Bevor wir die nächste sportliche Herausforderung antreten, fahren wir am nächsten Morgen – wieder mal mit einem bequemen Überlandbus – nach Cuzco und beginnen nach einer weiteren eintägigen Busfahrt mit kurzen Touristenstopps den Kulturteil unserer Reise.
Eine interessante, aber langatmige Tagesfahrt durch diese Hochebene, die von Alpacas und schafen besiedelt ist. Auch die Überquerung eines weiteren Passes in Höhe von 4338m war – trotz Touristenrummels – beeindruckend.
Der schönste Moment war die Fahrt in die Altstadt von Cuzco. Ist das eine tolle Stadt!! Sophie erzählte, dass sie als schönste Stadt Lateinamerikas gehandelt wird und das glauben wir sofort. Die Häuser, moderne Läden im Altstadt-Ambiente und überall der Spirit der Inkas. Auch unser Hotel war das beste bislang, sauber und vor allem: WARM! Und die Dusche: heiß! Ich glaube, ich stehe 15 Minuten unter dem heißen Wasser und dann: es gibt auch einen Fön! Ach, manchmal ist die Zivilisation ja sooooo schön.
Das Vergnügen ist nur von kurzer Dauer, denn am nächsten Morgen ist 6.30h Treff in der Lobby und die Einweisung für den Vilcabamba-Trek wird gegeben. Wir lassen einen Teil des Gepäckes hier in Cuzco und nehmen das Trekking-Gepäck mit. Bei diesem Gespräch wird deutlich gemacht, dass, wie in der Beschreibung zu lesen ist, die ersten beiden Tage sehr anstrengend sein werden mit einer Dauer von 7-9 Stunden Gehzeit und vielen Höhenmetern. Wir bekommen die Möglichkeit, ein weiteres Pferd anzumieten, damit wir entweder unseren Tagesrucksack oder uns selbst darauf transportieren können. Zu viert schließen wir uns zusammen und nehmen dies wahr.
Der Kleinbus wartete schon, auf dem Weg besuchten wir noch zwei Inkastätten am Rande von Cuzco mit tollen Blick über die Stadt.
So langsam können wir erahnen, wie beeindruckend unser Schlusspunkt Machu Picchu sein muss. Die Ausgrabungen ziehen uns in ihren Bann. Zuerst Scsayhuaman, ein Monumentalbau mit vielen Besonderheiten, auf die wir dann zu Hause eingehen werden, den wir mit Rigoberto, unserem Begleiter für den restlichen Teil unserer Reise (Kultur und Vilcabamba-Trek).
Dann Tambo Machay, eine heilige Stätte, auf der sich ein unterirdisch von einem Bach gespeister Brunnen befindet, dessen Quelle man bis heute nicht ausmachen konnte.
Überall auf diesen Stätten begegnet uns immer wieder die Andogene Dualität, ähnlich des Feng Shui, dass Jedes sein Gegenstück hat: Sonne/Mond, Licht/Schatten, Wasser/Feuer, Mann/Frau. Auch die Bauweise gibt uns nach kurzer Zeit das Wissen darüber, ob ein Bau wichtig war oder weniger wichtig.
Durch das Valle Sagrado, das heilige Tal, geht es Richtung Pisac. Dort wurden wir hoch zu einer steil am Hang errichteten Ruinenanlage gefahren, um nach der Besichtigung zu Fuß den Weg nach unten anzutreten – steil, steil, steil – alles Treppen. Ein gutes Vortraining für die nächsten drei Tage…
Der direkte Weg führte uns noch auf einen schönen Markt mit wunderschönen Dingen, die wir alle nicht kaufen können, weil unsere Koffer eh schon übervoll sind. Das nächste Mal reise ich mit einem leeren Koffer nach Peru!
Bei der Besichtigung fanden sich übrigens diesmal auch Lebensmittelspeicher, die so am steilen Hang erbaut wurden, dass sie die Aufwinde am Hang kühlen können – und somit einen kühlschrankartigen Effekt erhielten. Ebensolche fanden wir dann am Abend im nahen Ollantaytambo, wo wir erfuhren, dass die Menschen damals auch die Möglichkeit hatten, sich in schlechten Zeiten daraus zu versorgen, wenn sie in guten Zeiten die Vorräte wieder auffüllen. Ein interessanter sozialer Aspekt, der, wie so vieles, für die Kultur der Inkas spricht.
Und am nächsten Morgen fahren wir nach Huancacalle (3000m hoch), von wo aus wir den Vilcabamba-Trek mit der ersten Zeltübernachtung beginnen.




























