein Veranstaltungsraum mit Bühne, Tresen und ganz verschiedenen, zusammengetragenen Holzbänken und Tischen bestückt worden. Ein tolles Ambiente für einen musikalischen Abend. Auf einer Seite dieses ebenfalls großen Raumes hängen die Geschirrtücher des Restaurants zum Trocknen, in einer anderen Ecke ist ein alter Ohrensessel liebevoll mit ein paar Kissen dekoriert zu sehen, also alles recht liebevoll hergerichtet.Es macht Spaß hier durchzuschlendern und zur absoluten Krönung finden wir eine Bäckerei, die echtes italienisches Ciabatta anbietet, endlich mal wieder ein Brot, das schmeckt. Ansonsten findet man nämlich genau wie in Amerika nur Weißbrot, das sich eher zum kneten oder rollen, denn zum Essen verwenden kann. Dazu holen wir uns noch von dem feinen Meeresfrüchtegemisch, was man im Supermarkt günstig bekommt (da sind Muscheln drin, Tintenfischringe, Shrimps, Hokifischfilet und alles mögliche) und freuen uns schon drauf, das ganze später zu brutzeln und mit einem Gläschen Rotwein zum Abendessen zu verspeisen.

Die dann folgende Strecke, die Paul rausgesucht hat mit seinem ‘Näschen’ für schöne Landschaften, ist wieder absolut anders als das, was wir bislang gesehen haben, aber mindestens ebenso schön – direkt eine neue Facette Neuseeland-Natur. War ich erst ein wenig traurig, noch ins Landesinnere, also vom Meer wegzufahren, so hat sich das ganz schnell in Begeisterung über diese tolle Landschaft gewandelt! Wir durchfahren ein kilometerbreites Tal, das von an Mondlandschaft erinnerndem Gebirge gesäumt wird, von einem Flusslauf, der in einem zwei Staustufen umfassenden Stausee mündet (natürlich umgekehrt, aber wir fahren halt in die andere Richtung – ihr müsst schon gedanklich ein wenig flexibel sein…) und der absolute Wahnsinn ist dessen Farbe: helltürkisblau. Lasst euch das auf der Zunge zergehen: helltürkisblau, dazu blauer Himmel, weiße Wolken und Abendsonne. Ohne Worte.

Unser, also genauer Pauls, Ziel ist der Lake Takepo, der uns mit Einsamkeit und eben dieser Farbe im Reiseführer lockt. Wir kommen an diesem Tag noch bis Omarama, wo wir uns mangels freier Stellplätze auf einem Campingplatz unterbringen. Am folgenden Morgen lacht uns die Sonne wieder an und glücklicherweise entscheiden wir mit Blick auf die Landkarte, noch einen kleinen Abstecher, na ja, eine Stichstraße immerhin 50km hin und 50km zurück, zum Mt. Cook, dem mit seinen 3.754m höchsten Berg Neuseelands, zu machen. Wir hatten ihn schon von der anderen Seite, ihr erinnert euch vielleicht, vom Fox-Gletscher aus, gesehen, aber von dieser Seite aus zeigt er sich schon von weitem in voller Schönheit mit seinen eis- und schneebedeckten Gipfeln. Vor allem aber lockt der Blick auf den etwas “kleineren” Berg, den Mt. Sefton, 3.157m, der mit seinen gewaltigen Gletschern mächtig Eindruck auf uns macht.

Die Straße hat etwas beruhigendes und faszinierendes zugleich, es wirkt wie endlose Weite, ab und an, wie schon gewohnt, eine Rinder- oder Schafherde, einige Pferde, vereinzelte Gehöfte, aber weitgehend unberührte Natur – eben nur diese Straße mit ihrem Blick auf die hohen Berge und viele wie künstlich weich gezeichnete Hügel am Rande und ganz ungewöhnliche Wolkenformationen. Die Straße reicht bis kurz vor den Mt. Cook, dann gibt es noch einen Parkplatz, ein Hotel und einen Campingplatz und dann ist Schluß. Bis auf einen Walking Track, also Wanderweg, der durch diese Ebene zu einem noch besseren Blick auf den Mt. Cook führt. Da wir beide so fasziniert davon sind, entscheiden wir, zumindest einen Teil dieser Strecke zu laufen, damit wir ihn uns so richtig ansehen können, also ich zumindest, und Paul eben fotografieren. Es werden zweieinhalb Stunden, die wir so richtig genießen konnten, war es doch ein Weg so richtig nach unserem Geschmack: über Stock und Stein, zwei Hängebrücken wurden von uns überquert und dann baute er sich vor uns auf! Na, ihr seht ja die Fotos – und? Zuviel versprochen?

Also für uns war es ein völlig überraschendes, aber unvergessliches weiteres Highlight auf dieser Reise. Unser Ziel, der Lake Tekapo, hat tatsächlich genau die selbe tolle Türkis-Färbung wie wir sie bei dem Stausee gesehen hatten und bei den Gletscherflüssen – die Farbe von eiskaltem Gletscherwasser in Verbindung mit Sonne. Leider ist auch hier freies Campen streng untersagt, sodass wir uns entscheiden, die Nacht auf einem Naturcampingplatz ca. 10km entfernt zu verbringen. Es steht noch ein weiteres Wohnmobil darauf, später kommen noch vier junge Leute mit Zelt, sonst ist weit und breit nichts. Als wir draußen beim Abendessen sitzen hören wir ganz überrascht, dass wir nichts hören – es ist absolute Stille außer dem Surren von Fliegen oder Libellen. Wir sind in der Einsamkeit Neuseelands und diese Ruhe, diese Fahrt durch das so einsame Gebiet, das erinnert uns alles doch sehr an Amerika.

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Es ist soweit, die Pinguine kommen!

Freude und Betroffenheit liegen so oft so nah beieinander – und lassen einander trotzdem genug Raum.
Nach diesen tollen Erlebnissen in den Catlands haben wir, wie wir es euch schon erzählt hatten, zufällig von Touristen erfahren, dass dieses schwere Erdbeben in Christchurch war. Es war schon später Nachmittag und wir hatten auch hier noch keinen Handy-Empfang. Wir gingen kurz einen Cappuccino trinken und beratschlagten, was wir jetzt tun sollten. Wir entschieden daraufhin in die nächst größere Stadt zu fahren, damit wir erstmal zu Hause anrufen können und Bescheid geben, dass es uns gut geht. Wir hören von Alexander, was in deutschen Nachrichten schon alles veröffentlicht wurde und kaufen uns noch eine Zeitung. Furchtbare Bilder erwarten uns und wir leiden mit den Menschen in Christchurch mit, die gerade das vor einem halben Jahr erfolgte Erdbeben verwunden hatten. Wir planen nun erstmal einen Aufenthalt von zwei bis drei Tagen in einiger Entfernung von Christchurch und so fahren wir noch bis zum Abend auf einen Campingplatz in der Nähe von Dunedin, in Brighton. Wir wissen uebrigens noch nichts von den drei Maedchen, werden aber informieren, wenn wir etwas in Erfahrung bringen koennen.

Am nächsten Tag fahren wir auf die Otago-Peninsula, auf einer abenteuerlichen Straße direkt an einer Bucht auf Meereshöhe entlang, bis hinaus an die Spitze, um uns die Albatrosse anzuschauen. Die Führung, die dort angeboten wird, ist interessant. Wir sehen die Vögel auch live in nächster Nähe, aber leider nur die Mütter auf ihren Küken. Keiner fliegt, noch schlimmer: keiner landet! Na, so werden wir nie erfahren, ob auch die echten Albatrosse Schwierigkeiten beim Landen haben.

 

Gleich anschließend besuchen wir das hiesige Pinguinreservat, das vom allüberwachenden und allorganisierenden DOC New Zealand, dem Department of Conservation, unterstützt wird. Selbst Prinz Charles war schon hier und hat Auszeichnungen verliehen! Und nun kommen wir!
Die Führung dauert 90 Minuten. Eine Rangerin fährt mit uns hinaus an eine Bucht, die komplett für Menschen gesperrt wurde und in der versucht wird, diese hier speziell lebenden Gelbaugen-Pinguine wieder zu vermehren. Sie heißen so, weil sie eine gelbe Iris und gelbe Streifen am Kopf haben.

Es werden tausende von Bäumen gepflanzt, da diese Pinguine den Schutz zum Nisten und Brüten brauchen und es wird ihnen Unterschlupf gebaut.

Auch werden die Pinguine, deren Eltern nicht mehr zurückkommen oder diejenigen, die in der Station abgegeben werden, weil sie am Strand halb verhungert gefunden wurden, gefüttert und wieder aufgepäppelt. Übrigens sind diese die einzigen Pinguine, die an Land leben und nur zum Fischen ins Meer gehen. Hierbei schwimmen sie zwischen 5 und 25km ins offene Meer hinaus und fangen Sardinen und Dorsche, manchmal auch Tintenfische.  Sie können bis zu 123m tief tauchen. Alle anderen achtzehn Pinguin-Arten leben im Meer und gehen nur zum Brüten an Land. Auch ist es die einzige Art, die sich nicht an den Menschen anschließt.

An der Bucht angekommen führt ein schmaler Fußweg durch das Gebiet der Vögel, auf dem man ihnen sehr nah kommen darf, man muss nur ganz leise sein. Gleich zu Beginn versperrten uns zwei wunderschöne Exemplare den Weg und beratschlagten wohl lange darüber, ob sie uns durchlassen sollen. Sie entschieden sich dagegen und so mussten wir einen Umweg machen.

Außerdem wurde ein “Schützengraben” gebaut, durch den man getarnt läuft und so die Tiere schön beobachten und fotografieren kann. Mit den entsprechenden Informationen rund um die Gelbaugen-Pinguine kommen wir zufrieden über das Erlebte am Wohnmobil an und fahren noch ein paar Kilometer weiter zu einem wunderschönen, auf mehreren Ebenen angelegten Campingplatz. Dort machen wir erstmal einen Tag Pause, um all das Erlebte zu Papier, nein, natürlich zu Computer zu bringen.

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Die Catlins – der Süden der Südinsel

Ich glaube mich zu erinnern, dass wir auf unserer Irlandreise vor zwei Jahren erfuhren, dass es in Irland 80 verschiedene Grüntöne gibt – also hier auf Neuseeland sind wir derzeit beim Stand von 125 – und sind noch nicht ganz durch!
Schön ist ja auch, dass es hier keinerlei gefährliche oder giftige Tiere gibt. Du kannst wandern ohne Angst, dass hinterm nächsten Baum ein Bär steht (so wie es uns in den Rocky Mountains erging, wo wir laut Tipp der Rangerin ständig singen sollten um die Bären zu vertreiben), oder vor Dir eine giftige Schlange liegt (wie bei unserer Tour am Snake River in Colorado). Aber halt! Wer sagt das? Ich sage nur: 35 : 12
Das ist kein neuseeländisches Rugby-Ergebnis, sondern das Verhältnis der Stiche der Sandflies, dieser tückischen, immer in Gruppen auftretenden Sandfliegen, die uns seit den Fjordlands begleiten (danke an Michael und Petra, der Tipp, dass sie ab Haast auftreten war perfekt, so haben wir uns direkt vorher mit den von Roland empfohlenen Mittelchen eingedeckt – leider haben wir sie nicht rechtzeitig verwendet…:-)). Übrigens liest sich das Verhältnis Paul 35 : Barbara 12 – immer muss er gewinnen :-) !

Trotz dieser kleinen Übeltäter haben wir echt Glück! Unsere mit Spannung erwartete Tour im äußersten Süden der Südinsel durch die sogenannten Catlins ist nicht verregnet – oder fast nicht. Diese Southern Scenic Route an der Pazifikküste entlang ist wieder total wild und einsam, zwischen tosenden Klippen (natürlich tost das Meer, hi,hi) erstrecken sich unendlich weite Weideflächen für Schafe, aber auch Rinder und Rehe werden hier gezüchtet. Menschen sind hier eindeutig in der Unterzahl – und wenn wir dann die Touristen noch rausrechnen bleibt nicht mehr viel. Der südlichste Punkt Neuseelands, der Slope Point, ist erstes Ziel. Hier die Koordinaten, die Paul für euch eigens berechnet hat: 46°40’40” Süd, 169° 0’ 11” , zum Äquator 5140km und zum Südpol 4803km.

Dann soll die Curiobay folgen, denn hier wollten wir endlich soooo gerne Pinguine sehen, aber nein, leider, leider, es sollte noch nicht sein. Dafür gibt es hier versteinerte Baumstämme zu bewundern, die schon vor Jahrmillionen aufgrund des steigenden Meeresspiegels und Vulkanausbrüchen entstanden. Leider sind schon eine ganze Menge dieser Versteinerungen von Fossilienjägern geraubt worden, man sieht aber immer noch genug. Hochinteressant!

In Waikawa, einem kleinen Nest, in dem wir noch das liebevoll bestückte Heimatmuseum besuchen, übernachten wir erstmal.

Weiter setzen sich die Höhepunkte dann fort mit einem Traumstrand mit großen, vom Meer ausgewaschenen Höhlen, an dem wir uns eine ganze Weile aufhielten.

Einem Wasserfall, der terrassenförmig den Berg herunter fließt – den hätten wir auch gerne auf unserer Terrasse…

Dann folgt nochmals (wie so oft und immer wieder ein Genuss) ein langer Sandstrand in Newheaven, an dem bei Ebbe die Seelöwen und Pelzrobben aus dem Wasser kommen und uns fast mit Flossenschlag begrüßen. Na, wir hatten Spaß!

Zu bemerken ist noch, dass man sich jeden dieser kleinen Höhepunkte schwer erarbeiten muss, und zwar indem man kilometerlange Abstecher dieser Southern Scenic Route über die schlaglochreichen Schotterpisten bewältigt…
So, jetzt fehlen uns immer noch die hier sogenannten Penguins und wir fahren zum Nuggetpoint, der die Chance darauf erhöhen soll. An diesem Nuggetpoint laufen wir zu einem weißen Leuchtturm raus über eine schmale Klippe, und dort haben wir Aussicht auf hunderte von Robben. In dem Felsgeflecht bilden sich wie kleine Swimmingpools, die die Seehunde und Seelöwen als solche auch verwenden und wir haben einen Riesenspaß dran, sie dabei mit dem Fernglas zu beobachten.

Pinguine aber sehen wir nicht! Mist! Aber eine Chance haben wir noch – uns bleibt noch die Otago-Halbinsel bei Dunedin, dort ist eine Schuttzone für Pinguine. Und für Albatrosse! Ich denke dabei sofort an einen Trickfilm von Walt Disney, bei dem die landenden Albatrosse immer ins Straucheln gerieten, da sie das nicht so gut beherrschen – na, da freuen wir uns schon drauf!

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Historie, Party und Natur

Den historischen Teil der Überschrift finden wir in Arrowtown unser Ziel, das wir wiederum mit einer Fahrt durch fast unbesiedeltes Gebiet mit viel Obstanbau erreichen. Halt! Eines haben wir unterwegs noch: und zwar einen guten neuseeländischen Rotwein direkt vom Winzer, natürlich mit einer kleinen Weinprobe (das musste unbedingt gesagt sein!) gekauft, denn außer Obstanbau gibt es auch recht große Weinanbaugebiete.

 

 

 

 

 

Nun zu Arrowtown. Es ist eine Stadt, die wie so viele hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem Goldrausch verfallen war. Sie wurde sehr schön restauriert. Zwar touristisch, aber dennoch sind die Häuser im Ursprung echt. Interessant sind hier auch die chinesischen Ansiedlungen, von denen ebenfalls die ersten Behausungen, die die ersten chinesischen Goldgräber errichtet haben, erhalten blieben und erhalten werden.
Die Party finden wir in Queenstown – wie unsere Mädels schon gesagt hatten “hier rockt der Bär”- hier ist eine Kneipe an der anderen und eine voller als die andere und überall spielt nicht nur Musik, sondern auch Alkohol eine Rolle. Zu Buchen gibt es hier alles, vom Jetboot fahren über Bungee-Jumping, Hubschrauberflug und so weiter und so weiter. Also, kurzum, hier brauchen wir uns nicht länger aufzuhalten und suchen uns ein, im wahrsten Sinne des Wortes, ‘nicht zu toppendes Übernachtungsplätzchen’, denn die Stadt liegt an einem Hügel an dem viele gut betuchte Queenstowner ihr Häuschen gebaut und fast ganz oben einen Platz für uns übrig gelassen haben. So verbringen wir die Nacht mit dem Blick über die Stadt und die gesamte Bucht!
Die Natur finden wir im Milford Sound. Nun, erstmal von vorne, denn wir hatten ja eigentlich vor, auf Empfehlung nicht den großen Milford Sound zu befahren, sondern den kleineren, engeren Doubtful Sound (der so heißt, weil Captain James Cook damals nicht in diesen Sound hinein gefahren ist, weil er gezweifelt (Zweifel – Doubt) hatte, ob er wieder raus kommt). Da uns nun doch langsam nach vier Wochen das etwas feuchtere Wetter Neuseelands erreicht hat (‘heavy rain’ hieß die Wettervorhersage …und sie stimmte!) und die Prognose für den Milford überraschenderweise noch besser ausfiel, als für den Doubtful, haben wir uns entsprechend entschieden (unser Zweifel wurde dazu noch untermauert vom Preis: 500NZD, also ca. 260€ pro Person war uns für eine Regenfahrt schlicht zu teuer). Schade, trotzdem noch mal vielen Dank für den Tipp an Moni und Ulf, nun ist eine weitere Empfehlung von euch sozusagen ins Wasser gefallen (zuerst das ‘Buschbähnchen’ wegen der Überschwemmungen im Norden und nun der Sound wegen ergiebigen Regenfällen im Süden – bitte richtet schon mal eure Fotos von Beidem, die schauen wir uns dann ergänzend von euch an!)

Lange Rede kurzer Sinn, schon der Weg von Te Anaua, dem Ausgangspunkt für die Sounds (Fjorde), bis hin zur Schiffsanlegestelle der vielen Tourenboote ist schon die Fahrt alleine Wert. Hab’ ich eigentlich in diesen Reiseberichten schon mal das Wörtchen spektakulär gebraucht? Ja? Und ihr könnt es nicht mehr hören? Sorry, gebt mir Ersatzwörter, und solange verwende ich es weiter, o.k.?
Diese Landschaft zwischen den hoch aufgeschobenen Bergen, ein Tunnel mit bis zu 10% Gefälle, einer eindrucksvollen, wie von Künstlerhand geformten Steinformation, die von einem reißenden Flüsschen im Regenwald gestaltet ist.

 

Dann, als Gipfel der Erlebnisse, die Fahrt mit einem relativ kleinen Boot (vielleicht zwanzig Leute mit uns) durch den Sound. Der Kapitän hat uns dicht an die steil herab fallenden Felsen herangefahren um spektakuläre Blicke auf gefällige oder auch tosende Wasserfälle zu erhaschen (auch Wasserfälle die gar nicht mehr unten ankamen!).

Er hat uns dicht an einer Gruppe Seehunde, die auf Felsvorsprüngen leben, vorbeigeschippert und zu allem Glück hat er noch eine Familie Delphine erwischt, die neben dem Boot hergeschwommen sind und größer waren als die, die uns bei der Fährüberfahrt ‘über den Weg geschwommen’ sind. Trotzdem der heavy rain immer heavier wurde standen wir die ganze Zeit an Deck und freuten uns an der Landschaft. Ein fast unbeschreibliches Erlebnis, das wir am Abend auf einem Naturcampground direkt an einem Flüsschen mit einem Gläschen Wein des hiesigen Winzers ausklingen ließen.

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Earthquake in Christchurch

Hallo ihr Lieben,

wir bedanken uns fuer eure lieben Gedanken, Nachfragen, Sorgen und guten Wuensche!! Das hilft sehr in einer solch irrealen, schlimmen Situation. Wie ihr von Alexander gehoert habt, haben wir ja vorerst nichts mitbekommen, bis wir dann ueber andere Leute informiert wurden. Wir sind sehr betroffen! Die armen Menschen  in dieser bereits vor einem halben Jahr von einem Erdbeben betroffenen Stadt! Es herrscht Ausnahmezustand, es gibt weder Strom noch Wasser. Soeben haben wir in den Nachrichten gehoert, dass 98 Tote zu beklagen sind und es noch 229 Vermisste gibt. Gut ausgebildete Retter sind vor Ort und tun ihr Bestes.

Wir muessen abwarten, wie es weitergeht, alle jetzt folgenden Erschwernisse fuer uns sind nicht schlimm, da es uns Gott sei Dank gut geht und wir alles andere schon meistern werden. Die naechsten Tage werden wir uns erkundigen, ob der zur Zeit gesperrte Flughafen bis naechste Woche wieder freigegeben wird und ob unser Hotel noch steht, in dem wir fuer eine Nacht vor unserem Abflug untergebracht werden sollten. Heute haben wir Touristen getroffen, deren Hotel zerstoert wurde und die wohl direkt zum Flughafen fahren werden. Also, alles noch offen, wir werden weiter Berichten.

Da wir trotz alledem heute einen wunderschoenen Tag in der Natur Neuseelands erlebt haben moechten wir unbedingt weiterhin von unseren Erlebnissen berichten. Seid gespannt, morgen gibt es sehr wahrscheinlich die naechsten Berichte.

Herzliche Gruesse von uns beiden Reisenden, die sich freuen, dass ihr uns alle die Daumen drueckt!

Barbara & Paul

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Aktuell: Barbara und Paul sind gesund und munter!

Liebe Blog-Fans,

heute morgen gegen halb sieben (in Neuseeland am Abend) haben Barbara und Paul angerufen und berichtet, dass es ihnen gut geht.

Sie hatten bis dahin noch gar nichts vom Erdbeben mitbekommen und trafen zufällig auf Deutsche, die ihnen die Geschehnisse erzählten und auch eine Zeitung zeigten. Unsere Annahme war richtig, dass sie sich noch so weit im Süden aufhielten, dass das Beben bis dorthin nicht zu spüren war.

Ich soll alle Leser, Freunde und Bekannte ganz herzlich grüßen und nun sind wir gespannt, wie es in Christchurch weitergeht, da dort am Ende der Reise das Wohnmobil abgegeben werden sollte und der Rückflug vom Flughafen in der nun sehr mitgenommenen Stadt angetreten wird.

Aber bis dahin ist noch etwas Zeit und ich wünsche allen in Deutschland einen angenehmen Mittwoch und unseren beiden Reisenden eine gute Nacht und weitere interessante und gesunde Tage in Neuseeland!

Klangvolle Grüße
Alexander

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Aktuell: Erdbeben in Neuseeland

Liebe Leser des Blogs von Barbara und Paul,

da mich bereits viele E-Mails und Anrufe erreichten, denke ich, dass ich hier kurz über den aktuellen Stand schreiben sollte:

In Neuseeland gab es um Mitternacht unserer Zeit, also zur Mittagszeit vor Ort (kurz vor 13 Uhr), ein sehr schweres Erdbeben. Es ereignete sich 15km südlich von Christchurch und nur 5 Kilometer unter der Erdoberfläche. Die Stärke 7,1 spricht für sich. Unsere Reisenden dürften weit davon entfernt sein und vielleicht weniger davon wissen als wir, aber dennoch hatten wir noch keinen Kontakt seit heute Nacht.

Barbara und Paul hatten vorgestern angekündigt, dass sie die nächsten Tage schlecht zu erreichen sind. Daher können wir ausschließen, dass sie sich in einer Großstadt befinden. Ebenso können wir ihre Route verfolgen und sehen, dass die Linie von Hokitika über den Franz Josef Gletscher hin zum Jackson Bay weiter richtig Süden, also fernab von Christchurch führt. Die beiden haben sowieso immer ihren Glücksengel dabei!

Ich werde umgehend hier kurz melden, wenn ich einen Anruf, eine SMS oder eine E-Mail von unseren beiden Reisenden erhalten habe.

Danke, dass Ihr Euch alle so lieb um die beiden sorgt,
Alexander

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Die Jackson Bay

Als Gehimtipp wird noch in unserem Reiseführer die Jackson Bay gehandelt, allerdings ist das wohl inzwischen auch nicht mehr der Fall. Dennoch ist es eine durch ihre Geschichte interessante Bucht, die immerhin ca. 50km von besiedeltem Gebiet aus in der Pampa liegt. Kurz haben wir überlegt, ob wir diesen langen Abstecher überhaupt machen sollen, uns aber dann dafür entschieden. Übrigens fängt hier auch Pinguingebiet an – entsprechende Warnschilder sind aufgestellt, gesehen haben wir leider noch keinen.

Genau zur richtigen Zeit, so gegen 18.30h kamen wir dort an und genau zu dieser Zeit kamen dort auch Fischer, die Thunfisch und Hummer gefangen haben, an, um ihn auszuladen. Es waren nicht viele, vielleicht fünf oder sechs, der ganze Ort besteht aus acht oder neun Häusern, keiner interessiert sich für uns. Die Bucht liegt in der Abendsonne ruhig am Meer. Außer uns steht noch ein weiterer Camper am Hafen. Wir entscheiden, die Nacht hier zu verbringen und schauen erstmal den Fischern zu.

Dann kommen wir an einem winzigen Restaurant vorbei, so groß wie ein viertel  Eisenbahnwaggon, darin befindet sich aber auch gleichzeitig die Küche und noch eine Funkstation. Weiter drei Vierertische und zwei Zweiertische – mehr geht nicht. Wir fragen die Lady, offensichtlich ein “Ein-Frau-Betrieb“, ob sie frischen Hummer macht, aber sie bittet uns erstmal Platz zu nehmen, weil sie noch andere Gäste bewirten muss. Dann erklärt sie, dass es zur Zeit keinen Hummer gibt, es ist keine Saison. Aber Fisch können wir haben. Einen in Butter gebraten und dann so Sardellenartige kleine weiße Fische, Whitefishes in Ei, dazu Salat und Pommes. O.K.. Das klingt gut. So essen wir hier ganz romantisch und schauen dabei auf die Bucht, die immer leerer wird, weil ein Fischerkahn nach dem anderen an Land gezogen wird.
Die Geschichte der Bucht ist traurig, denn um 1860 rum haben windige Geschäftsleute den ankommenden Siedlern teuer kleine Partiellen Land verkauft, ohne ihnen zu sagen, dass dieses regenreiche Land gar nicht dazu geeignet ist, Gemüse und Sonstiges anzupflanzen. Es wurde mit großem Pomp ein Hafen eingeweiht, dann wurde begonnen eine Straße in Richtung Süden zu bauen, um die Handelswege zu schaffen, dieser Bau wurde aber irgendwann einfach eingestellt und so endet sie noch heute im Niemandsland. Die Siedler zogen zum großen Teil wieder weg, manche blieben zum Fisch-, aber vor allem Hummerfang. Auch Jade-Abbau spielte noch eine Zeit lang eine Rolle, heute aber nicht mehr. Ganz in der Nähe ist ein kleiner Siedlerfriedhof zu besichtigen, der uns diese Geschichte gedanklich abschließen lässt. Wir sitzen in unserem Wohnmobil und genießen die langsam im Dunkel versinkende Bucht bei einem Glas neuseeländischem Rotwein und schreiben noch ein paar Ansichtskarten.

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Franz Josef und Fox Gletscher

Diese beiden berühmten Gletscher haben eines gemeinsam: sie kommen mit ihren Gletscherzungen fast auf Meereshöhe herunter. Auf relativ kurzen Wegen, mal eineinhalb Stunden durch den z.Zt.  leeren Gletschersee des Franz Josef Glacier, mal eine Stunde am Gletscherfluss entlang des Fox Glacier  braucht es, um ganz nah heranzukommen. Es ist gigantisch. Du läufst im T-Shirt und kurzen Hosen zu diesem Eisriesen hin, auf dem Seilschaften mit Eispickeln unterwegs sind. Der Fox Glacier ist 2,5km lang und glitzert an einer Stelle, die frisch auseinandergebrochen ist, weiß und strahlend in der Sonne.

Zwischen diesen beiden Eisriesen liegen ca. 20km, die absolut unbesiedelt sind. Wo gibt es das noch bei uns? Kein Mensch lebt da, nur diese eine Straße schlängelt sich durch. Bevor wir den Fox Glacier besuchten machten wir noch eine kleine Morgenwanderung um den Matheson Lake, zum “View of Views”, wo das Spiegelbild des höchsten Berges Neuseelands, dem Mount Cook, bei gutem Wetter zu sehen ist – das haben wir zwar nicht gesehen, der Wind hat den See zu sehr bewegt, aber die Bush- Wanderung war wunderschön.

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Hokitika – Jade und wilde Strände

Nun ist schon der 15. Februar und wir kommen aus den Höhepunkten unserer Reise nicht mehr raus – wir müssen unbedingt mal wieder eine kurze Pause einlegen, sonst passt nix mehr in den Speicher im Kopf rein. Und der kleine Wäscheberg sucht auch nach einer Waschmaschine und die Reiseberichte wollen formuliert werden und die Bilder beschriftet und gespeichert – ja, findet ihr nicht auch, dass wir mal eine Pause verdient haben? Jedenfalls finden wir den idealen Platz, diese Pause einzulegen:
In Hokitika!
Ein kleiner, aber feiner Campingplatz direkt am Strand, mit Laundry und allem was wir brauchen. Die Stadt ist Hochburg der Jade-Kunst, das heißt, es wird hauptsächlich Schmuck aus Jadesteinen hergestellt. In einer kleinen Manufaktur, in der man sogar so was lernen kann (auch als Tourist), finden wir natürlich auch eine Kleinigkeit…

Nachdem wir an dem Ankommenstag wirklich erst mal unsere “Arbeit” machten, konnten wir am nächsten Tag am Strand entlang in die Stadt gehen. Aber, an  w a s  für einem Strand!! Wildes, schäumendes Meer hat den ganzen langen Sandstrand voller Strandgut aus Holzstämmen übersäht. Aus diesen, manchmal bizarren, Holzstämmen haben sogar Künstler in einem kleinen Wettbewerb Holz-Skulpturen erstellt und diese sind sehenswert. An einer Stelle fliest ein mächtiger Fluss ins Meer und an diesem Punkt sind um die Jahrhundertwende 1890 bis 1910 viele Schiffe gekentert, deren ertrunkenen Seeleute mit einem kleinen Denkmal gedacht wird.
Wir nutzen diese kleine, nicht besonders schöne, aber dennoch ganz nette Stadt, um einen Internetzugang zu finden, denn wieder einmal hindert uns unser kleines Netbook an ungetrübter Internetverbindung. Diesmal sind wir selbst ein wenig mit Schuld, denn unser Antivirusprogramm ist abgelaufen und wir haben es zwar noch zu Hause verlängern lassen, haben aber nicht darauf geachtet, ob die Rechnung abgebucht ist und – ihr könnt es euch denken, war sie nicht. Nun mailten wir hin und her, letztendlich müssen wir es uns erneut herunterladen. Da es hier in Neuseeland aber keine Flatrates gibt, kaufen die Leute Megabites ein. Wenn wir dann z.B. am Campinglatz einen WiFi-Anschluss bekommen, kaufen wir wiederum von denen die MB’s ab. Nun ist es schwierig abzuschätzen, wie viel wir brauchen und deshalb suchten wir nach einer “Endlos-Lösung” – und fanden sie in einer Library, einer städtischen Bücherei. Denn hier in Neuseeland ist es genauso wie z.B. in Finnland, die Leihbüchereien bieten jedem kostenlosen Internetzugang. So verging zwar ein herrlich sonniger Vormittag, aber wir hatten zumindest unser kleines Problem gelöst und konnten noch einen guten Kaffee im Café de Paris trinken, das historisch am Platz ist. Von dort aus soll nämlich die Kaffekultur nach Neuseeland gebracht worden sein. Am Strand entlang laufen wir wieder zurück auf unseren Campingplatz und haben abends dann noch ein wenig mit Julia und Alexander geskypt – und die MB’s  bis aufs Letzte “verbraten”.

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