Das hintere Lauterbrunnental – ein Kleinod der Natur

Ein herzliches Gruezi, liebe Blogleserinnen und Blogleser,

wir sitzen gerade auf einem exponierten Platz unterhalb der Eiger Nordwand, die sich immer mal wieder zwischen Wolkenschwaden sehen lässt – und warten für eine Wandertour auf besseres Wetter. Ein guter Zeitpunkt, euch von unserer vorangegangenen Station, dem Hinteren Lauterbrunnental, zu berichten.

Was für ein beeindruckendes Tal! Es ist das drittgrößte Naturschutzgebiet im Kanton Bern und bietet einen grossen Reichtum an landschaftlichen Besonderheiten. Hier konnten einzigartige Einsichten in das Werden und Vergehen der Alpen gewonnen werden und die Moränenlandschaft ist ein ideales Gebiet zur Erforschung von Gletscherschwankungen und Vegetationsentwicklung (entnommen aus der Broschüre von ‚pro natura’ – nicht, dass hier Plagiatsvorwürfe entstehen ;)).

Aber das für uns sichtbar Besondere sind die unzähligen, durch den Regen massig die steilen Felsen herabstürzenden Wasserfälle und der dichte, ja urwaldähnliche Wald. 

Wir fanden einen schönen Übernachtungsplatz am Ende des Tales, mit Blick auf mehrere Wasserfälle. Da es auch hier in der Schweiz zurzeit sehr viel regnet, konnten wir am ersten Tag nur eine kleine Erkundungstour machen. 

Aber am nächsten Tag machten wir uns auf zum ‚Schürboden’, einer kleinen Alm am Fuße der Moränengebiete. Das bedeutete eine Wegstrecke von ca. 2,5 Stunden und ca. 500 Höhenmetern stetig ansteigend, umgeben von einer beeindruckenden Hochgebirgskulisse, mit der ‚Jungfrau’ (4158m) und dem Gspaltenhorn (3437m). Das Rauschen des reißenden Gebirgsflusses, die spritzende Gischt der Wasserfälle, einige Schafe, Ziegen und Kühe und nur wenige Wanderer begegnen uns auf dieser Strecke. Die Natur ist hier durch das viele Wasser stetig im Wandel, wo man morgens noch trockenen Fusses den Bach überqueren konnte, verwehrt einem am Nachmittag ein Wildbach das Weiterkommen. 

So war das schon seit vielen Jahrtausenden. Wo früher Kühe weideten steht heute dichter Wald. Wir haben gelesen, dass, sobald eine Alm verlassen wird, der Wald schnell wieder Besitz dieser Fläche ergreift. Genau wie die Gebiete, die von Gletschern freigegeben werden in Kürze wieder von Pflanzen besiedelt werden.

Hier oberhalb des ‚Schürboden‘ standen im 14. Jahrhundert Walsersiedlungen (eine alemannische Volksgruppe im Alpenraum, die sich unter anderem im Berner Oberland angesiedelt haben und von denen es insgesamt tatsächlich noch ca. 150 gibt), von denen noch in den dreißiger Jahren Reste von Hausfundamenten gefunden wurden. Heute hat der Wald diese Spuren bereits vollkommen verwischt.

Unser Interesse haben Steinreste ähnlich von Grundmauern und die großen roten Steine am Gebirgsbach geweckt. Beim Nachlesen haben wir erfahren, dass an den Talhängen bis 1805 Eisenerz und Silber abgebaut wurde. Ein kleines Industriedorf siedelte sich an, das aber leider der geringen Ausbeute wieder zum Opfer fiel.

Auf der Alm haben wir eine Rast eingelegt und uns dann wieder auf den Heimweg gemacht. Das Wetter war uns hold und hat nur kurze Regenschauer eingelegt und uns zum Schluß mit Sonne belohnt. Was wollen wir mehr?

Schürboden-Alm

Seid herzlich gegrüßt und drückt uns die Daumen für nur einen Tag besseres Wetter, damit wir auf dieser Reise noch einmal die Hochgebirgswelt erleben können.

Eure Weltenbummler Barbara und Paul

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1 Antwort zu Das hintere Lauterbrunnental – ein Kleinod der Natur

  1. Renate Kirchgäßnerati sagt:

    Hallo ihr Beide,
    wo kein Regen, da auch keine Wasserfälle, zischende Gebirgsbäche undNatur pur.
    Bin wieder beeindruckt von dieser zum Teil idyllischen Bergwelt.
    Wir drücken die Daumen,✌✌✌ dass Ihr noch mehr als einen Sonnentag habt.
    Weiterhin viel schöne Erlebnisse Renate und Rudi
    Bleibt fit und Gesund.

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