Nazaré – Traumstrand und Wellen

Hallo liebe Blogfreunde,

wir sind inzwischen in Nazaré gelandet und stellen fest, dass wir hier die angenehmeren, morgens und abends fast zu kühlen Temperaturen haben – im Gegensatz zu der Hitze in Deutschland. Sehr erholsam.

Als erstes müssen wir euch unbedingt ein paar Fotos dieser wunderschönen portugiesischen Stadt zeigen. Sie teilt sich ein in die Unterstadt direkt am Strand und die Oberstadt, die auf einem ca. 100m hohen Felsen thront.

Von dort oben kann man in Herbst und Winter ein gigantisches Surf-Spektakel beobachten, da es zu dieser Zeit aufgrund der geologischen Gegebenheiten im Meeresboden Riesenwellen gibt, die höher als 30m werden.

Es sind tatsächlich die weltgrößten Wellen, darum treffen sich hier zu dieser Jahreszeit auch die besten Surfer der Welt. Momentan sind die Wellen „nur“ ca. 2m hoch, aber aufgrund der Bodenbeschaffenheit dennoch mit Respekt zu genießen (wie wir beide leidvoll erfahren durften, als uns eine unvorhergesehen starke Welle ruckzuck wieder an den Strand zurück warf ;))

Beide Teile Nazarés gefallen uns gut, die kleinen Gassen mit wehender Wäsche, die weißen Häuser mit ihren traditionellen Kacheln und der Platz, der einfaches, südamerikanisches Flair verbreitet. Nicht so „rausgeputzt“ wie in anderen Städten, sondern natürlicher. 

Das Viertel am Strand punktet mit einer langen Promenade (auch bei Nacht), den vielen kleinen Restaurants und der Markthalle mit ihrem großen Angebot und den Lädchen, die zum Kauf von Souvenirs einladen.

Zu diesen kleinen Zelten, die wir von oben fast wie ein Kunstwerk empfunden haben, gibt es eine Historie:

Diese Zelte sind ein echtes Wahrzeichen von Nazaré. Sie dienten zu Zeiten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vor allem als Schutz vor Sonne und Wind für Badegäste. Das Baden im Meer wurde in Portugal zu dieser Zeit zunehmend populär und in Nazaré entwickelte sich daraus eine regelrechte „Strandkultur“. Damals war das besonders wichtig, da man nicht einfach in Badehose oder Bikini ging.

Die Zelte wurden und werden traditionell von lokalen Frauen („mulheres da praia“) vermietet. Das steht auch in Verbindung mit der Fischertradition. Denn während die Männer auf See waren hatten die Frauen eine zentrale Rolle im Leben und Einkommen der Familie. Heute werden auch zeitlich begrenzte Lizenzen für Strandbetreiber vergeben, ausdrücklich nur für „barajas, toledo e chapéus de sol“ – also für Zelte, Sonnensegel und Sonnenschirme zum Schutz der Badegäste. Die ungewöhnliche Symmetrie ergibt sich aus der Lage mit kräftigem Wind und Sichtschutz.

Bei einem weiteren Strandbummel trafen wir diese nette Gruppe an ihrer „Roller-Bar“, die mit unserem Foto selbstverständlich einverstanden waren. 🙂

Die Markthalle ist riesig und bietet alles, was das Herz und vor allem der Magen begehrt. Samstags ist dann zusätzlich noch Fischmarkt. Ein Traum!

Zwischendurch entschieden wir uns spontan für einen kleinen Ausflug in das Nahe Alcobaça, wo sich eine der attraktivsten historischen Sehenswürdigkeiten Portugals befindet.

Ca. 100km nördlich von Lissabon befindet sich das bekannte Zisterzienser-Kloster, das zwar bereits 1833 von den Mönchen aufgegeben wurde, heute aber eine der attraktivsten historischen Sehenswürdigkeiten Portugals darstellt mit über 250.000 Besuchern im Jahr. Es handelt sich um das Kloster der Heiligen Maria, „O Mosteiro de Santa Maria de Alcobaça“, Weltkulturerbe seit 1989 und eine der größten Klosteranlagen Portugals mit der auch heute noch größten Kirche des Landes, die über viele Jahrhunderte als geistliches Zentrum des Landes galt, sein Abt gehörte zu den wichtigsten Ratgebern des Königs, für alle die es genau wissen wollen: sie wurde 1153 vom ersten portugiesischen König Afonso I. Henrique gestiftet.

Auf uns wirkt diese enorm große Kirche sehr eindrucksvoll, ohne viel Schnick Schnack. Die Geschichte der beiden Verstorbenen in den Grabmälern (Meisterwerke mittelalterlicher Steinmetzkunst)  im Querschiff hat uns sehr berührt. König Petro I. und Inês de Castro wurden so aufgestellt, dass sich die Liebenden am Tag der Auferstehung direkt in die Augen blicken können. Inês de Castro war die verbotene Liebe des portugiesischen Thronfolgers und wurde auf königliche Anordnung ermordet. Portugals „Romeo und Julia“. Posthum wurde sie dann doch zur Königin. Was für eine Geschichte!

Zurück in Nazaré verbringen wir noch ein paar Tage am Strand.

Und endlich haben wir Zeit für einen Testlauf mit unserem neuen „Omnia-Backofen für Wohnmobile“, backen einen Marmorkuchen und grüßen von dieser Stelle mit einem dicken Danke für diese Empfehlung Gisi und Andreas! 🙂 

Vorher:

Nachher:

Und zum Abschluss beschert uns der Himmel einen besonderen Sonnenuntergang, der uns rote Wolken hinter den Pinien am Berg zaubert. Traumhaft.

Und schon ist schon wieder ein kleines Kapitel unserer Reise abgeschlossen, dies war diesmal der südlichste Punkt unserer Tour und so machen wir uns die Tage auf den Rückweg – natürlich mit weiteren Stopps, auf die wir euch gerne wieder mitnehmen. 

Also, dranbleiben. 😉

Es grüßen herzlich 

eure Weltenbummler Barbara & Paul  

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