Der letzte Tag

Zwei Buddha-Tempel standen noch auf unserem „to do“-Programm:  WanFoShek, der Tempel der 10.000 Buddhas und der ManMo-Tempel.
WanFoShek liegt inmitten der New Territories, einem District der für die vielen Menschen erbaut wurde, die aufgrund des Wirtschaftsboomes nach HongKong strömten. Er liegt sozusagen „hinter den Bergen“, nördlich von Kowloon. Es ist der einzige direkt an China angrenzende District – und mit der Metro, bzw. S-Bahn zu erreichen. Auch diese Lage hat uns natürlich gereizt, ist es doch nochmal ein Ausflug ins Innere des Landes.
Irgendwie konnten wir uns nicht vorstellen, dass die Zahl von 10.000 goldenen Buddha-Figuren stimmen soll. Wir sollten uns getäuscht haben! An der richtigen Haltestelle ausgestiegen haben wir einen falschen Weg eingeschlagen, der zu einem buddhistischen Friedhof führte. Der Umweg war es wert, wir haben einen solchen noch nie gesehen. Dort trafen wir auf eine chinesische Familie, Mutter, Tochter, Onkel, die uns den richtigen Weg zeigten und uns wieder zurück begleiteten. Auf dem Weg unterhielten wir uns ein wenig und erfuhren, dass die Tochter in Vancouver gelebt hat und das Leben dort für „a little different“ gegenüber hier hält. Das glauben wir allerdings auch. Sie hat aber nicht erzählt, warum sie wieder in HongKong ist.Schon haben wir den richtigen Weg gefunden, von ihnen verabschiedet und keine 200m weiter gings schon los: rechts und links entlang eines schmalen Pfades hoch auf den Berg, begleitete uns eine goldene Buddha-Figur nach der anderen, jede für sich eine Heilige. Alle waren sie unterschiedlich dargestellt, andere Mimik, andere Körperhaltung, mit Buch, Gefäßen oder sonst was bestückt. Ein toller Weg! Schon blitzte über den Baumkronen der Tempel hindurch und wir kamen auf ein überraschend großes Plateau, auf dem der Tempel selbst, aber auch noch verschiedene andere Gottheiten aufgebaut und geschmückt waren. Eine schöne Atmosphäre umgiebt uns, der Geruch von Räucherstäbchen und der Tempel wecken Erinnerungen an Nepal in uns und wir schlendern über das Gelände. Die Innenwände des Tempels sind mit vielen, vielen, kleinen Mini-Buddhas bestückt. Auf der anderen Seite des Plateau schlängelt sich nochmal ein schmaler Pfad in die Höhe, hier sind einige Krieger und auch weibliche Gottheiten aufgebaut, aber ganz oben, wo ein weiterer Tempel gerade restauriert wird, sind direkt am Hang auf oder zwischen Felsen und Gestein wiederum viele verschiedene Gottheiten in Gold dargestellt und als wir näher kommen tut sich links von uns ein großer Bergeinschnitt auf und es steht vor uns eine überlebensgroße weibliche Statue, ganz in weiß, der bereits viele Blumen und Orangen dargebracht worden sind.Ein wunderschöner Ort der Stille, wir geniessen es und machen uns wieder auf den Rückweg – und sind gespannt, wie wir nach diesem Erlebnis den ManMo-Tempel empfinden, der ganz gegensätzlich zu diesem mitten in der Stadt zwischen riesigen Wohnsilos steht, in denen mehrere tausend Menschen wohnen. Wir fahren nun vom nördlichsten Punkt unseres Ausfluges zum südlichsten Punkt. Wieder mit der S-Bahn zurück müssen wir zweimal umsteigen und fahren direkt mit der Metro weiter nach HongKong-Island. Unter dem Meer hindurch – ein komisches Gefühl! Dann laufen wir durch den Central-District Richtung Western-Market und finden den Tempel kaum, weil er wirklich mitten hinein in die Wohn- und Geschäftshäuser gebaut wurde. Er wird stark angenommen, ist er doch mit der beliebteste Tempel HongKongs. Viele Menschen halten sich darin auf, beten, bringen Opfer in jeder Form dar, sogar ganze Entenhälften liegen auf dem Opfertisch, aber auch hier vor allem Orangen und Blumen. Viele lassen symbolisches Totengeld für ihre Ahnen verbrennen, damit sie im Jenseits auch genug Geld haben – es gibt einen extra Ofen dafür, der von einem alten Mann bedient wird. Den Gott Mo, der Gott des Krieges und Schutzpatron der Beamten – und Gangster?!, sieht man kaum durch den Dunst der riesigen, außergewöhnlichen, spiralförmig gedrehten Räucherstäbchen, die an der gesamten Decke hängen und vor sich hinglimmen.

Auf dem Weg hinunter ins Zentrum laufen wir noch durch die Hollywood-Street und die Cat-Street, die beide berühmt für ihre Antiquitätenläden und -stände sind, in denen die tollsten Dinge, wie chinesische Kleinmöbel, exotische Spiele und sogar Mao-Figuren in allen möglichen Varianten feilgeboten werden. Durch den District SheungWang mit seinen hunderten von Lädchen mit getrockneten Kröten, Fischen, Fleisch und Hühnchen bummeln wir zurück und überlegen wiederum, wo wir heute essen – na, gut, wir könnten mal wieder zum Chinesen gehen!

Unser Flug startete abends um 19.15h nach Auckland, Neuseeland. Den Tag verbrachten wir noch in der Stadt, nachdem wir nochmal in unserem wunderschönen Hotelzimmer und riesengroßen Bett so richtig ausgeschlafen hatten. Wir brauchten wiederum 11 Stunden, um diese zweite Teilstrecke zu überwinden. Nun sind wir direkt am anderen Ende der Welt – und warmes Sommerwetter empfängt uns direkt am Flughafen.

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3 Antworten zu Der letzte Tag

  1. Jürgen Meister sagt:

    Hallo Ihr Beiden ,

    Eure Reiseberichte konnte ich auf Eurer “ Alten“ LUMULU-Seite nicht finden.
    Erst als ich nochmals neu angewählt habe war’s da.
    Jetzt werd ich auch gleich mal lesen und wünsche Euch weiterhin eine schöne Reise.
    Bis bald , und vielleicht mal per SKYPE ?
    Gruß
    Jürgen

    • Alexander sagt:

      Da der Internetbrowser auch Seiten zwischenspeichert, kann es sein, dass die alten Inhalte noch im lokalen Speicher waren. Die Tastenkombination STRG+R oder bei Appel APFEL+R führt zur richtigen Seite. Viel Spaß und liebe Grüße!

  2. Renate Kirchgäßner sagt:

    Hallo ihr Weltenbummler,

    habt ihr euch nicht verzählt? Ich habe 10.001 Budda-Figuren gesehen, eine davon nicht „goldig“,sondern dunkel-gelockt und weltlich gekleidet.
    Euch weiterhin viele neue Eindrücke, ich freue mich auf die nächsten Berichte aus Neuseeland

    Liebe Grüße aus dem leicht-verschneiten Brühl Renate

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