Salamanca ♥️

Hallo liebe Blogfreunde,

wir freuen uns riesig mal wieder in Salamanca zu sein. Zum dritten und sicher nicht letzten Mal.

Diesmal radeln wir von unserem Campingplatz Richtung Kathedrale mit unseren Fahrrädern am Fluss Tormes entlang mit Blick auf die Weiten der kastilischen Hochebene, einer trockenen Gegend mit viel Landwirtschaft. Nach einer ca. 20minütigen Fahrt mit Überquerung des Flusses und seinen Nebenarmen landen wir auf der berühmten Ponte Romana und halten diesen Moment erstmal im Bild fest.

Dann nehmen wir die auf 800m Höhe thronenden Kathedrale als Startpunkt unserer Visite ins Visier. 

Sie ist eines der vielen beeindruckenden Bauwerke dieser Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Dieser besondere gelbe Sandstein der Gegend, der die Farbe der Weizenfelder widerspiegelt, leuchtet warm in der Sonne. Wir schauen uns kurz an und – na klar, die erste Handlung ist die witzige Wiederfindung des kleinen Astronauten an einer der Fassaden, die ein Steinmetz als kleine Besonderheit mit eingearbeitet hat.

Wir bummeln durch die Straßen direkt durch das Universitätsviertel Salamancas, das eine herrlich lebhafte, junge und moderne Atmosphäre schafft.

Oben seht ihr einen Uni-Innenhof und unten einen der vielen Hörsäle von früher. Wie man das Wort Hörsäle schreibt musste ich tatsächlich nachschauen. Hörsaal, Hörsäle. Nun gut, eine kleine Exkursion in die Welt der Rechtschreibung. 🙂

So viele Studenten und vermutliche Professoren die das Stadtbild prägen. Die Universität von Salamanca wurde im Jahr 1218 gegründet und zählte im Mittelalter zu den wichtigsten Universitäten in Europa. Das Hauptgebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert und bietet an seiner Fassade unter den vielen Ornamenten wiederum ein witziges Element, nämlich einen kleinen Frosch. Es soll Glück bringen, diesen ohne fremde Hilfe zu finden, darum wollen wir gar nichts weiter verraten. 

Offiziell soll er die Ausschweifungen im Leben symbolisieren, die nach dem Tod gesühnt werden – eine Mahnung an die lebenslustigen Studenten. Und wir haben ihn, obwohl zum zweiten Mal gesucht, auch dieses Mal ehrlicherweise nicht so ganz alleine gefunden. 

Wir kommen auf dem Weg zum Plaza Mayor am ‚Casa de las Conchas‘ (Haus der Muscheln) vorbei, einem Stadtpalast dessen Fassade mit mehr als 300 Jakobsmuscheln aus dem hier üblichen goldgelben Sandstein geschmückt ist, dem Symbol der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela. Hinter diesen historischen Mauern befindet sich ganz profan die Stadt-Bibliothek für die Bürger der Stadt.

Unser Ziel, der berühmte ‚Plaza Mayor‘, der als der schönste Platz in Spanien gilt, was wir, nachdem wir inzwischen bereits so viele dieser Plazas gesehen haben, absolut bestätigen würden. Welch wunderschöner „Eingang“!

Er wurde der Stadt übrigens von Felipe V. im Jahre 1729 zum Geschenk gemacht. An allen Seiten ist er von dreistöckigen Gebäuden umgeben, deren Arkaden, in denen sich Geschäft an Geschäft und Restaurant an Restaurant reihen, Schutz vor der Sonne bieten. Welch wunderbare Atmosphäre! 

Nach dem Besuch des Tapas-Restaurants ‚Tapas 2.0‘ (von Freunden empfohlen und von uns direkt weiter zu empfehlen), radelten wir zurück um am nächsten Tag die Stadt in der berühmten Abendsonne zu genießen, die den besonderen Stein so richtig zur Geltung bringt. Aufgrund von durchziehenden Regenschauern wurde es zwar später als erwartet, die Luft war dafür umso angenehmer.

Für diesen Abend blieb noch der leider geschlossene Dominikanerkonvent, ein Meisterwerk plateresker Kunst, über dessen Portal sich Medaillons und Wappen aneinander reihen. Das Gebäude beeindruckt bereits allein nur durch seine Fassade.

Als kleines Besichtigungs-Highlight wählten wir noch den ‚Palacio de Monterrey‘ aus, um mal die traditionelle Innenansicht eines solchen Palastes gesehen zu haben. 

Ein unvollendeter Palast aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit einem ganz besonderen Dekor im oberen Teil. Wie wir gelesen haben repräsentiert er in typischer Weise den Stilgeschmack des spanischen Adels in der Epoche des Siglo de Oro und gehört heute dem Haus Alba.

Südlich der Kathedrale liegt das Museum Casa Lis mit seiner so besonderen dunkelblauen Glas-Fassade (nochmal nachschauen!!!), dessen Besuch wir auch diesmal nicht geschafft haben. Vielleicht einfach nur im Unterbewusstsein, damit es einen Grund für ein Wiederkommen gibt.

Für uns und somit vielleicht auch für den ein oder anderen von euch auch noch erwähnenswert:

Wenige Monate vor seiner Seereise nach Amerika musste Kolumbus in Salamanca versammelten skeptischen Professoren und Kardinälen seine Theorien bezüglich des Erdumfangs und des Abstands von Europa zu Asien erläutern und die Pläne behandeln, den Osten, hier Indien, über den Westen zu erreichen. 

Hierzu gibt es ein sehr bekanntes Historiengemälde von Emanuel Leutze aus dem Jahr 1841. Es zeigt den Seefahrer wie er 1486 einem Gremieum aus Geistlichen und Gelehrten seinen Plan zur Entdeckung eines Seewegs nach Indien vorstellt.

Entnommen aus Wikipedia

Was ich auch noch, einfach by the way, interessant fand, es soll in Salamanca das beste Hochspanisch gesprochen werden. Dies und die vielen angebotenen organisierten Sprachkurse führen dazu, dass sich die Stadt in den Sommermonaten stets mit ausländischen Studenten füllt.

Mit einer Träne im Knopfloch verabschieden wir uns von diesem so besonderen Ort und machen mal ein paar Tage Urlaub an der portugiesischen Küste. Mal schauen, was wir interessantes für euch entdecken!

Es grüßen herzlich eure Weltenbummler Barbara & Paul

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