Die Jackson Bay

Als Gehimtipp wird noch in unserem Reiseführer die Jackson Bay gehandelt, allerdings ist das wohl inzwischen auch nicht mehr der Fall. Dennoch ist es eine durch ihre Geschichte interessante Bucht, die immerhin ca. 50km von besiedeltem Gebiet aus in der Pampa liegt. Kurz haben wir überlegt, ob wir diesen langen Abstecher überhaupt machen sollen, uns aber dann dafür entschieden. Übrigens fängt hier auch Pinguingebiet an – entsprechende Warnschilder sind aufgestellt, gesehen haben wir leider noch keinen.

Genau zur richtigen Zeit, so gegen 18.30h kamen wir dort an und genau zu dieser Zeit kamen dort auch Fischer, die Thunfisch und Hummer gefangen haben, an, um ihn auszuladen. Es waren nicht viele, vielleicht fünf oder sechs, der ganze Ort besteht aus acht oder neun Häusern, keiner interessiert sich für uns. Die Bucht liegt in der Abendsonne ruhig am Meer. Außer uns steht noch ein weiterer Camper am Hafen. Wir entscheiden, die Nacht hier zu verbringen und schauen erstmal den Fischern zu.

Dann kommen wir an einem winzigen Restaurant vorbei, so groß wie ein viertel  Eisenbahnwaggon, darin befindet sich aber auch gleichzeitig die Küche und noch eine Funkstation. Weiter drei Vierertische und zwei Zweiertische – mehr geht nicht. Wir fragen die Lady, offensichtlich ein “Ein-Frau-Betrieb“, ob sie frischen Hummer macht, aber sie bittet uns erstmal Platz zu nehmen, weil sie noch andere Gäste bewirten muss. Dann erklärt sie, dass es zur Zeit keinen Hummer gibt, es ist keine Saison. Aber Fisch können wir haben. Einen in Butter gebraten und dann so Sardellenartige kleine weiße Fische, Whitefishes in Ei, dazu Salat und Pommes. O.K.. Das klingt gut. So essen wir hier ganz romantisch und schauen dabei auf die Bucht, die immer leerer wird, weil ein Fischerkahn nach dem anderen an Land gezogen wird.
Die Geschichte der Bucht ist traurig, denn um 1860 rum haben windige Geschäftsleute den ankommenden Siedlern teuer kleine Partiellen Land verkauft, ohne ihnen zu sagen, dass dieses regenreiche Land gar nicht dazu geeignet ist, Gemüse und Sonstiges anzupflanzen. Es wurde mit großem Pomp ein Hafen eingeweiht, dann wurde begonnen eine Straße in Richtung Süden zu bauen, um die Handelswege zu schaffen, dieser Bau wurde aber irgendwann einfach eingestellt und so endet sie noch heute im Niemandsland. Die Siedler zogen zum großen Teil wieder weg, manche blieben zum Fisch-, aber vor allem Hummerfang. Auch Jade-Abbau spielte noch eine Zeit lang eine Rolle, heute aber nicht mehr. Ganz in der Nähe ist ein kleiner Siedlerfriedhof zu besichtigen, der uns diese Geschichte gedanklich abschließen lässt. Wir sitzen in unserem Wohnmobil und genießen die langsam im Dunkel versinkende Bucht bei einem Glas neuseeländischem Rotwein und schreiben noch ein paar Ansichtskarten.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*