Schon war es an der Zeit weiter zu ziehen und wir freuten uns riesig auf das ‚Schloss der Frauen‘: das sogenannte Wasserschloss in Chenonceaux (ja, der Ort schreibt sich mit einem ‚x‘, das Schloss ohne), das am Loire-Nebenfluss Cher erbaut wurde. Der Auftrag, erteilt im Jahre 1576 von Katharina von Medici, zum Anbau einer Galerie ergab diesen so besonderen, brückenähnlichen Bau über die Cher. Er gewann im zweiten Weltkrieg große Bedeutung: die Demarkationslinie (Grenze zwischen dem freien und besetzten Frankreich) verlief genau an diesem Fluss. Somit erlaubte der Zugang zum linken Ufer der Résistance, viele Menschen in die freie Zone hinüber zu schmuggeln. Diese Galerie wurde früher jedoch als Tanzsaal bei angeblich ausschweifenden Festen genutzt. Wir waren von diesem Schlösschen rundum begeistert!

Außer dieser Galerie gab es noch eine Besonderheit, die uns immens beeindruckt hat: nicht nur, dass es eine großartige Küche (mit Schlacht-Tisch und –Messern und einem Grill für das erlegte Wild des Königs) im Untergeschoss gab, es gab auch einen Zugang mit Boots-Anlegestelle im Fluss direkt unter dem Schloss. So konnte die Versorgung direkt vom Boot in die Küche erfolgen. Einfach genial!
Nach einer unserer fröhlichen, gemeinsamen Mittagspausen, die unterwegs nur im Wohnmobil von Karola und Arno stattfinden konnten, weil sie extra dafür eines mit einem Tisch gewählt haben, an den wir alle dran passen, fuhren wir nach Amboise weiter, einem herrlichen kleinen Städtchen, das ein imposantes Stadtschloss beherbergt. Es thront hoch über der Stadt an der Loire und das Beste: unser Campingplatz befindet sich auf einer Insel direkt gegenüber des Schlosses. Wie überall mussten wir darauf achten, keinen zu weichen Boden vorzufinden, damit wir auch wieder rauskommen. Wir hatten bereits bei einem Wohnmobil beobachtet, wie es mit dem Traktor rausgezogen wurde…
Bevor wir zum gemütlichen Teil des Tages übergingen und wie jeden Abend ein abwechslungsreiches, gemeinsames Menü zauberten, liefen wir noch trotz kleiner Regenschauer in die Stadt, vorbei an einer Riesen-Skulptur von Leonardo da Vinci, um uns dieses besondere Schloss von der Nähe aus anzusehen.
Zur Besichtigung war es zu spät, jedoch der Weg durch die Altstadt und um das Schloss herum war bereits ausreichend, um einen Eindruck davon zu erlangen.

Am Abend saßen wir noch lange draußen – ja, die Temperaturen ließen das zu – und der Grill von Gabi und Gerrit wurde, wie fast jeden Abend, weidlich genutzt!



