Inspiration Südafrika

Liebe Blogfreunde,

tja, jede Reise geht einmal zu Ende … aber (ha!), das war sie erst mal nur für Uschi und Werner, denen wir gute Heimreise wünschten. Wir kamen schließlich zwei Tage später nach Südafrika und dürfen nun auch zwei Tage länger bleiben. 🙂

Und diese Tage nutzten wir nochmal zu einer Fahrt nach Kapstadt, vorab zu einer Fahrt auf den Signal Mountain. Von ihm aus hat man einen herrlichen Blick auf den Tafelberg und Kapstadt.

Kapstadt IMG_8744 (2)

Blick vom Signal Hill zum Tafelberg IMG_8663Kapstadt auf dem Signal Mounten IMG_8690 (24)Hier sieht man auch die berühmte Insel ‚Robben Island‘, auf der Nelson Mandela jahrelang inhaftiert war (sie trennt 12 Kilometer vom Festland …)

Kapstadt mit Robben Island Gefängnisinsel v.Mandela IMG_8660Und dann unternahmen wir nochmal einen Abstecher in die City, in zwei Viertel, die wir noch nicht kannten.

Kapstadt IMG_8744 (3)

Kapstadt IMG_8744 (4) Kapstadt IMG_8744 (8) Kapstadt IMG_8744 (7) Kapstadt IMG_8744 (6) Kapstadt IMG_8744 (5) Am Abend waren wir freundlicherweise bei Gessi und Herbert mitsamt ihrem sehr interessanten und netten holländischen Vermieter Dirk und dessen Freundin eingeladen. Es war ein sehr kurzweiliger Abend und: es gab hervorragendes Fleisch – und die Grillkünste von Dirk sind der absolute Hammer! Es wurde uns nicht zu viel versprochen. Er machte Südafrika alle Ehre, war doch das Essen überall so gut, wie wir es fast noch nie auf der Welt gegessen haben. Vielen, vielen Dank nochmal für die Einladung und ein besonderes Dankeschön an den perfekten Grillmeister, den wir nicht direkt hier veröffentlichen wollen, weil wir vergassen zu fragen, aber seine Fleischauswahl ist schon ein guter Eindruck.

Bei Dirk und Uschi Geb. Feier von Herbert in Somerset West IMG_8762 (10) Bei Dirk und Uschi Geb. Feier von Herbert in Somerset West IMG_8762 (12)Unseren letzten Tag nutzten wir, nach einem kurzen Marktbesuch in Somerset West, nochmal für einen ausgiebigen Strandlauf in dem kleinen Örtchen „Strand“. Ja, einfach „Strand“. Wie treffend für eine solche Bucht …

Markt in Somerset West IMG_8771

Strand in Somerset West IMG_8788 (4)Am Abend noch ein kleines Abschiedsessen im Henry’s …

Vorspeise bei Henry´s IMG_8798Und: Auf Wiedersehen Somerset West: unsere Unterkunft …

Unsere Wohnung in Somerset West IMG_8795 (1)Unser Resümee ist nun, sagen wir, ein wenig zwiegespalten – zu dieser gigantischen Natur, dem besonderen Licht und den exotischen Tieren, den wunderschön hergerichteten Städtchen und dem ansehnlichen Kapstadt, gesellen sich eben auch die überall präsenten Townships. Um jede größere Stadt herum findet man sie. Hier leben die Schwarzen weitestgehend von den Weißen getrennt. Wie wir gelernt haben, nicht nur die armen, auch die Mittelschicht findet hier ihren Zugang, aber für uns sehen die kilometerlangen Townships einfach nur schrecklich aus. Wir hatten euch ja bereits Fotos gezeigt. Entlang der Autobahn laufen die Menschen bei Hitze und Sturm – und springen in halsbrecherischer Weise über die 4 Spuren, um den Weg irgendwohin abzukürzen.

Im ländlichen Bereich gibt es offensichtlich bestimmte Stellen entlang der Straße, wo ihnen Mitfahrgelegenheiten angeboten werden. Manche wedeln mit Geldscheinen. Wir dürfen auf keinen Fall jemanden mitnehmen, obgleich es uns in der Seele weh tut. Es ist mit Überfällen oder, wie zu beginn bei einem Mann vor Ort in Port Alfred passiert, aufgrund der Mitnahme einer Anhalterin, mit einer Anzeige wegen Vergewaltigung zu rechnen. Er verbrachte die Tage über Silvester und Neujahr im Gefängnis.

Wobei es nicht das speziell ist, was für uns einen kleinen Schatten auf das Land wirft, diese unsägliche Armut gibt es in vielen Ländern der Erde, auch die wir schon bereist haben – aber es ist diese absolute Trennung, die es so schlimm macht. Die Weißen sind prinzipiell die Reichen oder Reicheren, die Schwarzen die Armen oder Ärmeren. Somit immer noch eine Form von Apartheit in Kleinformat: die schwarzen Südafrikaner igeln sich, teilweise bereits seit vielen Generationen, in den Townships ein und die weißen Südafrikaner, die ja ebenfalls schon in der dritten, vierten Generation Südafrikaner sind, müssen sich sicherheitsmäßig abschotten. Es sind doch aber alles Südafrikaner! Sehr interessant für uns war auch die Tatsache, dass wir bei dieser zweiwöchigen Reise nur ein einziges „gemischtes“ Pärchen gesehen haben …

Die aus all dem resultierende Kriminalitätsrate ist entsprechend hoch. Viele gut gemeinte Tipps erreichen uns also im Laufe der Reise von allen Seiten, die einerseits selbstverständlich sind, aber immer gut, nochmal ihren Platz in der Aufmerksamkeitsliste zu erhalten:

– das Auto immer verschlossen halten.

– wenn ihr einen Unfall habt, fahrt weiter und ruft die Polizei. Niemals stehen bleiben

– an einer Ampel genügend Abstand zum Vordermann halten, damit man im Falle eines Überfalls ausscheren kann

– Innenstädte an Sonn- und Feiertagen auch am Tag nur in größeren Gruppen begehen

– nicht nach Einbruch der Dunkelheit zu Fuß auf die Straße und mit dem Auto nur direkt vors Restaurant oder wo auch immer.

Das alles ist in den ländlichen Gegenden nicht so zu spüren, im Gegenteil, wir fühlten uns ziemlich sicher, was uns von unseren Gastgebern, zum Beispiel im Klein-Karoo, auch immer bestätigt wurde.

Die Geschichte von Südafrika, die wir extra nochmal versucht haben zu erfassen, liest sich genauso, wie es wohl auch ist. So viele Änderungen der Herrschaft, ein paar dunkle Flecken mittendrin in der Eroberungsgeschichte, da viele Überlieferungen einfach ein wenig „geschönt“ und verändert wurden. Aber der Eindruck, dass die Europäer sich nicht mit Ruhm und Ehre bekleckert haben, überwiegt – natürlich. Und so gab es nur selten in der Geschichte ein nebeneinander – spätestens beim Diamanten- und Goldrausch wurden dann wieder alle mühsam erworbenen menschlichen Gesetze gecancelt.

Aber, das soll unseren wunderbaren Eindruck dieses Landes mit seinem Kap der guten Hoffnung nicht schmälern, eben nur zusätzlich beleuchten. Und, trotz einiger Ablehnung, oder sagen wir Skepsis, die uns von Seiten der schwarzen Bevölkerung entgegen kam, hatten wir auch, dank Pauls „Überredungskünsten“, einige sehr nette Begegnungen.

Kapstadt City IMG_8744 (28) Kapstadt City IMG_8744 (27)3.Port Elisabeth IMG_7309 (29)2.Victoria Wharf IMG_8343 (31)2.Unterwegs nach Muizenberg IMG_8060 (16)Und hier noch ein paar Impressionen Menschen.

2.Unterwegs IMG_7416 (3) 1. Kapstadt IMG_8222 (55) - Kopie 1. Kapstadt IMG_8222 (37) - Kopie 1. Kapstadt IMG_8222 (31) - KopieKapstadt City IMG_8744 (25)Zu erwähnen gilt auch noch, wie viele Menschen aus unserem Bekanntenkreis um die gleiche Zeit, bzw. vor oder nach uns in Südafrika waren und nun noch sind. Es hat uns total überrascht – und es war schön, euch zu treffen oder sich mit euch auszutauschen!

An Uschi & Werner sagen wir nochmal vielen Dank für die „Inspiration Südafrika“!

Eure Weltenbummler Barbara & Paul

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