Von Wasser, Eis und sieben Schwestern

Hallo ihr Lieben,

bevor es im Geschehen weitergeht erstmal vielen Dank für die vielen Lösungsvorschläge, die alle in sehr engagierter und kreativer Weise beantwortet wurden. Ratet ruhig noch weiter, wir werden erst im nächsten Blogeintrag auflösen – und den Preis verteilen. Es gibt übrigens nicht nur für richtige Lösungen, sondern auch für extrem kreative Lösungen einen Preis!
So wie beim ersten Rätsel, wo wir uns noch für die extrem kreative Lösung von Alexander bedanken, die ihr in den Kommentaren findet (habt ihr da mal gestöbert? Es steht nicht alles nur im Gästebuch, sondern auch in den Kommentaren, die ihr entweder am rechten Rand des Blogs oder unter dem jeweiligen Blogeintrag findet). Dafür bekommst du noch ein Reisetaschenbuch deiner Eltern!!

So, nach der absolut ruhigen Überfahrt von den Lofoten nach Bodö war unser erstes Ziel auf dem Festland der Saltstraumen, den wir schon 2006 besichtigt haben und den Paul unbedingt nochmal mit in die Tour aufnehmen wollte. Es handelt sich hierbei um den stärksten Gezeitenstrom der Welt. 400 Mio.m3 Wasser werden mit 20 Knoten durch den 3km langen und 150m breiten Sund gepresst, wodurch, je nach Zeitpunkt von Ebbe oder Flut, mächtige Strudel entstehen. Den stärksten Zeitpunkt erwischten wir wohl nicht, aber beeindruckend war es allemal.

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Und hier mal ein Foto mit Paul bei der Arbeit 🙂

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Unser nächstes Ziel ist der Gletscher Svartissen (schwarzes Eis – kommt von Sand, Staub und Schmutzablagerungen), den wir von der gegenüberliegenden Seite bei unserer letzten Nordlandreise bereits zu Fuß erkundet hatten – nachdem wir von einem kleinen Boot mit Husky als „Kühlerfigur“ übergesetzt wurden. Aber das ist eine andere Geschichte.
Der Svartissen ist der zweitgrößte Gletscher Norwegens mit 370 Quadratkilometern und sein Eis ist bis zu 100m dick. In den letzten Jahrzehnten ist er, wie die meisten Gletscher, stark abgeschmolzen, das sieht man daran, dass er im letzten Jahrhundert noch bis in den Fjord kalbte. Dieses Mal nehmen wir ihn rein optisch „vor die Linse“. Und das ist das Ergebnis:

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Nun setzen wir uns zusammen, um eine andere Route gen Süden auszusuchen, als die, die wir 2006 genommen hatten. Wir finden sie zufällig in einer der gefühlt tausend Info-Broschüren, die Paul überall, am liebsten auch in allen Sprachen, mitnimmt (hi, hi). Es handelt sich um den Küstenlandstrich Helgeland, der wie ein langgestrecktes Paradies im südlichen Teil von Nordland liegt. Im Binnenland ragen hier fast 2000m hohe Berge in den immer noch (!) sonnigen Nachthimmel und vor der Küste liegt eine phantastische Inselwelt mit 13.000 Inseln, die zum Teil in die Welterbe Liste der UNESCO aufgenommen wurden.

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Die Bergformation „Die sieben Schwestern“ ist die bekannteste – und deshalb entscheiden wir uns spontan bei dem vor uns auftauchenden Schild „Parkplatz der sieben Schwestern“, hier eine kleine Wanderung zu machen. Dazu muss ich sagen, in Norwegen eine kleine Wanderung zu machen heißt immer, eine spektakuläre Wanderung zu machen. Die Natur ist einfach gigantisch. Die hier startende Wanderung geht auf zwei möglichen Wegen zum Gipfel „eine der sieben Schwestern“, die Wege sind überall gut gekennzeichnet, aber diese Tour ist als sehr schwer eingestuft mit einer Dauer von ca. 6 Stunden. Da die Wolken tief hängen und oben noch Schnee liegt würden wir sie sowieso nicht machen, nehmen uns aber eine Teilstrecke dieser Wanderung von ca. 2 Stunden vor.

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… und wir kommen wiederum zum Polarkreis, den wir auf 66 Grad nördlicher Breite sensationeller Weise auf einer der vielen hier nötigen Fähren überqueren – und damit bewegen wir uns nun von Tag zu Tag, bzw. Nacht zu Nacht auf den Weg aus der Mitternachtssonne heraus – nicht ohne eine Träne im Knopfloch. Haben wir schon mal erwähnt, wie toll es ist, wenn nachts…. ha, ha, ha.

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Die Hauptachse der Inseln von Helgeland ist die 650km lange Straße „Nr. 17“, die mit teilweise architektonisch beeindruckenden Brücken, Tunnels und gefühlten 1000 Fähren verbunden ist. Der spektakulärste Tunnel war der knapp 8 km lange Svartis-Tunnel, der unter dem Gletscher Svartissen durch führt. Die kleinen Städtchen, völlig gegensätzlich geformte Bergketten von 100 bis über 1000 Höhenmetern, manche steil abfallend und mit Schnee bedeckt, andere einladend von Gletschern abgerundet und harmonisch in braun und rot leuchtend wechseln in einer Weise am Rande des Nordland Atlantiks oder an den Fjorden in einer Weise ab, wie wir es noch nie gesehen haben. Dann begegnen uns wiederum richtig grüne Landschaften (echte, nicht die von Helmut Kohl), mit Ackerbau und Viehzucht und einer Tierwelt die ihresgleichen sucht.

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0043.Uw.von Florstrand nach Nesna.IMG_0001 (10)

Und überhaupt – fast hätte ich es vergessen zu schreiben: wir hatten das unglaubliche, einmalige Glück an einem einzigen Tag einen riesigen Seeadler und noch einen leibhaftigen Elch zu sehen – leider waren die Tiere genauso so schnell wieder weg, wie sie vor uns standen, so dass es keine Fotos davon gibt, aber wir tragen sie in unserem Kopf und in unserem Herzen, wenn auch Paul natürlich sehr gerne … ihr wisst schon …
Was uns fasziniert ist auch die Ruhe, die hier herrscht. Die wenigen Menschen, wenige Autos, ja selbst die Wohnmobil-Touristen verteilen sich so gut, dass man sich nie bedrängt fühlt.
Unseren letzten Stellplatz in dieser Gegend suchten wir recht spät und unbedingt mit Fernsehempfang (immer gen Süden, ohne Berge oder Bäume), weil das Viertelfinale der Frauen-WM auf dem Plan stand. Wir fanden einen, auf dem sich ein paar Kilometer vor der nächsten Fährablagestelle ein paar Wohnmobile sammelten, um am nächsten Morgen bei der ersten Fähre gleich dabei zu sein. Wie gigantisch er eigentlich war, haben wir aber erst am nächsten Morgen von der gegenüberliegenden Seite so richtig gesehen: die kleinen weißen Punkte sind die Wohnmobile …

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Wir hoffen, euch hat auch dieser Bericht wieder gefallen und genauso viel Spaß gemacht wie uns – und auf den nächsten freuen wir uns ganz besonders, denn da haben wir einen mystischen Berg durchquert …

Bis bald, es grüßen herzlich
eure Weltenbummler
Barbara & Paul

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2 Kommentare zu Von Wasser, Eis und sieben Schwestern

  1. Alexander sagt:

    Danke für die Berichte!
    Und weiterhin gute Reise. Diesmal fehlt natürlich ein Rätsel … 🙂

  2. Renate Kirchgäßner sagt:

    Hallo Barbara, hallo Paul,
    zuerst will ich Euch ein dickes Lob aussprechen für die t(r)ollen Berichte und wunderschöne Fotos. Fantastisch diese Naturgewalt des Wassers und die blauschimmernde Gletscherzunge. Aber „schlechte Organisation“, keine Langlauf-Skie eingepackt!!
    Weiterhin gute Reise Renate

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