Herrliche Natur und lauter Kuriositäten – Shops, Guesthouses und Restaurants

Hallo liebe ‚Verfolger‘

nach der herrlich einsamen Nacht in der Lodge in Prince Albert Road (50km in alle Richtungen einfach NICHTS) starteten wir nach Barrydale, einem kleinen Aussteigerdorf, in dem sich – meist homosexuelle Paare -niedergelassen haben. Es liegt an der Route 62, dem Pendant zur amerikanischen Route 66, die übrigens zur gleichen Zeit gebaut wurde. Hier haben die vielen Aussteiger geschmackvolle Restaurants und Bed- und Breakfast-Unterkünfte eröffnet. Wir hatten das Glück von beiden jeweils Super-Beispiele zu erwischen. Aber davon später.
Wir wählten auch diesmal die Offroad-Variante, unser kleines Autochen hat die Pässe so gut gemeistert, dass wir ihm das getrost  auch noch zumuten konnten. Eine herrliche Landschaft belohnt uns für diese Entscheidung – genau so hat es uns der Farmer, den wir an der Lodge kennengelernt haben, beschrieben. Er sagte, als er zur Auktion fuhr, um sein erstes Zebra zu kaufen, hat er genau diese Straße genommen und war begeistert. Übrigens erklärte er sofort, dass er seine Tiere, inzwischen 90 an der Zahl, nicht für Jagdzwecke sondern nur zum Verkauf züchtet. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die Hunting-Farmer seien. Furchtbar – wenn man zum Beispiel seine wunderschönen, grazilen Springböcke betrachtet. Bei ihm auf der Farm wird nur gejagt, was er selbst verzehrt.
Zurück zu unserer Route:

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Nachdem wir das Gebirge durchquert haben kommen wir auf die genannte Route 62, wo wir zu einer – bereits zur Berühmtheit gelangten – Kuriosität kommen: am Wegesrand liegt ein weißes Häuschen, an dem mit großen Lettern ‚Ronnies Sex-Shop‘ steht. Da wir, Uschi und Werner sei Dank, bereits wissen, was sich dahinter verbirgt, machen wir gerne halt, um es uns anzusehen. Hier die kleine Story dahinter: Ronnie hatte vor, einen kleinen Farmladen an der Straße zu eröffnen. Irgendwann haben ein paar, wohl bereits ziemlich angeheiterte Freunde, die Aufschrift an der weißen Hauswand „Ronnies Shop“ um drei Buchstaben erweitert. Damit war Ronnies Sex-Shop auf der Landkarte und ist seither einer der bekanntesten Pubs im Lande. Im Innern ist der Laden dekoriert mit abgegebenen, gebrauchten T-Shirts und BH’s (ja, BH’s) aus der ganzen Welt. Einfach witzig und sehenswert.
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Nachdem wir kurz mit ihm geplaudert hatten  aßen wir eine Kleinigkeit, dann fuhren wir weiter nach Barrydale in eine reizende Unterkunft, welche zwei Schwule mit viel Liebe und Geschick und, wie soll ich sagen, sehr vielen Großeinkäufen im Antiquitäten-Geschäft ausgestattet haben. Das tollste ist der im Innenhof liegende kleine Garten, mit Tischen und üppiger Dekoration zum Wohlfühlen einladend.
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Eine nette Begebenheit war noch eine Situation an der Tankstelle des Örtchens. Wir fragten unseren Wirt, ob es eine Möglichkeit zum Auto waschen gäbe, aber er verneinte. So gingen wir erstmal nur tanken, aber Paul fragte den Service-Mann dann doch, ob sie das Auto nicht auch waschen könnten. Sofort sprang dieser los, holte ein paar Eimer Wasser, noch drei Leute griffen mit ein und in wenigen Minuten war das Auto blitzeblank! Wir hatten alle Spaß dabei!
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Die Restaurant-Empfehlung unserer Wirte fürs Abendessen war mehr als super, wir haben es unglaublich genossen in Michelles Restaurant zu sitzen, haben eine ganze Weile zu schauen gehabt, was und wie sie in diesem Mini-Restaurant dekoriert hat und dann das vorzügliche Essen zu genießen.
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Das Frühstück, das uns am nächsten Morgen erwartete, war der Hammer. Wir kamen uns vor, wie die Könige. Ein Tisch im Garten war umhüllt von einem weißen Tuch. Beim Entfernen tat sich ein perfekt gedeckter Frühstückstisch, mit alten Blechdosen fürs Müsli,  vor uns auf und klassische Musik erklang. Hier ein Foto, den Ton müsst ihr euch selbst vorstellen:
1.Barrydale Frühstückstisch IMG_7941 (2) 1.Barrydale Frühstückstisch IMG_7941 (3)
Die beiden Besitzer sind unglaublich freundlich und auf das Wohl ihrer Gäste bedacht, sodass wir das Tradouw-Guesthouse wirklich empfehlen können!
So haben wir uns gut gestärkt auf den Weg nach Swellendam gemacht.

Die Tour durchs kleine Karoo war wiederum ein Erlebnis. Jede Landschaft hat ihre Besonderheiten, so auch hier, besonders auffällig die Obstplantagen, die wir bislang bei dem Super-Angebot von Obst vermisst hatten. Außerdem noch ein paar willkürliche Eindrücke und eine interessante Baustellen-Sperre.

2.Unterwegs von Barrydale nachMontagu IMG_7942 (6) 3.Montagu IMG_7959 3. Montagu IMG_7958 (7) 3. Montagu IMG_7958 (4) 2.Unterwegs von Barrydale nachMontagu IMG_7942 (8)

Auch in Swellendam hatten wir ein ausgesprochen nettes Guesthouse mit der perfekten Empfehlung fürs Abendessen im Garten eines der hier typischen Häuser.

4.Swellendam IMG_7960 (6) 4.Swellendam IMG_7960 (14) 4.Swellendam IMG_7960 (11) Das war unsere mit lauter Kleinoden gefüllte Klein-Karoo-Tour  und jetzt gehts ab nach Summerset West, wo wir uns wieder mit Uschi und Werner „vereinen“, um gemeinsam die Umgebung und, natürlich!, Kapstadt zu erkunden.

Bis dahin senden wir euch warme Sonnenstrahlen,

eure Weltenbummler Barbara & Paul

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Von Affen, Straußen und spektakulären Passüberquerungen

Hallo liebe Blogleser,

schön, dass ihr wieder dabei seid! Endlich kommen die Fotos von unserem Besuch im Monkeyland. Das ist eine Station für die Affen Afrikas, aber auch andere Affenarten, die hier beherbergt und wieder ausgewildert werden. Es gibt innerhalb des Freigeländes auch ein paar Käfige, in denen neue, junge oder verletzte Affen erstmal an die neue Umgebung, die Geräusche und die neuen Weggefährten gewöhnt werden müssen. Manche werden schneller akzeptiert und manche langsamer, manche wollen gar nicht aus dem Käfig raus, selbst wenn die Türe geöffnet wird. Oder werden gar vorzeitig von ihren Artgenossen befreit! Ein Fall war ein ganz besonders außergewöhnlicher. Wie uns die junge deutsche Volontärin erzählte, war ein Exemplar nur zwei Tage im Käfig, da haben die frei lebenden Affen das Schloss geknackt und ihn aus dem Käfig befreit, weil sie ihn so sympathisch fanden und ihn gleich in ihr Rudel aufnehmen wollten. Auch leben die Tiere in zum Teil perfekter Symbiose. Eine Affenart hat die Angewohnheit, seine Früchte oder Nüsse durch einen Schlag auf einen Stein aufzubrechen, um besser an das Futter zu kommen. Da aber in dieser Gegend so viele große Schildkröten leben, nutzen sie deren Panzer, um die Früchte zu knacken – wir haben das selbst erlebt, es ist unglaublich lustig, leider nicht im Bild festzuhalten gewesen.

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8. Monkeyland IMG_7552 (49) 8. Monkeyland IMG_7552 (50) 8. Monkeyland IMG_7552 (53)

8. Monkeyland IMG_7552 (56) 8. Monkeyland IMG_7552 (57) 8. Monkeyland IMG_7552 (62) 8. Monkeyland IMG_7552 (72) 8. Monkeyland IMG_7552 (87)Die nächsten drei Tage werden wir nun getrennt von Uschi und Werner eine Tour über zwei Pässe und durch die ‚Klein Karoo‘-Gegend unternehmen. Am ersten Tag fahren wir bei etwas trübem Wetter über den Alfredpass. Da es am Abend vorher geregnet hat, wissen wir noch nicht, ob wir die Strecke überhaupt fahren können. Der Abzweig führt die erste Viertelstunde durch die Townships Knysnas, dann auf eine unbefestigte Straße. Sie ist ziemlich schlammig und holperig. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir immer noch nicht sicher, ob wir umdrehen müssen. Wenn es steiler wird, schaffen wir das mit dem kleinen Auto nicht. Aber weiter oben wird der Weg trockener, weil er mehr durch den Wald führt und dann haben wir das Schlimmste überstanden. Aufgrund des diesigen Wetters haben wir hiervon keine aussagekräftigen Aufnahmen.

Unser Weg zum zweiten Pass, dem Swartbergpass, führt durch Oudtshoorn, dem berühmten Ort der Straußenfarmen. Natürlich müssen wir eine solche besichtigen. Hier ein paar eindrucksvolle Fotos, beginnend mit dem Beweis, wie hart Straußeneier sind, denn wir stehen hier auf welchen:

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Den auch hier beherbergten kleinen Emu musste ich mit in unseren Blog aufnehmen, fand ich doch eine gewisse frisurentechnische Ähnlichkeit mit Paul. Meint ihr nicht?
IMG_7713Auch durften wir einen Strauß kurz für unseren Blog interviewen und uns mit ihm fotografieren:

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Gleich anschließend machten wir uns auf den Weg nach Prinz Albert, wo unsere nächste Übernachtung im Bush-Camp gebucht ist. Aber vorher müssen wir noch über den spektakulären Swartberg-Pass. Wieder auf die unbefestigte Piste, wieder werden wir durchgerüttelt. Doch es lohnt sich!

An mancher Stelle werden wir eindringlich beobachtet …

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Und an manchen Stellen müssen wir auch Wasser durchqueren. Gut, dass es den ganzen Tag nicht mehr geregnet hat und das nur Reste sind!IMG_7818Eine kleine Überraschung haben wir dann am Abend noch erlebt, nachdem wir 50km hinaus in die Pampa zum Bush-Camp gefahren sind standen wir plötzlich vor verschlossenen Toren. Kein Mensch weit und breit. Wir haben angerufen und dabei erfahren, dass Check-in-time 18:00h beendet ist. Zum Schutz der Tiere. Tja, aber wir müssen ja irgendwo schlafen. Okay, es gibt noch eine Lodge im Bush, dahin werden wir gleich abgeholt. Na, dann ist ja alles gut. Und wir waren sehr zufrieden, denn diese Lodge im Vintage-Stil eingerichtet, in absoluter Stille, keine weiteren Gäste im Haus – was will man mehr! Und vorher dieser Sonnenuntergang unter afrikanischem Himmel …
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Und morgen starten wir nach Barrydale, einem kleinen Aussteigerstädtchen mitten im Karoo.

Es grüßen euch herzlich aus dem sonnigen Südafrika bei 30 Grad,

eure Weltenbummler Barbara & Paul

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Townships und Urlaubsparadiese

Liebe Blogbesucher,

schon könnt ihr mit uns weiter reisen. Wieder wird gepackt und los geht’s nach Knysna. Die Fahrt von St. Francis Bay nach Knysna führt uns durch ähnliche Landschaften wie schon gesehen. Weite Felder, Kuhherden, ein paar Straußen und Springbock-Farmen, einige Ansiedlungen und leider, wie überall, auch wieder einige Townships. Darunter versteht man während der Rassentrennungspolitik eingerichtete Wohnviertel für die farbige Bevölkerung in Südafrika, die man allerdings ohne weiteres als Armenviertel bezeichnen kann. Die Beschreibung schwankt zwischen schrecklich und ganz schrecklich.

2.Von Cape Francis Bay nach Knaysna IMG_7400 (39) 2.Von Cape Francis Bay nach Knaysna IMG_7400 (46) 2.Von Cape Francis Bay nach Knaysna IMG_7400 (47) 2.Von Cape Francis Bay nach Knaysna IMG_7400 (53)Unsere weitere Strecke führt über die Storms-Bridge, eine Autobahnbrücke, die über eine endlos anmutende Schlucht führt. Hier der Versuch, euch einen Eindruck davon zu verschaffen, aber die Tiefe kommt auf Fotos nicht raus.

2.Von Cape Francis Bay nach Knysna IMG_7400 (94)
Knysna selbst ist ein stark wachsendes Urlaubs-Städtchen, das an einer riesigen Bucht vor der Küste liegt, wo sich Atlantischer und Indischer Ozean vereinigen. Unser Guesthouse liegt herrlich oben am Hügel mit Blick über die Bucht. Diesen Blick haben wir übrigens gerade jetzt, während wir diesen Bericht auf dem Bett liegend schreiben – ohne dass wir euch irgendwie neidisch machen wollen – denn wir schauen justamente durch eine große Fensterfront auf das Lichtermeer der Bucht.
4. Knaysna bei Nacht IMG_7463 (3)
Am ersten Tag machen wir nicht mehr viel und geniessen unsere Unterkunft mitsamt der eigenen kleinen Terrasse. Hatte ich den Blick schon erwähnt? Hier ist er bei Tag:
IMG_7532Oder etwas näher:

5.Knysna-The Heads IMG_7505 (44)Am Abend fahren wir mit Uschi und Werner hinunter in die Stadt, bummeln durch den Stadtteil Waterfront mit seinen interessanten Lokalen, teuren Weingeschäften und Touristenanimationen – und gehen ein absolut köstliches Seafood-Curry essen und einen köstlichen Wein trinken. Was geht es uns doch so gut!

3. Knysna IMG_7463 (78) 3. Knysna IMG_7463 (80) 3. Knysna IMG_7463 (84) 3. Knysna IMG_7463 (86)
3. Knysna IMG_7463 (62)
Der nächste Tag ist wettermäßig perfekt für einen Ausflug nach Brenton on Sea, einem kilometerlangen Sandstrand mit tosenden Wellen. Aber zuvor fahren wir noch hoch auf „The Heads“, die höchste Stelle des uns gegenüberliegenden Hausberges, um die Aussicht auf die Vereinigung von Atlantischem und Indischen Ozean zu genießen. Ein erhebender Genuss, dieses Stück Meer mit seinen stetig an Land rollenden Wellen zu beobachten.

Die „Vereinigung“:
5.Knysna-The Heads IMG_7505 (61)Blick auf den Hausberg „The Heads“ (links)

5.Knysna-The Heads IMG_7505 (45) 5.Knysna-The Heads IMG_7505 (57) 5.Knysna-The Heads IMG_7505 (71)

5.Knysna-The Heads IMG_7505 (70) 5.Knysna-The Heads IMG_7505 (75)
Und nun geht’s nach Brenton on Sea zu einem ausgedehnten Strandspaziergang zu Viert. Der Wind zerzaust uns die Haare und die Füße genießen den Sand. Ab und zu kommt eine freche Welle und lässt uns bis zu den Knien im Wasser versinken. Bei diesen Temperaturen natürlich kein Problem!
6.Brenton on Sea IMG_7527 (8) 6.Brenton on Sea IMG_7527 (15) 6.Brenton on Sea IMG_7527 (19)
Am Abend fahren wir auf die in die Bucht hineinragende, künstlich aufgeschüttete Halbinsel Thesen’s Island, die mit lauter neuen Urlaubsdomizilen und Geschäften und Restaurants sehr nett gestaltet ist. Wir bummeln noch ein wenig herum und schauen den Hobby-Anglern zu.

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7.Thesen's Island IMG_7551 (5) 7.Thesen's Island IMG_7551 (15)
Morgen haben wir etwas ganz besonderes vor: den Besuch des Monkeylands, darüber später mehr!

Es grüßen euch herzlich,

eure Weltenbummler Barbara & Paul

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