Die Eigernordwand – direkt vor unseren Augen

Liebe Blog-Leserinnen und -Leser,

welch eine Freude, die Sonne hat uns wieder!! Nach dem traumhaft schönen Naturerlebnis im Lauterbrunnen-Tal haben wir unseren Standort luftlinienmässig nur geringfügig verändert und unsere „Zelte“ in Grindelwald „aufgebaut“. Grindelwald kennen wir bislang nur vom Ski fahren und sind auch mit sommerlichem Eindruck begeistert von der Lage dieser Gegend. Unten im Tal liegt Grund, wo wir einen Campingplatz direkt unter der Eigernordwand erhaschen. Ein beeindruckender Anblick, der sich je nach Wolkenformationen stetig verändert, aber nie an Reiz verliert. Außer natürlich, wenn dicke Wolken sich davor schieben, was glücklicherweise nur an einem Tag immer wieder mal der Fall war. 

Nachdem die Wettervorhersage endlich keinen Regen mehr voraussagte hat Paul eine spektakuläre Wandertour für uns ausgesucht: den Eiger Trail. Nicht zu verwechseln mit dem Eiger Ultra Trail, der just an diesem Wochenende hier stattfand. Dessen Teilnehmer laufen 51 Kilometer und überwinden 3000 Höhenmeter. Ohne Worte … Die Atmosphäre in der Stadt ist dadurch eine ganz besondere, denn es sind viele internationale Sportler unterwegs.

Eiger Ultra Trail Zieleinlauf …

Zurück zu unserem Trail. Man fährt mit einer sehr modernen Gondel hoch zum Eigergletscher, der 2.333m hoch ist. Von dort aus verläuft er direkt unterhalb der Eigernordwand entlang – über felsiges Gestein, Geröllfelder und Schneefelder, aber auch blühende Wiesen. Im Prospekt steht: „Niemand, der nicht die Wand hoch klettert, kommt ihr so nahe wie Wanderer auf diesem Trail“.  Na, ist ja klar, dass Paul ihn unbedingt machen möchte. Ich zögere aufgrund der tagelangen Regenfälle noch, im Zweifel, ob die Begehbarkeit auch gewährleistet ist, entscheide mich dann aber doch noch dafür, da ein Umkehren jederzeit möglich ist. 

Wie gut, dass wir es versucht haben. Dieser Weg ist spektakulär und führt uns einerseits hautnah an der berühmten Nordwand entlang, aber andererseits auch durch die Natur der Hochgebirgswelt mit ihren wetterstrotzenden Pflanzen und blühenden Blumen. Ab Höhe der Baumgrenze führt der steil nach unten führende, im Zickzack verlaufende Weg durch ein paar Kiefern-Ansammlungen, deren kleiner, starker und gebogener Wuchs uns die Kraft der Herbststürme und der dicken Schneeschichten des Winters deutlich macht. Wir sind begeistert – vielleicht seid ihr es ja auch von Pauls Fotografien:

Dieses Foto ist reine Kunst mitten in der Natur, findet ihr nicht auch?
Hier sieht man den Verlauf über die Geröllfelder
Die Blumen finden überall ein Stückchen Erde zum Blühen

Wir beenden den Weg in einem kleinen Restaurant an der Bergstation mit Apfelküchlein und Cappuccino. Hört sich das nicht super an?

Für den nächsten Tag suchen wir uns eine moderate Tour aus, vom ‚Männlichen‘ (2.227m) über einen herrlichen Panoramaweg, der um den Berg ‚Lauberhorn‘ (2.472m) zur ‚Kleinen Scheidegg‘ (2.061m) führt. Unsere Skifahrer kennen sicher die bekannte 4,5km Lauberhorn-Abfahrt, die wir vor einigen Jahren mit den Skiern genossen haben.

Mit der Gondel fahren wir hoch auf den ‘Männlichen’.

Die Gondeln sind immer nur mit wenigen Fahrgästen besetzt
Den Blick auf den Eiger erwischen wir auch hier.

Nachdem wir gemütlich mit der Zahnradbahn zurück gefahren sind, genießen wir unseren Platz am Wohnmobil, denn die Aussicht auf die Berge rundum ist auch von hier aus unglaublich schön. Ach ja, und für morgen steht der Plan auch schon: Wir fahren mit der Bahn durch den Sphinxfelsen hoch aufs Jungfraujoch (3.454m). Wir sind auf die Eiswelt gespannt und hoffen auf Sonne, damit wir einen Blick auf den größten Gletscher Europas werfen können, bevor er sich weiter und weiter zurück zieht: den Aletsch-Gletscher.

So grüßen wir euch für heute erstmal wieder ganz herzlich,

Eure Weltenbummler Barbara und Paul

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