Santa-Cruz-Trek Teil 1

Zu Lima kommen wir nun schon gar nicht mehr – davon werden wir euch zu Hause berichten. Während unserem letzten Blog-Eintrag saßen wir ja gerade im Überlandbus, der uns nach Huarez, unserem Trek-Start brachte. Beim Einstieg wurde jeder aus Sicherheitsgründen gefilmt!

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Alleine schon die Fahrt durch das endlose Lima und seine Einzugsbereiche mit den sozialen Brennpunkten (in Lima wohnt 1/3 der Gesamtbevölkerung Perus – das sind 10 Millionen Menschen!). Links erschien nach einer Weile der wilde Pacific, der fast immer im Nebel liegt, wenn man rechts aus dem Fenster schaute sah man nur Wüste! Eine unwirkliche Gegend.

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Die Landschaften entlang der Panamerikana waren mehr als abwechslungsreich durch die dort ansässigen Minen-Gesellschaften und Schweine- und Geflügelzuchten und die primitiven kleinen Ortschaften der Arbeiter.

Irgendwann geht es dann  ab ins Gebirge und diese Straße führt uns nun von Meeresspiegel-Höhe über einen Pass von 4.100m, Stück für Stück ‚schrauben‘ wir uns hoch. Um der Höhenkrankheit entgegenzuwirken müssen wir alle ständig Wasser  trinken – und Sophie, unsere Reiseleiterin, hat da auch noch andere Tipps…

Der nächste Tag dient alleine der Höhenanpassung und wir unternehmen nach Aussage Sophie‘s nur einen „kleinen, nicht anstrengenden“ Ausflug zu der Gedenkstätte  Ichic Willcawain, von den Vorgängern der Inkas und anschließendem Entspannungsbad in nahe gelegenen heißen Thermen.

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IMG_4833 IMG_4826IMG_4831IMG_4824(Der Huascaran: mit 6778m ist er weltweit der höchste Berg in den Tropen)

Dieser Ausflug wurde dann doch etwas länger und aufgrund ziemlich heißer Temperaturen anstrengender als geplant – und anschließend hätte  uns ein Bad im kalten Wasser besser gefallen, aber dann genossen wir das ‚aqua caliente‘ (heiße Wasser) doch sehr.

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So: am nächsten Morgen nun ging’s los. Wir wurden mit einem Kleinbus abgeholt und ein sehr besonnener Fahrer brachte uns über eine atemberaubende Schotterstraße zum Startpunkt des Santa-Cruz-Treks, übrigens der zweitbeliebteste Trek nach dem Inka-Trail, nach Cashapampa (3000m). Von hier aus geht es nun mit unserer Begleitmannschaft in die unberührte Natur des Gebirgszuges Cordillera Blanca.

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Bei strahlender (und heißer!) Sonne lag ein Anstieg von heute insgesamt 750m vor uns, die ersten 400m gleich mal relativ steil über zwei Stunden.

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Anschließend gab es eine Mittagspause und am späten Nachmittag  erreichten wir unser erstes Zeltlager inmitten des wunderschönen Santa-Cruz-Tales, 3750m, das uns die nächsten Tage zum 4.750m hohen Pass Punto Union führenen wird. Als wir zu unserem Zeltlager am Fluß kamen, standen schon fast alle Zelte, beim Rest halfen alle noch tatkräftig mit und wir konnten Einzug halten.

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Unsere Gruppe besteht aus neun Leuten plus Sophie, unserer Reiseleiterin, die  Begleitmannschaft besteht aus Fausto, dem Koch, und seinem Sohn Jong (die übrigens Unglaubliches auf den wackeligen Tisch gezaubert haben – inklusive zusätzlichem vegetarischen Essen für zwei Vegetarier unter uns), einem Helfer und nicht zuletzt noch drei Eselstreibern und unseren vielen immer vollgepackten Mulis, die unser Gepäck, die Zelte, die Lebensmittel, das Küchen- und das Toilettenzelt, den Tisch und Stühle transportierten. Allen voran stand Jochen, unser peruanischer Santa-Cruz-Trek-Guide, der ebenso lustig wie umsichtig war und den wir alle in unser Herz geschlossen haben. Er war einfach immer überall und hat sich sogar ums Essen gekümmert.

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Also nichts wie das Zelt bezogen, unsere Iso-Matratzen aufgeblasen und den Schlafsack ausgerollt. Auch muss ich unbedingt mal den Tagesablauf beschreiben: Jeden Tag bekamen wir beim Ankommen sofort eine Tasse heißen Tee ans Zelt, zwei Stühle und zwei kleine Plastik-Schüsseln mit heißem Wasser  zum Waschen – oder lieber: für die Katzenwäsche (das Wasch- Tee- und Koch-Wasser wurde dem nahe gelegenen Fluss entnommen). Gegen 19.00h dann gab es Abendessen mit Vorspeise, meist Suppe, Hauptspeise und Dessert! Für die Nacht bekamen wir auch immer heißes und kaltes Wasser, denn, ich muss es nochmals erwähnen, es ist nichts wichtiger als Trinken in diesen Höhen. Wie ihr euch denken könnt, gab es beim vielen Trinken natürlich ein Problem: wir mussten alle nachts ständig raus zum Pinkeln. Außer einem unbeschreiblich schönen Sternenhimmel hatte das natürlich nichts Angenehmes an sich, noch dazu, weil in diesem Gebirge alle Tiere frei herumlaufen. Es begegnete uns im Dunkel plötzlich eine Kuh oder ein Esel. Ich weiß nicht, wer mehr erschrak!?! Ins Bett gingen wir immer früh, es war dunkel und kalt! Morgens gegen 06.00h war Wecken, auch da gab es erst mal einen heißen Tee und zwei Schüsseln Wasser zum Waschen. Anschließend musste das Gepäck für die Esel gerichtet werden (Klamotten und Waschsachen in den Rucksack, Schlafsack zusammenrollen, Luft aus der Isoliermatte, alles verpacken), die oftmals neugierig zwischen den Zelten umherschlichen,  und dann gab‘ Frühstück. Manchmal Eier mit Schinken oder auch Pancakes, ansonsten Marmelade.

Dann wurden die Tagesrucksäcke geschultert und es ging weiter. Die Natur und das herrliche Panorama auf diesem Trek sind mit Worten nicht zu beschreiben – deshalb schaut einfach die Fotos an, die Paul wieder nicht nur in großen Mengen, sondern auch mit perfekter Weitsicht gemacht hat!

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In der zweiten Nacht schliefen wir im Base-Camp des Alpamayo auf 4.200m Höhe, dem angeblich schönsten Berg der Welt. Nun spürten wir die Höhe heftig. Schlafen war nur schwer möglich, wir wachten immer wieder auf. Beim Laufen ging uns immer wieder die Puste aus – tiefes Einatmen ist erforderlich und mehr Pausen. Selbst beim Ein- und Ausräumen des Zeltes mussten wir immer wieder tief Luft holen. Der Puls wird schneller.  Aber außer diesen normalen Beeinträchtigungen vertrugen wir alle die Höhe sehr gut.

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Am Vormittag des dritten Tages genossen wir den Aufstieg zu einer herrlich gelegenen Lagune am Fuße des Alpamayo. Der schnee- und eisbedeckte Berg hängt seine Gletscherzunge in die Lagune und bietet für uns ein phantastisches Bild – samt blauem Himmel und Sonne!

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Bis zum Mittag bleibt Zeit, dieses Schauspiel zu genießen – es gilt, wiederum in Ruhe zu akklimatisieren. Das Mittagessen wird uns noch auf der Wiese am Base-Camp von unseren Köchen zubereitet und ein heißer Tee gereicht und dann geht es auf einem teilweise atemberaubend schmalen Trampelpfad auf fast (!!) gleicher Höhe.

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Trotz langsamen Tempos und entspannten Laufen sind wir recht froh, als unser nächstes Zeltlager in der Ferne auftaucht. Und zwar direkt am Fuße des ‚Punta Union‘, den es am nächsten Tag zu überschreiten gilt.

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Wir hoffen auf gutes Wetter, auch wegen des angekündigten spektakulären Rundumblickes, den man dort oben genießen kann.

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