Liebe Blogfreunde,
auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, Santiago de Compostela, genießen wir wie so oft „unser“ Europa. Die Freiheit, ohne Grenzen in ein anderes Land einreisen zu dürfen und sich ohne Angst dort bewegen zu können. In den momentanen Zeiten ist dieses Gut nicht hoch genug einzuschätzen und es sei hier nochmals mit Nachdruck erwähnt, dass wir alle unbedingt mit daran arbeiten müssen, es zu erhalten. Den vielen jungen Leuten, die wir auf Reisen sehen und denen wir begegnen, wünschen wir von Herzen, dass das genau so bleibt.



Wer schon einmal in Santiago de Compostela war, wird wie wir sehr beeindruckt sein. Auch wenn wir ‚Wiederholungstäter’ sind, ist es für uns nicht nur ein historischer Ort mit unglaublich vielen beeindruckenden Bauwerken, sondern ein Ort der Spiritualität. Und im Besonderen ein Ziel der Wanderer, die den Jakobsweg erfolgreich hier beenden, indem sie sich auf der Praza da Quintana (eine Quintana ist übrigens eine Straße in einem römischen Lager, die auch den Marktplatz beherbergt), dem Hauptplatz von Santiago, treffen und sich jubelnd in die Arme fallen oder still für sich auf den Boden setzen mit Blick auf die Kathedrale, in Gedanken und Erinnerungen versunken, um dann irgendwann am Tag einen der drei Gottesdienste zu besuchen. Was auch immer, dieser Moment ist stetig präsent in der gesamten Altstadt. Für uns im Besonderen nachvollziehbar – war unser „Jakobsweg“ doch die Umrundung der Annapurnas im Himalaya (im Jahr 2008, da haben wir noch keinen Blog geschrieben, aber die Reise gibt es auf Anfrage noch als Taschenbuch ;)). Das Ziel für uns war der einerseits sportliche, aber auch buddhistisch inspirierte Weg und vor allem deren Menschen zum ThorongLa-Pass auf ca. 5400m. Aber zurück nach Santiago de Compostela.





Zurück zu unserem Bummel durch die belebte Altstadt. Wir lassen uns treiben, gehen essen und trinken noch einen Kaffee, um die Umgebung auf uns wirken zu lassen. Morgen geht es weiter an die Küste des wilden Galiziens.






Die Besichtigung des Colexio de Fonseca, der allgemeinen Universitätsbibliothek von Santiago hat sich leider nur auf den Innenhof beschränkt, da sie zurzeit geschlossen ist. Mittendrin steht eine beeindruckende Bronze-Statue von Alonso de Fonseca, ein vielseitiger Mann, der unter anderem Erzbischof von Sevilla und eben von Santiago de Compostela war. Zeitweise war er Ratgeber der kastilischen Könige Johann II. und Heinrich dem IV und ein gefragter Bauherr.


Nach einer entspannten Fahrt über die Autostrada finden wir einen herrlich gelegenen Stellplatz auf einer Wiese in der Nähe von Ribadeo, am berühmten „Playa de Las Catedrales“, einem Strand mit bei Ebbe begehbaren Felsen in allen Formen und Arten, unter anderem der berühmten ‚Kathedrale‘, bestückt, die nur bei Ebbe sicht- und begehbar sind. Die Wiese wird als Parkplatz zum Besuch des Strandes benutzt, übernachten im Wohnmobil ist eigentlich nicht erlaubt, aber wir bleiben mit ein paar anderen einfach stehen und genießen den Ausblick am Abend und die Ruhe in der Nacht, übrigens an der Grenze der autonomen Provinz Galizien zu Asturien.

Der berühmte Strand ist wegen der hohen Besucherzahl nur mit (kostenloser) Vorbuchung begehbar, aber leider bereits auf eine Woche ausgebucht. So informieren wir uns, wann die Ebbe den geringsten Wasserstand aufweist und entscheiden uns zu einem Spaziergang an den fast ebenso spektakulären Nebenstrand. Leider ist der Himmel heute ziemlich bedeckt, aber dennoch sind wir begeistert von den Formationen und Höhlen.



Dann schauen wir uns mal den Zugang zum berühmten Kathedralenstrand an, der nun bei Ebbe zu Fuß durchs Wasser und über Felsen erreichbar ist. Wir beobachten mal, wie andere Leute um den trennenden Felsblock hinüberkommen und sehen, ob es gut möglich ist. Was denkt ihr? Natürlich! Auch wir schlängeln uns an dieser Stelle hinüber, um die berühmten Felsformationen zu sehen. Mit wenig überraschend nass gewordenen Hosen laufen wir durch diese Wunderwelt des Meeres. Schaut selbst.






Am Abend müssen wir noch Wasser entleeren, sodass wir in den Ort fahren. Währenddessen entdecke ich einen Übernachtungsplatz am Leuchtturm, der uns für eine weitere Nacht herrliche Ausblicke aufs Meer und die Nähe zur Autobahn garantiert, auf der wir am nächsten Morgen weiter in Richtung Bilbao fahren wollen.



Eine spektakuläre Autobahnstrecke an der Küste entlohnt uns für die zurückzulegende Strecke, allerdings mit zeitweise sehr schlechten Straßenbelägen. So rattern wir zu unserem nächsten Stopp kurz vor Bilbao in Oriñón, wiederum an einer Grenze, diesmal von der autonomen Provinz Kantabrien zum Baskenland. Das war ein supertoller Tipp von WoMo-Nachbarn (Grüße nach Hamburg!). Hier gibt es einen grandiosen Strand zwischen sich hoch erhebenden Bergen, der bei Ebbe endlos weit ist und uns ein paar erholsame Tage mit ausruhen, laufen und, ja, schreiben beschert.



Nun planen wir unseren Besuch in Bilbao und hoffen, ihr seid auch dort wieder dabei.
Es grüßen herzlich eure Weltenbummler
Barbara & Paul