Hello again from Down Under,
vorab möchten wir uns bei allen Gästebucheinträgern, -einträgerinnen und Kommentarschreibern und –schreiberinnen wieder mal herzlich bedanken. Nette Bemerkungen, begleitende Worte, das bereits erwähnte Gedicht von Moni und diesmal ganz besonders die von Jutta erteilte zoologische Aufklärung bezüglich der „großen Laufvögel“ und anderem macht uns einen Riesen Spaß! Gerne weiter so. Alexander muss ich sagen, dass wir natürlich nicht alle Tiere, die mit ‚u‘ enden, für den Kleinsten einpacken können, und für alle, die sich noch nicht getraut haben wegen dieses „blöden Captcha-Codes“ sei an dieser Stelle motivierend erwähnt, dass selbst meine 82-jährige Mutter einen Gästebucheintrag mit ihrem „kleinen Computer“, dem Tablet, geschafft hat. Und der Code ist wirklich wichtig für unseren Blog, damit da keine Massen-Spams reinkommen. Habt bitte Verständnis dafür.
Wir sind inzwischen in Canberra, der Hauptstadt Australiens angekommen. Am Rand der Stadt haben wir einen Campingplatz gefunden, der unsere Anforderungen bei weitem überschreitet, leider aber alle anderen Plätze ausgebucht waren. Eines ist klar: diese Übernachtung wird damit zum Wellnesstag unserer Reise, denn wir haben ein eigenes Bad. Kein eigentliches Bad, nein, man kann sagen, ein eigenes BADEHAUS! Das hatten wir noch nie! Seht euch das an, der Hausherr persönlich:

Nachdem wir den Wellnessbereich ausgiebig genutzt hatten ging’s auf Sightseeingtour. Der erste Punkt, das Parlament. Genauer gesagt, das neue Parlament. Alleine schon das Gebäude ist eine architektonische Meisterleistung. Nachdem wir eine Parlamentsdebatte um das leidige Thema Steuern angehört hatten empfahl uns ein Security-Mann, unbedingt vom Dach aus noch einen Blick auf die Stadt zu werfen. Welch herrlicher Blick auf die tatsächlich am Reißbrett entstandene Stadt. Bei der Planung hat man nichts dem Zufall überlassen. Wie an einer Schnur gezogen durchquert eine Straße die Stadt vom neuen Parlament hinüber zum War Museum. Sie liegt strategisch günstig zwischen Sydney und Melbourne und es ist auch nicht weit zum Ski fahren in den Snowy Mountains, bzw. zum Baden an den weißen Stränden der Südküste von New South Wales.

Nachdem wir noch die außerordentlich geometrisch angelegte Innenstadt kreuz und quer durchfahren hatten, begaben wir uns erstmal wieder in unser Badehaus, ähm, auf den Campingplatz. Am nächsten Morgen wurden wir durch die inzwischen schon eher gewohnten Vogelschreie der Papageien und das Lachen des Kookaburra geweckt. Heute steht nun das alte Parlament auf der Tagesordnung, das inzwischen zu einem Museum der Zeitgeschichte wurde. Sehr detailverliebt ausgestattet erlaubt es einen Einblick in die politische Historie Australiens. Übrigens sind in Canberra rund 90 diplomatische Vertretungen von Ländern aus aller Welt ansässig.


Paul war für kurze Zeit der Parlaments-Präsident …

Und hier noch das ehemalige Zimmer vom Premierminister:

Da die brütende Hitze schwer auf der Stadt liegt und der Asphalt ziemlich heiß ist, entscheiden wir uns vor dem Stadtbummel für den Besuch des – wie überall natürlich mit Eisestemperaturen – klimatisierten Australischen Nationalmuseums. Versehen und liebevoll aufgebaut mit allen wichtigen Gegenständen und Geschichten aus der Entstehung des heutigen Australiens, seiner Ureinwohner und ‚Settler‘ (Siedler) bis zum großen wirtschaftlichen Aufschwung – alles ist auf drei verschiedenen Ebenen zu besichtigen.
In der Gegend um die heutige Stadt Canberra lebten Ureinwohner des Ngun nawal-Volkes in kleinen Familienverbänden. Sie führten ein friedliches Leben als Jäger und Sammler, ernährten sich von dem, was das Land hergab und folgten ihren Riten und Gebräuchen, bis sie ab den 1830er Jahren von europäischen Siedlern zunehmend zurückgedrängt und ihrer natürlichen Umgebung beraubt wurden. Das Handeln der weißen Einwanderer erwies sich auch im Hinblick auf das bis dahin im Einklang befindliche Ökosystem des Landes als katastrophal. Die mitgebrachten Huftiere störten dieses empfindliche System. Auch fielen viele Aborigines darüber hinaus tragischerweise den von den Weißen eingeschleppten Krankheiten und Seuchen zum Opfer.


Der anschließende Bummel durch die Einkaufsstraßen der Stadt machte sehr deutlich, dass es sich um eine große Universitätsstadt handelt, spiegelt aber auch komplett die unglaubliche Internationalität Australiens wieder. Bei einer kurzen Pause mit Waffeln und Eis können wir dem Leben und Treiben in Ruhe und mit Begeisterung zuschauen.


Nun aber erstmal genug der Großstadt. Bis wir alsbald in Sydney zur großen Sightseeingtour starten, führen wir euch zurück in die Natur. Und die ist auf der nun folgenden Strecke von Canberra zur Küstenstadt Kiama sensationell. Zuerst wie gewohnt durch Bushland, dann wird es grüner und grüner bis wir den Eindruck haben, wir sind auf der Alm. Saftiges Weideland und grasende Kühe prägen das Bild, zwischendurch glauben wir, wir sind in der Pfalz, weil Hügelland mit Weinreben an uns vorüberzieht, bis wir in den dschungelartigen Regenwald kommen, der uns mit seinen Riesen-Eukalyptusbäumen und den Riesen-Farnen den Atem nimmt. Ist das grandios!!

Und nun zum ‚Freiheit leben‘: Kiama mit den weißen Sandstränden, ganz besonders der einige Kilometer entfernt liegende Nationalpark 7-Miles-Beach, ist prädestiniert für freiheitliches Empfinden. Wir laufen den kilometerlangen Strand entlang, fühlen uns in unserem Element, hüpfen mal kurz in die Wellen und genießen die Sonne und den Wind. How wonderful – what a beautyful day!


Nachdem wir ein köstliches Abendessen mit australischen Riesengarnelen aus dem Pazifik genossen haben (also ehrlich gesagt waren sie aus dem Fischgeschäft am Hafen), sitzen wir gerade vor unserem Wohnmobil in lauer Abendnacht, der Wind frischt etwas auf.

Da entscheiden wir uns spontan noch zu einem kleinen Spaziergang zum Strand, um den glasklaren Sternenhimmel und die fast in greifbarer Nähe scheinende Milchstraße zu beobachten. Natürlich gab es auch den Versuch, diesen unglaublichen Himmel zu fotografieren – und ich finde, das ist Paul echt toll gelungen!

Nun wünschen wir euch einen schönen Tag, wir legen uns erstmal schlafen und träumen vom Himmel, den Aborigines und dem Meer …
Es grüßen eure Weltenbummler
Barbara & Paul